Insbesondere für Jugendliche mit Hauptschulabschluss ist eine duale Berufsausbildung weiterhin »der Weg« zu einem Berufsabschluss. Umso bedeutsamer ist die Frage, wie vielen von ihnen eine Einmündung in die duale Berufsausbildung gelingt und wie sich ihre Einmündungschancen im Zeitverlauf entwickeln. Hierzu wird häufig auf Statistiken zurückgegriffen, auf deren Basis sogenannte rechnerische Einmündungsquoten berechnet werden, indem man die Ausbildungsanfängerzahl in Relation zur Schulabsolventenzahl setzt. Allerdings bestehen einige Fallstricke bei der Berechnung solch scheinbar einfacher Indikatoren. Was hierbei zu beachten ist, wird im Folgenden erläutert.
Die Stadt Iserlohn hat im Sommer 2008 mit ihrer Ausbildungsplatzgarantie für Hauptschüler/-innen hohe Aufmerksamkeit erfahren. Hinter dieser Garantie steht das Projekt "Quantensprung", ein kommunales Bündnis, das sich zum Ziel gesetzt hat, mit neuen Ideen und der Bündelung aller Kräfte, die Übergänge für Jugendliche von der Schule in eine berufliche Ausbildung besser zu gestalten. Im Interview mit dem Beigeordneten für das Ressort Finanzen, Jugend, Schule werden das Projekt in seiner Struktur vorgestellt und erste Erfahrungen benannt.
Die Wege von Hauptschulabsolventinnen und -absolventen in eine Ausbildung differenzieren sich zunehmend aus. Nur einer Minderheit gelingt am Ende der Pflichtschulzeit der direkte Einstieg in die Berufsausbildung. Der größere Teil ist gezwungen, unterschiedliche Zwischenschritte zu gehen. Wie orientieren sie sich in dieser Situation? Welche Wege gehen sie? Welche dieser Wege sind erfolgreich? Und welche dieser Wege sind mit Risiken behaftet? Um Antworten auf diese Fragen zu suchen, werden seit März 2004 die Bildungs- und Ausbildungswege von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss in einer Längsschnittuntersuchung verfolgt. Für sie lassen sich die Übergänge aus der Schule in Ausbildung nachzeichnen.
Seit Mitte der 90er-Jahre erhält eine wachsende Zahl von Jugendlichen keine Lehrstelle oder kann erst nach Warteschleifen in eine Berufsausbildung eintreten. Hiervon sind Jugendliche mit Hauptschulabschluss - früher die klassische Vorbildung für eine Lehre - besonders betroffen. Der Beitrag untersucht anhand der Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes, inwieweit und in welchen Berufen diese Jugendlichen noch im dualen System vertreten sind. Gezeigt wird, dass der längerfristige Rückgang der Hauptschüleranteile sowie die Schrumpfung des Berufsspektrums für Hauptschüler nicht allein durch den Lehrstellenmangel bedingt sind. Ihre geringe Repräsentanz in Dienstleistungsberufen und in neuen Ausbildungsberufen deutet darauf hin, dass die Chancen der Hauptschüler auch im Zuge der Tertiarisierung und steigender Arbeitsanforderungen sinken.
Angesichts der zentralen Bedeutung einer abgeschlossenen Berufsausbildung für die Beschäftigungsfähigkeit in Deutschland stellt sich die Frage, welche Zugangschancen und alternative Möglichkeiten einer anerkannten Berufsausbildung Jugendliche mit Hauptschulabschluss heute haben. Der Beitrag zeigt anhand einer BIBB-Schulabgängerbefragung, dass Jugendliche mit Hauptschulabschluss geringere Chancen auf eine qualifizierte Berufsausbildung und weniger Wahlmöglichkeiten haben als diejenigen mit mittlerem oder höherem Schulabschluss.
Aufgrund der anhaltend schwierigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt werden strukturelle und inhaltliche Gestaltungskonzepte der Ausbildung neu erörtert. Ziel ist es, benachteiligte Jugendliche in Ausbildung zu bringen sowie die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhöhen. Über Nutzen und Nachteile zweijähriger Ausbildungsgänge wurde und wird im Vorfeld ihrer Einführung viel diskutiert. Bisher mangelte es jedoch an empirischen Belegen, die eine fundierte Beantwortung dieser Fragen erlaubte. Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) stellt Ergebnisse einer Evaluation des im Jahr 2004 eingeführten zweijährigen Berufs Maschinen- und Anlagenführer/-in vor.
Zu den benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind alle diejenigen zu zählen, die ohne Berufsausbildung und -abschluss bleiben (mit Ausnahme der Behinderten). Ihre Ausbildung kann in betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und in beruflichen Schulen erfolgen. Anhand konkreter Vorschläge zur Flexibilisierung, Individualisierung, Binnendifferenzierung und Modularisierung wird eine neue, zusammenhängende, in sich schlüssige Konzeption zur Verbesserung der Benachteiligten-Ausbildung vorgestellt. Die Entwicklung eigener Ausbildungsgänge für besonders leistungsschwache Jugendliche wird abgelehnt. Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen soll immer auf die komplette Facharbeiter-, Gesellen- oder Fachangestelltenqualifikation abzielen. Die Wege dorthin müssen flexibel, stufenartig, differenziert und individualisiert gestaltet werden.
In einem Modellversuch der Handwerkskammer wurden "Arbeitsprojekte" entwickelt und erprobt, die Ausbilder in Handwerksbetrieben bei der Ausbildung von Jugendlichen mit besonderen Lernschwierigkeiten unterstützen. Der Beitrag fasst die grundlegenden mediendidaktischen Überlegungen, die Entwicklungs- und Erprobungsprozesse sowie die Erfahrungen bei der Durchführung der Arbeitsprojekte zusammen.
Vor drei Jahren begannen acht Jugendliche im Berufsbildungswerk des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands - CJD - e.V. in Dortmund eine Tischlerausbildung. Als Sonderschüler ohne Hauptschulabschluss sollten sie innerhalb des Benachteiligtenprogramms (BNP) mittels eines pädagogischen Sonderprogramms zum Facharbeiterabschluss nach § 48 BBiG geführt werden. Als erste Gruppe aus dem Jugenddorf Dortmund hatten sie die Möglichkeit, im Juni 1992 für drei Wochen im Rahmen des europäischen Berufsbildungsprogramms PETRA nach Irland zu fahren. Durch eine Lernortverlagerung, als integrativer Bestandteil ihrer beruflichen Bildung konzipiert, sollten mittels projektorientierten Arbeitens in der Gruppe unter irischen Arbeitsbedingungen und -standards, mittels Besuchen von nationalen Ausbildungszentren sowie durch das kulturelle Erleben im europäischen Ausland fachliche und überfachliche Qualifikationen erworben werden.
In dem Beitrag wird über einen Bremer Modellversuch berichtet, dessen Hauptaufgabe es war, herauszufinden, wie eine Berufsausbildung curricular und lernorganisatorisch gestaltet werden muss, um Jugendliche, die sich bereits aus dem Bildungssystem verabschiedet haben, zu einem erfolgreichen Berufsausbildungsabschluss zu führen. Aufgrund der Erfahrungen, die im Modellversuch gewonnen wurden, werden die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung sowie die Lernform "Projektmethode" als erfolgversprechende Wege der Berufsausbildung von Schulverweigerern empfohlen.
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