Der niederländische Qualifikationsrahmen (NLQF) wurde 2011 als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) eingeführt. Im Januar 2025 wurde er gesetzlich verankert. Im Beitrag wird dargestellt, wie sich der NLQF auf die Stärkung der Transparenz von Qualifikationen, die Standardisierung und Steuerung in den formalen und nicht-formalen Bildungsbereichen und auf Initiativen zum lebenslangen Lernen auswirkt und wie sein Zukunftspotenzial in einer sich entwickelnden Bildungslandschaft einzuschätzen ist.
Alle zwei Jahre erstellt das Research Centre for Education and the Labour Market (ROA) der Universität Maastricht mittelfristige Arbeitsmarktprognosen für 21 Branchen und über 100 Berufsgruppen und Ausbildungstypen. Diese Prognosen werden zusammen mit Indikatoren zur aktuellen Arbeitsmarktsituation in einer Online-Datenbank – dem Arbeitsmarktinformationssystem (AIS) – veröffentlicht. Im Beitrag werden die Grundlagen der Arbeitsmarktprognosen und die Inhalte des AIS vorgestellt. Auch wenn das AIS zahlreiche Daten und Prognosen enthält, die für Arbeitgeber, politische Entscheidungsträger und für die Arbeitsvermittlung von Nutzen sind, legt der Beitrag den Schwerpunkt auf die Bedeutung des AIS zur Unterstützung der Ausbildungsentscheidung junger Menschen.
Weiterbildungsfonds gehören zu den international etablierten Instrumenten, mit denen der Staat, die Sozialpartner oder beide gemeinsam versuchen, die Finanzierung der Weiterbildung auf eine breitere Basis zu stellen und die Weiterbildungsbereitschaft zu erhöhen. Angesichts eines drohenden Fachkräftemangels und sinkender Weiterbildungsinvestitionen stellt sich auch in Deutschland die Frage, inwieweit die Einrichtung von Weiterbildungsfonds und somit eine Umlagefinanzierung von Weiterbildung ein geeignetes Mittel sein kann, den genannten Problemen zu begegnen. Im Beitrag werden am Beispiel von Frankreich, den Niederlanden und Korea zunächst verschiedene gängige Fondsmodelle skizziert und die wichtigsten Konstruktionsmerkmale von Fonds dargestellt. Auf dieser Basis wird schließlich ein Modell eines Weiterbildungsfonds für Deutschland entwickelt.
Der Beitrag geht der Frage nach, welche Aspekte Innovationen für die berufliche Bildung ausmachen, und wie diese in die Praxis umgesetzt werden können. Das Ziel dieser Innovationen besteht in der Verbesserung der Qualität beruflicher Bildung und soll durch die Entwicklung adäquater Lernumgebungen für Schule und Betrieb erreicht werden. Dabei stellen sich zwei zentrale Fragen: (1) Was sind die Merkmale von erfolgreichen Lernumgebungen in der Berufsschule und im Betrieb und (2) wie müssen diese entwickelt und implementiert werden? Erfolgreich bedeutet hier, dass die Schüler berufsrelevante Kompetenzen als eine Voraussetzung für lebenslanges Lernen erwerben. Es wird ein entsprechendes Modell vorgestellt und seine Umsetzung an je einem Beispiel aus den Niederlanden und aus Deutschland erläutert.
Die Frage der Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit wurde bisher in Forschung und Praxis vernachlässigt. Da diese Erwerbsform jedoch zunehmend expandiert, ist es notwendig, Konzepte zur Kompetenzentwicklung für diese Zielgruppe aufzuzeigen. Im Beitrag werden Forschungsergebnisse skizziert, die in einem BIBB-Forschungsprojekt zu diesem Thema erhoben wurden. Ergebnisse aus Fallstudien in den Niederlanden und in Frankreich, aus Befragungen deutscher Zeitarbeitnehmer wie auch der Zeitarbeitsunternehmen verdeutlichen, dass die Chancen für eine Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit selber liegen, nämlich im Lernen in der Arbeit und den dabei informell erworbenen Kompetenzen.
Angesichts der kontroversen Diskussionen über vollzeitschulische Berufsausbildung in Deutschland geht dieser Beitrag der Frage nach, welche Bedeutung vollzeitschulische Berufsausbildung in anderen Ländern mit dualen Berufsbildungsangeboten hat. Es werden Merkmale und Besonderheiten vollzeitschulischer Berufsausbildung in den drei Ländern - Niederlande, Österreich und Dänemark - aufgezeigt und ihre Beziehung zu den jeweiligen dualen Berufsbildungsformen untersucht.
