Die Kommunikation zwischen ärztlichem und pflegendem Personal in Spitälern findet zunehmend digital statt. Informations- und Kommunikationstechnologien wie klinische Informationssysteme sollen beide Berufsgruppen in einer effizienteren Arbeitsweise sowie einer verbesserten Kommunikation unterstützen. Gleichzeitig ist ihre Nutzung anforderungsreich und kann im Arbeitsalltag zu zusätzlicher Belastung und Stress führen. Sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Pflegefachpersonen benötigen daher digitale Kompetenzen, um die Kontinuität der Patientenversorgung sicherzustellen und Behandlungsfehler zu vermeiden. Der Beitrag analysiert beobachtete Situationen digitaler interprofessioneller Kommunikation in Schweizer Spitälern und zeigt zentrale Kompetenzanforderungen und technologiebedingte Belastungen aus der Perspektive der Pflege.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Die aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie berühren eine Vielzahl von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, nicht zuletzt auch das Bildungssystem. Hier werden insbesondere die Effekte für das Schulwesen und für Schülerinnen und Schülern in den Blick genommen. Weniger prominent diskutiert, dennoch zentral, sind jene für die Hochschulen und die Studierenden. Denn auch hier ist durch die Verlagerung von Lehren und Lernen aus dem analogen in den digitalen Raum eine erhöhte Belastung für die Studierenden erwartbar. Auf Grundlage einer Online-Befragung von Lehramtsstudierenden geht der Beitrag der Frage nach, ob ein solches vermutetes höheres Belastungserleben auch mit einer veränderten Erwartung über den Studienerfolg, insbesondere mit einer erhöhten Intention zum Studienabbruch, einhergeht.
Die neuen Rahmenpläne zur Pflegeausbildung fordern u. a. Kompetenzen zum interprofessionellen Denken und Handeln sowie zur Bewältigung unvermeidbarer beruflicher Belastungen ein. Konsistente Modellierungen dieser Kompetenzen stehen jedoch bislang aus. Das Projekt EKGe soll dazu theortische und empirische Grundlagen liefern.
Nach allgemeinem Konsens weist der Lehrerberuf ein hohes Stressniveau auf, und das Thema "Resilienz von Lehrkräften" findet im wissenschaftlichen und politischen Kontext zunehmendes Interesse. Auf der Grundlage einer Schweizer Studie zu Lehrkräften an beruflichen Schulen erläutert dieser Beitrag die vielfältigen kontextuellen und individuellen Faktoren, die zur Resilienz von Lehrkräften beitragen. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass zur Förderung von Resilienz systemische Maßnahmen auf mehreren Ebenen nötig sind. Insbesondere muss man Lehrkräften die geeigneten Kompetenzen zur Bewältigung komplexer und heterogener Unterrichtsaufgaben vermitteln, ihr Gefühl der Berufung stärken und ein kollegiales und unterstützendes Schulumfeld fördern.
Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat für Erwerbspersonen auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen großen Wert. Sie verringert das Risiko von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung gegenüber Personen ohne Berufsabschluss. Solche Durchschnittsbetrachtungen sind wichtig, sie verschleiern jedoch auch die teils große Varianz innerhalb der Gruppe beruflich Qualifizierter. Ziel des Beitrags ist es, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt berufsspezifisch zu analysieren. Dies erfolgt auf der Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, die umfassende Möglichkeiten bietet, Erträge auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und gleichzeitig auch berufsbedingte Belastungen zu berücksichtigen. Inwieweit Belastungen und Benachteiligungen auf Berufsebene über Löhne kompensiert werden, ist eine weitere Forschungsfrage, die in diesem Beitrag aufgegriffen wird.
