Die Entwicklung eines europäischen Kreditpunktesystems für die berufliche Bildung (ECVET) konzentriert sich auf die Vergleichbarkeit der Lernergebnisse. Eine Alternative besteht darin, Kompetenzen und deren Entwicklung auf der Basis empirisch untersuchter Berufstätigkeiten bzw. Arbeitsprozesse zu ermitteln. Dabei wird angenommen, dass die beruflichen Anforderungen über verschiedene Länder hinweg eher vergleichbar sind und dass sich die Entwicklung beruflicher Kompetenzen unabhängig von Ausbildungssystemen unter Nutzung eines geeigneten, auf einen Sektor bezogenen Kompetenzentwicklungsmodells beschreiben lässt. Konzeptionen und Grundzüge eines solchen Modells werden hier zur Diskussion gestellt.
Im Dezember 1996 wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ein Eckdatenvorschlag zur Neuordnung eines Ausbildungsberufes für den Archiv-, Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationsbereich (ABD-Bereich) vorgelegt. Der Beitrag stellt die technische und arbeitsorganisatorische Entwicklung des ABD-Bereichs dar, beschreibt die Auswirkungen auf die Berufstätigkeit und die Qualifikationsanforderungen der Angestellten auf der mittleren Ebene und arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Aufgabenbereichen von Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationseinrichtungen heraus. Ausgehend von den Gemeinsamkeiten in den Hauptaufgaben Beschaffen, Erschließen, Aufbewahren und Vermitteln von Informationen, Medien und sonstigen Dokumenten und unter Berücksichtigung der spezifischen Erfordernisse in den Teilbereichen wird für die zukünftige Berufskonzeption das Fachrichtungsmodell als geeignet angesehen. Die Eckdatenvorschläge des BIBB umfassen die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer, die Struktur des Ausbildungsberufes, den Qualifikationskatalog und Lernziele zum Umweltschutz.
Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema, ob und inwieweit Aspekte mündlicher Kommunikation, die im Berufsalltag von Technischen Zeichnern relevant sind, in beruflichen Prüfungen und Lernerfolgskontrollen berücksichtigt werden können und sollen. Aufgrund neuer Erkenntnisse wird die Frage nach der Berechtigung einer mündlichen Teilprüfung bzw. mündlichen Lernerfolgskontrolle für Technische Zeichner kritisch erörtert. Es wird nahegelegt, die Diskussion über eine mündliche Prüfung nicht abzuschließen. Im einzelnen werden die notwendigen kommunikativen Arbeitsbeziehungen innerhalb und außerhalb des Zeichen- und Konstruktionsbüros aufgezeigt. Welche Relevanz die Kommunikation für den Ausbildungsprozess besitzt, wird exemplarisch anhand von Lernzielen aus der Verordnung erläutert, die direkt oder indirekt auf mündliche Kompetenz hinweisen.
Ein wesentlicher Grund für den Beschäftigtenabbau in Großbetrieben wird in der abnehmenden Effizienz großbetrieblicher Strukturen gesehen. Sie wird in dieser Studie auf die geringere Zufriedenheit der Beschäftigten zurückgeführt. Untersucht werden verschiedene Aspekte von Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit (Bildungsabschluss, Qualifikationsverwertung, Arbeitsteilung, Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten) in Abhängigkeit von der Betriebsgröße. Dabei stützt sich die Untersuchung besonders auf die subjektive Zufriedenheit der Erwerbstätigen: Mit steigender Betriebsgröße fällt die Zufriedenheit hinsichtlich beinah aller erfragten Aspekte der Berufstätigkeit (Aufstiegsmöglichkeiten, Betriebsklima, Art und Inhalt der Tätigkeit, Arbeitsbelastung, Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten anzuwenden) zum Teil beträchtlich. Die für Kleinbetriebe typische hohe Verwertbarkeit und Zufriedenheit weisen auf eine größere Übereinstimmung von erworbener beruflicher Identität und betrieblichen Anforderungen hin. Mit der Arbeitszufriedenheit sinkt dagegen in den Großbetrieben auch die Arbeitsmotivation und damit die Arbeitseffizienz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, versuchen Großbetriebe, angetrieben durch den verschärften Wettbewerb und unterstützt durch die gewachsenen schulischen und beruflichen Qualifikationen der Erwerbstätigen, die Produktivität durch den Abbau der Arbeitsteilung zu fördern. Daraus folgen ein abnehmender Anteil von Erwerbstätigen in Großbetrieben sowie der Rückzug von Großunternehmen aus der Berufsausbildung.