Flexibler Zugang zu formalen Qualifikationen und Transparenz der nationalen Qualifikationssysteme sind wesentliche Aspekte der Diskussion über lebensbegleitendes Lernen und die Internationalisierung von Bildungs- und Arbeitsmärkten. Als Mittel zur Erreichung dieser Ziele wird die Einführung von "Qualifikationsrahmen" gesehen. Qualifikationsrahmen sind Strukturen zur Entwicklung, Beschreibung und Systematisierung der Beziehungen von Qualifikationen, die die Möglichkeiten traditioneller Qualifikationssysteme erweitern. Dieses in Deutschland bisher wenig bekannte Konzept wird am Beispiel der Niederlande, Frankreichs und Englands dargestellt, und es werden bisherige Erfahrungen diskutiert.
Welche Strategien die Unternehmen anwenden, um die notwendigen Qualifizierungsaktivitäten für ihre Beschäftigten optimal durchzuführen, und welche Rolle in diesem Zusammenhang Bildungscontrolling als Planungs- und Steuerungsinstrument betrieblicher Qualifizierung spielt, war Gegenstand einer schriftlichen Unternehmensbefragung, die im Frühjahr 2000 gleichzeitig in drei europäischen Ländern - Österreich, Niederlande und Deutschland - stattfand. Ausgehend von der gegenwärtigen und künftigen Situation der befragten Betriebe stellen die Autoren zunächst die Bedeutung des Bildungscontrollings als Planungs- und Steuerungsinstrument betrieblicher Qualifizierungsmassnahmen vor und gehen anschließend auf die Steuerung der betrieblichen Weiterbildung durch Kennzahlen ein. Die Befragungsergebnisse zeigen insgesamt, dass das Bildungscontrolling in den drei Ländern zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während in Österreich und Deutschland in vielen Betrieben bereits seit längerem eine intensive Auseinandersetzung mit dem Bildungscontrolling stattfindet, sind in den Niederlanden bisher entsprechende Aktivitäten kaum bekannt. Mit der Entwicklung von Kennzahlen zur betrieblichen Weiterbildung versuchen die Betriebe eine Datengrundlage zu schaffen, die auch wichtige Anhaltspunkte für die Nutzeneinschätzung liefern und größere Transparenz im Weiterbildungsbereich schaffen soll. Größere Transparenz durch Kennzahlensysteme und die Entwicklung von Instrumenten zur Nutzenbestimmung werden als die großen Herausforderungen bei der Einführung und Weiterentwicklung des Bildungscontrollings in den europäischen Unternehmen angesehen.
Die gezielte Mobilisierung der Entwicklungspotenziale von Regionen ist eine Strategie, die sich in Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union ausgebreitet hat. Leitbild ist die lernende Region, verstanden als Netzwerk regionaler Akteure, das sich ausserhalb festgefügter Strukturen entwickelt und auf die Lösung regionaler Probleme ausgerichtet ist. Bezogen auf die Berufsbildungspolitik können regionale Netzwerke dazu beitragen, spezielle Problemgruppen stärker zu fördern, Innovationen zur Verbesserung des Qualifizierungsangebots in Gang zu bringen oder Defizite im Qualifizierungsniveau durch gezielte Weiterbildung zu kompensieren. Der Beitrag untersucht, durch welche Strukturen im Berufsbildungssystem eines Landes die Entwicklung zu lernenden Regionen gefördert oder behindert wird und welche Praktiken es in Deutschland und in den Niederlanden gibt. An zwei Fallbeispielen (Witten/Hattingen und Rijnmond) wird die Entwicklung zu lernenden Regionen dargestellt, Stärken und Schwächen des deutschen und niederländischen Modells werden jeweils verdeutlicht.
Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen sowohl Deutschland als auch die Niederlande stehen, ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifikations- und Kompetenzentwicklung unbestritten. Favorisiert werden in beiden Ländern Konzepte, die die Selbststeuerung und Selbstorganisation beruflicher Weiterbildung und ihre Integration in betriebliche Personal- und Organisationsentwicklungsstrategien ermöglichen. Unterschiede zwischen beiden Ländern bestehen jedoch in der Rolle des Staates im Weiterbildungssektor. Während die Weiterbildung in Deutschland weitgehend den Marktteilnehmern überlassen bleibt, ist von der niederländischen Regierung eine breite Initiative gestartet worden, um lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
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