Der Beitrag erörtert die Kriterien für Work-Life-Balance von der arbeitspolitischen Seite her im Kontext des Konzepts Gute Arbeit. Für dieses bemisst sich die Höhe einer Arbeitskultur daran, in welchem Maß Arbeit so gestaltet wird, dass sie auch für die Beschäftigten als eine Quelle der Persönlichkeitsentfaltung, der Gesundheit und des Wohlbefindens fungiert. Ob eine Arbeit diesem Kriterium gerecht wird, ist dabei primär am Urteil der Beschäftigten über ihre Arbeitsbedingungen abzulesen. Unter diesem Vorzeichen werden Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativumfragen zum DGB-Index Gute Arbeit zu ausgewählten Aspekten entgrenzter Arbeit vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Arbeitsanforderung, ständig erreichbar zu sein, durch die sich die Balance-Bedingungen in den letzten Jahren deutlich verändert haben.
Die Auflösung gewohnter Strukturen in der modernen Arbeitswelt führt dazu, dass berufliche und private Lebensbereiche immer schwieriger zu vereinbaren sind und die Balance zwischen den Lebens bereichen gefährdet ist. Ein Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem europäischen Sozialfonds geförderten Projekts „Work-Life-Balance: Wege zur nachhaltigen Verankerung von Work-Life- Balance in der Kultur von Unternehmen“ ist es, Konflikte und Bedürfnisse der Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zu identifizieren. Aufbauend darauf wurden Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit der beiden Bereiche entwickelt und durchgeführt. Der Beitrag stellt relevante Projektergebnisse und ein Trainingskonzept zur Grenzziehung zwischen Arbeit und Privatleben vor.
Ein wesentlicher Grund für den Beschäftigtenabbau in Großbetrieben wird in der abnehmenden Effizienz großbetrieblicher Strukturen gesehen. Sie wird in dieser Studie auf die geringere Zufriedenheit der Beschäftigten zurückgeführt. Untersucht werden verschiedene Aspekte von Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit (Bildungsabschluss, Qualifikationsverwertung, Arbeitsteilung, Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten) in Abhängigkeit von der Betriebsgröße. Dabei stützt sich die Untersuchung besonders auf die subjektive Zufriedenheit der Erwerbstätigen: Mit steigender Betriebsgröße fällt die Zufriedenheit hinsichtlich beinah aller erfragten Aspekte der Berufstätigkeit (Aufstiegsmöglichkeiten, Betriebsklima, Art und Inhalt der Tätigkeit, Arbeitsbelastung, Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten anzuwenden) zum Teil beträchtlich. Die für Kleinbetriebe typische hohe Verwertbarkeit und Zufriedenheit weisen auf eine größere Übereinstimmung von erworbener beruflicher Identität und betrieblichen Anforderungen hin. Mit der Arbeitszufriedenheit sinkt dagegen in den Großbetrieben auch die Arbeitsmotivation und damit die Arbeitseffizienz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, versuchen Großbetriebe, angetrieben durch den verschärften Wettbewerb und unterstützt durch die gewachsenen schulischen und beruflichen Qualifikationen der Erwerbstätigen, die Produktivität durch den Abbau der Arbeitsteilung zu fördern. Daraus folgen ein abnehmender Anteil von Erwerbstätigen in Großbetrieben sowie der Rückzug von Großunternehmen aus der Berufsausbildung.
Die EDV ist ein zentraler Faktor für den Wandel der kaufmännisch-verwaltenden Berufstätigkeiten. Zu deutlichen Veränderungen scheint es dabei weniger im arbeitsinhaltlichen Bereich als vielmehr in wesentlichen Merkmalen der Arbeitssituation der Beschäftigten zu kommen. Während der Kernbestand fachlicher Tätigkeiten und Kenntnisse der kaufmännischen und verwaltenden Berufe offensichtlich nicht an Bedeutung verliert und von EDV-spezifischen Tätigkeiten und Qualifikationen nicht abgelöst, sondern lediglich ergänzt wird, ist insbesondere im Bereich der Arbeitsbelastungen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen festzustellen. Dies ist jedoch nicht als unmittelbare Folge der Datentechnik zu interpretieren, sondern vielmehr Ausdruck der Form, in der die Technik eingesetzt und die Arbeitsorganisation gestaltet wird.
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