Der Beitrag geht auf die Probleme der Fachbildung bei der Auswahl von Inhalten, Lernformen und Ausbildungsmethoden ein. Durch das Tempo der Wissensentwicklung, die Unsicherheit bei der Prognose überdauernder Lerninhalte und die Bildungstheorie einer "zweckfreien Bildung" ist die Fachbildung in eine Krise geraten, die vom Autor nachgezeichnet und kommentiert wird. In einem weiteren Schritt wird die Frage analysiert, wie sich Ausbildung und Schulbildung wandeln müssten, um dem Anspruch einer verstärkten Entwicklung der Persönlichkeit durch die gezielte Förderung von Schlüsselqualifikationen Rechnung zu tragen. Abschließend wird die Frage behandelt, was bildungspolitisch und didaktisch zu tun ist, um der Krise der Fachbildung durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen begegnen zu können. Als Lösung wird eine Erweiterung der fachdidaktischen Perspektive vorgeschlagen, die über das fachlich Relevante auch das außerfachlich Notwendige im Blick behält.
Seit den letzten Jahren ist es für junge Menschen schwieriger geworden, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden. So haben sich die Aussichten auf Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Ausbildung im Metall- und Elektrobereich drastisch verschlechtert. Waren es 1991 noch 12 Prozent (Metall) bzw. 10 Prozent (Elektro) der Absolventen, denen keine Übernahme in Aussicht gestellt wurde, waren es 1993 bereits 28 Prozent (Metall) bzw. 27 Prozent (Elektro). Die derzeit besonders gravierenden Integrationsprobleme ergeben sich vor allem aus der Nichtübernahme der eigenen Ausgebildeten in Großbetrieben und Betrieben mit ungünstiger wirtschaftlicher Situation. Um die Übergangsprobleme der jungen Facharbeiter kurzfristig zu reduzieren, werden unterschiedliche Konzepte entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Dazu gehören tarifvertragliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen, aber auch landespolitische Bemühungen, um zur Überwindung des Problems an der zweiten Schwelle beizutragen. Es ist aber auch notwendig, langfristige Strategien zu entwickeln, um die Integration der nachwachsenden Generation in eine qualifizierte und existenzsichernde Berufstätigkeit zu gewährleisten.
Der Ausbildungsjahrgang 1989/90 mündete als letzter unter DDR-Bedingungen in die duale Berufsausbildung ein. Nur kurze Zeit später kam es zur "Wende". Der nachfolgende Transformationsprozess im Wirtschafts- und Bildungssektor verlangte den Jugendlichen dieses Jahrgangs hohe Anpassungsleistungen ab. Viele waren von Betriebsstillegungen betroffen und mussten ihre Ausbildung oft in außerbetrieblichen Einrichtungen fortsetzen. In welcher Situation sie sich heute befinden, wie sie rückblickend ihre Ausbildung bewerten und wie sie ihre weitere Zukunft einschätzen, beschrieben 445 Absolventinnen und Absolventen des Ausbildungsjahrganges 1989/90 im Rahmen einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Der wirtschaftliche Konjunktureinbruch, die strukturelle Krise der Industrie und die Einführung neuer Produktionskonzepte in den Unternehmen führten in jüngerer Zeit zu einem starken Personalabbau. Damit sanken auch die Chancen junger Fachkräfte, im Anschluß an die Ausbildung eine adäquate Beschäftigung zu finden. Im Rahmen einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung im November/Dezember 1993 beschrieben 4.358 westdeutsche Absolventinnen und Absolventen der Jahre 1990 bis 1993 ihre Erfahrungen an der "zweiten Schwelle". Demnach verschlechterten sich Umfang und Art der betrieblichen Übernahmeangebote bereits ab 1992 spürbar, insbesondere für Fachkräfte aus Metall- und Elektroberufen. Trotz der erneuten Probleme brachten die Befragten der dualen Berufsausbildung deutliche Wertschätzung entgegen.
Berufliches Abschlußniveau, Erwerbsbeteiligung und Erwerbskontinuität der Frauen in der DDR waren deutlich höher als bei den Frauen im alten Bundesgebiet. Dennoch waren in beiden Teilen Deutschlands Frauen gegenüber Männern beruflich benachteiligt. Der Beitrag stellt zunächst die Erwerbstätigkeit und Ausbildung von Frauen in den alten Bundesländern dar und untersucht anschließend, wie sich die berufliche Situation der Frauen in den neuen Ländern entwickelt hat und wie die Zukunftsperspektiven aussehen.
Im Rahmen eines BIBB-Forschungsprojekts wurden junge Erwachsene aus den neuen Bundesländern, die eine Berufsausbildung abgeschlossen hatten oder zum Erhebungszeitpunkt Auszubildende, Schüler oder Studenten waren, zu ihren beruflichen Plänen befragt. Untersucht wurde u.a., welche beruflichen Veränderungen die jungen Erwachsenen im kommenden Jahr anstreben und wo sie ihre beruflichen Pläne verwirklichen wollen. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Befragung wurden Schlussfolgerungen für die Berufsbildungs- und Arbeitsmarktpolitik in den neuen Bundesländern gezogen.
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