Seit 1993 können drei- und vierjährige berufliche Grundbildungen, die zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führen, mit einer Berufsmaturität (BM) kombiniert werden. Die BM soll unter anderem die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Grundbildung und Hochschulbildung erhöhen, die Studierfähigkeit an einer Fachhochschule sicherstellen und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels beitragen. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern die BM diese Ziele erreicht und welche Hürden sich in der Praxis stellen.
Die Organisation und Abwicklung von Handelsgeschäften im In- und Ausland gehört zu den zentralen Aufgaben von Kaufleuten im Groß- und Außenhandel. Der Beitrag thematisiert die Modernisierung des Ausbildungsberufs, die sich mit der Betonung von Managementkompetenzen auch in der neuen Berufsbezeichnung widerspiegelt. Im Vordergrund stehen dabei die prozessorientierte Organisation von Groß- und Außenhandelsgeschäften sowie die zunehmende Bedeutung von E-Business und Projektarbeit. Zugleich wurde der Beruf um zukunftsweisende Inhalte der Nachhaltigkeit modernisiert.
Veränderte Versorgungsbedarfe gehen mit einem Wandel der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege einher und fanden u. a. ihren Niederschlag in der Novellierung des Berufsgesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung im Jahr 2003. Damit verbunden waren die Einführung der neuen Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie geänderte Ausbildungsziele und -inhalte, die als Innovationsimpulse für die Berufsausübung verstanden werden müssen. Doch wie kann ein gelungener Transfer dieser Neuerungen in die Ausbildungspraxis erfolgen? Im Beitrag werden Ergebnisse einer Vollerhebung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern diskutiert, die zeigen, welche Relevanz Lehrende dem Thema Gesundheitsförderung bei der Ausbildungsgestaltung beimessen. Die Untersuchungsergebnisse machen deutlich, dass die Implementierung gesundheitsfördernder Tätigkeitsbereiche und eine entsprechende Qualifizierung nur bedingt gelingen.
Zwei gegenläufige Entwicklungen bestimmen in Zukunft die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt: Die Zahl der Jugendlichen wird sinken und die der Erwerbstätigen, die aus Altersgründen ausscheiden, wird wachsen. Die daraus resultierende Schere wird für die Betriebe zum Problem: Sie werden immer stärker um ausbildungsinteressierte Jugendliche konkurrieren müssen. Doch droht dies ein ungleicher Kampf zu werden. Denn für Berufe mit einem schlechten Image wird es in Zukunft besonders schwierig, Ausbildungsinteressierte zu finden. Der Beitrag erforscht die Gründe und sucht nach Lösungen, um bislang unbeliebte Berufe attraktiver zu machen.
Die technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre erforderten die inhaltliche Neugestaltung kaufmännischer Medienberufe. Zum 1. August 2006 lösen deshalb die Ausbildungsberufe Medienkaufleute Digital und Print die bisherigen Verlagskaufleute sowie die Kaufleute für Marketingkommunikation die bisherigen Werbekaufleute ab. Dabei werden neue technologische Inhalte und ein erweitertes Produkt- und Dienstleistungsspektrum in die Ausbildung integriert. Durch die neuen Inhalte und Berufsbezeichnungen sollen auch neue Branchen und Branchensegmente für die Ausbildung gewonnen werden.
Die Begrifflichkeiten rund um den Beruf sind weiterhin unscharf und bedürfen einer genauen Wahrnehmung und behutsamen Pflege. Die Vielfalt der Berufsbezeichnungen verwirrt die Berufswähler und oft treten Bezeichnungen des Ausbildungsabschlusses an deren Stelle. Im Arbeitsmarkt ist die Berufszuordnung zwar dominant, doch erschwert hier eine übermäßige Differenzierung die Übersicht. Daraus ergibt sich die Forderung nach einer allgemeinverständlichen und übersichtlichen Gliederung der Berufelandschaft. Der Beitrag beleuchtet die verschiedenen Sichtweisen des Berufsbegriffs und fordert alltagsnahe, aussagefähige Begriffe.
