Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Migrationsbedingte Vielfalt ist sowohl an allgemeinbildenden als auch an berufsbildenden Schulen Normalität. Allerdings sind diejenigen, die ihre Schulbiografie nicht von Anfang an im deutschen Schulsystem durchlaufen, benachteiligt und haben geringere Chancen auf erfolgreiche Schul- und Ausbildungsabschlüsse. Lehrkräfte sind für die migrationsbedingte Vielfalt ihrer Lernenden, die sich durch Neuzugewanderte in den letzten Jahren noch verstärkt hat, nicht hinreichend professionalisiert. Der Beitrag beleuchtet Anforderungen an Lehrer/-innen und zeigt Perspektiven auf, wie sie in ihrer Ausbildung besser drauf vorbereitet werden können.
Trotz des aktuellen Mangels an Arbeitskräften und einer hohen Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze haben viele Jugendliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung. Dies betrifft vor allem Jugendliche ohne oder mit einfachem Schulabschluss. Sie sind daher häufig in Bildungsgängen des Übergangsbereichs zu finden. Während zur Lebenssituation dieser Jugendlichen bereits Forschungsergebnisse vorliegen, gibt es zum Unterricht in Bildungsgängen des Übergangsbereichs kaum empirische Erkenntnisse. Dies gilt insbesondere für die Unterrichtsplanung, die in diesem Beitrag behandelt wird. Hierzu werden Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Lehrpersonen vorgestellt.
Der Umgang mit unterschiedlichen Auszubildenden gehört zum Alltag vieler Ausbilder/-innen und erfordert vor allem berufspädagogische Kompetenzen. Doch wie werden diese speziell vermittelt und wo bekommen Ausbilder/-innen Anregungen zum Umgang mit Heterogenität? Lehrbücher zur Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung können eine Möglichkeit sein. Wie das Thema Heterogenität dort angesprochen wird und welche Anregungen zum Umgang mit heterogenen Auszubildendengruppen gegeben werden, beleuchtet dieser Beitrag.
Ausbilder/-innen und Berufsschullehrer/-innen begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Sie leisten damit einen verantwortungsvollen Beitrag für die Ausbildung und Sozialisation der künftigen Fachkräfte und sorgen für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung. Daher stehen die Gewinnung und Qualifizierung des beruflichen Bildungspersonals im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche neuen Anforderungen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und eine wachsende Heterogenität der Lernenden an das Bildungspersonal stellen und wie es selbst die täglichen Herausforderungen beurteilt. Gefragt wird nach dem Qualifizierungsbedarf – in quantitativer und qualitativer Hinsicht –, nach geeigneten Qualifizierungsangeboten und -formaten und nach den für ihre zukunftsorientierte Qualifizierung erforderlichen Rahmenbedingungen.
Emotionen spielen im Rahmen der Ausbilder-Auszubildenden-Interaktion eine wichtige Rolle, werden aber in der Praxis und Wissenschaft kaum beachtet. Dieser Beitrag beleuchtet, welche Gefühle Ausbilder/-innen im Umgang mit Auszubildenden in zunehmend heterogenen Lerngruppen haben.
Einrichtungen der beruflichen Bildung müssen demokratie- und menschenrechtsfeindlichen Haltungen und Handlungen entgegenwirken. In Berlin, Brandenburg und Hamburg bietet der „Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung (DEVI e.V.)“ Unterstützung bei der Bewältigung damit verbundener Herausforderungen. Im Interview erläutert Michael Hammerbacher, wie Berufsschulen und ihre Lehrkräfte diese Unterstützungsangebote nutzen.
Rezension zu: Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Eine Bestandsaufnahme im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Bernd Zinn (Hrsg.), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2018
Bei MAN Truck & Bus im Werk Salzgitter werden rund 150 Auszubildende in sieben verschiedenen Berufen ausgebildet. Technische Veränderungen, Digitalisierung, eine komplexe Ausbildungsstruktur und Heterogenität der Auszubildenden sind zentrale Themen, denen sich das Ausbildungspersonal stellen muss. Wie können bei diesen Herausforderungen die ausbildenden Fachkräfte eine gute Ausbildung gewährleisten?
Die Notwendigkeit und die hohe Bedeutung von (Weiter-)Bildung sind mittlerweile unbestritten. Gerade am Beispiel der Migration wird sie oft als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit gesehen. Die Datenlage über Erwachsene mit Migrationshintergrund und deren Weiterbildungsverhalten hat sich inzwischen deutlich verbessert, wenn auch immer noch Forschungslücken bestehen, etwa in Analysen zur Teilhabe an Weiterbildung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen und vielfältigen Lebenslagen sowie im Hinblick auf unterschiedliche Weiterbildungssegmente. Der Beitrag beleuchtet nach einem kurzen Einblick in die Vielfalt unter Personen mit Migrationshintergrund deren Beteiligung an Weiterbildung.
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