Die Anforderungen an die Facharbeiter/-innen und an die Industriemeister/-innen in der papiererzeugenden Industrie haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Dementsprechend wurden die Aus- und Fortbildungsregelungen für die Branche zum ersten August 2005 neu geordnet: Der Ausbildungsberuf Papiertechnologe löst den bisherigen Papiermacher ab. Die neue Berufsbezeichnung verweist auf die gestiegene Bedeutung der technologischen Prozessorientierung, die sich in Struktur und Inhalten der neugeordneten Ausbildung wiederfindet. Die neu geregelte Fortbildung entspricht dem neuen Anforderungsprofil an die Führungskräfte, die heute neben fundierten Fachkenntnissen auch über Personalführungs- und Organisationskompetenzen verfügen müssen.
In den letzten Jahren sind bei der Entwicklung neuer und der Modernisierung bestehender Berufsbilder viele neue Berufsbezeichnungen entstanden. Diese sollen nicht nur eine möglichst realistische Vorstellung von der jeweiligen Tätigkeit liefern, sondern auch attraktiv sein. Jugendliche reagieren sehr unterschiedlich auf die neuen Bezeichnungen: Während einige Benennungen das Image eines Berufs fördern, haben andere fast schon stigmatisierenden Charakter. Und was für männliche Jugendliche interessant klingen mag, kann auf junge Frauen abschreckend wirken. Der Beitrag diskutiert die Auswirkungen von Berufsbezeichnungen auf das Berufsimage und prestige anhand von ausgewählten Berufen. Die Ergebnisse zeigen, daß vieles dafür spricht, in Zukunft bereits während des Neuordnungsverfahrens alternative Bezeichnungen empirisch zu testen. Ab April 2004 soll ein Forschungsprojekt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn gestartet werden, in dessen Rahmen ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung von Berufsbezeichnungen aus der Sicht von Jugendlichen entwickelt werden soll.
Berufsbezeichnungen im Handwerk sollen möglichst genau auf die ausführenden Tätigkeiten schliessen lassen und darüber hinaus möglichst der Gewerbebezeichnung in der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) entsprechen. Die Sachverständigen des Bundes haben bei einigen aktuell laufenden Neuordnungsverfahren nach Paragraph 25 HwO beantragt, die Berufsbezeichnungen abweichend von der Gewerbebezeichnung der Anlage A der HwO festzulegen. Dies befördert erneut die Diskussion um eine Novellierung der HwO bzw. deren Anlage A. Um Verzögerungen bei der notwendigen Modernisierung der Berufsausbildung zu vermeiden, sind daher pragmatische Lösungen gefragt. Im Beitrag werden dazu einige Überlegungen zur Diskussion gestellt.
Im Dezember 1996 wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ein Eckdatenvorschlag zur Neuordnung eines Ausbildungsberufes für den Archiv-, Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationsbereich (ABD-Bereich) vorgelegt. Der Beitrag stellt die technische und arbeitsorganisatorische Entwicklung des ABD-Bereichs dar, beschreibt die Auswirkungen auf die Berufstätigkeit und die Qualifikationsanforderungen der Angestellten auf der mittleren Ebene und arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Aufgabenbereichen von Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationseinrichtungen heraus. Ausgehend von den Gemeinsamkeiten in den Hauptaufgaben Beschaffen, Erschließen, Aufbewahren und Vermitteln von Informationen, Medien und sonstigen Dokumenten und unter Berücksichtigung der spezifischen Erfordernisse in den Teilbereichen wird für die zukünftige Berufskonzeption das Fachrichtungsmodell als geeignet angesehen. Die Eckdatenvorschläge des BIBB umfassen die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer, die Struktur des Ausbildungsberufes, den Qualifikationskatalog und Lernziele zum Umweltschutz.
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