Die duale Berufsbildung der Schweiz soll flexibler und modularer und somit für Ausbildungsbetriebe und Auszubildende attraktiver werden. Diese Forderungen aus dem nationalen Leitbild „Berufsbildung 2030“ hat die gibb Berufsfachschule Bern mit dem Pilotprojekt „Informatikausbildung 4.0“ aufgegriffen. Im Beitrag werden die zentralen Ansätze des Projekts und erste Evaluationsergebnisse vorgestellt.
Mit der Einführung des Unterrichtsprinzips »Berufssprache Deutsch« und des neuen Lehrplans für Deutsch reagiert das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) auf den steigenden Bedarf an Sprachbildung an beruflichen Schulen. Der Beitrag zeigt die empirischen Grundlagen dafür auf und skizziert den in Zusammenarbeit zwischen dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und dem Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU München entwickelten konzeptionellen Hintergrund für einen fachintegrierten Deutschunterricht und sprachsensiblen Fachunterricht an Berufs- und Berufsfachschulen.
Das novellierte Berufsbildungsrecht bietet den Akteuren der beruflichen Bildung neue Möglichkeiten zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Durch effizientere Nutzung der Ressourcen eines ausufernden "Übergangssystems" mit den knappen Ressourcen des dualen Systems könnte dem nach wie vor hohen Bedarf an Ausbildungsplätzen besser entsprochen werden. Die Verzahnung von betrieblichen und schulischen Ausbildungsabschnitten ermöglicht Synergieeffekte. Diese Chancen müssen allerdings gesehen und vorurteilsfrei bewertet werden und: sie müssen genutzt werden.
In dem Beitrag werden Überlegungen zur Weiterentwicklung der Berufsfachschulen aufgezeigt. Sie bündeln eigene Erfahrungen des Autors aus langjähriger Verantwortung für das berufliche Schulwesen in Hamburg und der Mitarbeit in zahlreichen Gremien und Ausschüssen. Die strukturellen Schwächen der Berufsfachschulen werden skizziert und übergreifende strukturelle Reformansätze vorgestellt. Der Beitrag knüpft an an den in der Ausgabe 2/2005 veröffentlichten Artikel zu der Thematik von Gisela Feller "Stellenwert der Berufsfachschulen im neuen Gesetz. Initiale für eine Reform des Bildungssystems?
Das neue Berufsbildungsgesetz soll das Ablegen einer Prüfung vor einer Kammer in einem anerkannten Ausbildungsberuf für nicht im dualen System Ausgebildete erleichtern. Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich Ausbildungen mit Berufsabschluss an Berufsfachschulen (BFS) neben dem dualen System bisher entwickelt haben, und stellt Überlegungen zur Neustrukturierung dieser Erstausbildungen mit höheren zu erwartenden Verwertungschancen an. Fazit: Eine eindeutige Profilierung der Berufsfachschulen ist unabdingbar, aber erst eine weit greifende Reform des Bildungswesens könnte die Reibungsverluste an den gegenwärtigen diversen Schnittstellen und damit ein Steckenbleiben junger Menschen vor Erreichen einer Berufsausbildung deutlich verringern.
Rechtszeitig zum neuen Ausbildungsjahr trat das Berufsbildungsreformgesetz (BerBiRefG) in Kraft. Was ihnen das neue Gesetz gibt und worin sie die wichtigsten Aufgaben bei seiner Umsetzung in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich sehen, fragte die "BWP - Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis" drei Berufsbildungsexperten. Sie gehören zu den zwanzig Sachverständigen, die am 22. November 2004 den Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Rede und Antwort standen. Zwei Experten sind gleichzeitig Mitglieder des (alten) Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Im OECD-Bericht "Education at a Glance" (Bildung auf einen Blick) von 2004 weisen - basierend auf dem Mikrozensus 2002 - Erwerbspersonen mit dualer Berufsausbildung in allen Altersgruppe höhere Erwerbslosenraten auf als Erwerbspersonen mit einem Berufsfachschulabschluss (je nach Altersgruppe +2 Prozent bzw. +3 Prozent) Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Sind sie auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurückzuführen, oder werden Personen verglichen, die sich systematisch in arbeitsmarktrelevanten Merkmalen unterscheiden? Mit der vereinfachten Zulassung von Berufsfachschulabsolventen zur Kammerprüfung sind nach dem neuen Berufsbildungsgesetz diese Fragen von besonderem Interesse. Auf Basis des Mikrozensus 2003 wird in dem Beitrag aufgezeigt, wie sich Absolventen der unterschiedlichen Systeme (duales System, Berufsfachschulen) hinsichtlich ihrer Erwerbschancen unterscheiden, wenn vergleichbare Bedingungen geschaffen werden. Die Analysen geben keine Hinweise darauf, dass es systematische Unterschiede im Erwerbslosigkeitsrisiko zwischen Absolventen einer dualen Berufsausbildung und vollqualifizierender BFS gibt, die auf die spezifische Form der Ausbildung (Schule vs. Betrieb) zurückzuführen sind. Auf den ersten Blick vermeintlich erkennbare Unterschiede beruhen auf Selektivitätseffekten: unterschiedliche Bildungsniveaus und unterschiedliche Berufsbereiche sowie Ost/West-Unterschiede, die das Arbeitsmarktrisiko maßgeblich beeinflussen.
Wachsende Schülerzahlen an vollqualifizierenden Berufsfachschulen außerhalb BBiG/HwO wie schwankende Zahlen unversorgter Ausbildungsplatzbewerber werfen die Frage nach dem Stellenwert dieser Schulen im Berufsbildungssystem auf. Dazu zählen auch Überlegungen zu einer veränderten, das duale System ergänzenden strategischen Ausrichtung der Berufsfachschulen. Der Beitrag gibt Informationen zur quantitativen Entwicklung und Verteilung der Absolventen nach stark besetzten Berufen. Er benennt mit dem Bildungsgang verknüpfte Chancen, aber auch Probleme, die eine Verwertung der Ausbildung behindern.
Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Prof. Dr. Pütz, fordert angesichts der Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt, berufliche Bildung in Teilbereichen neu zu denken und zu organisieren. Arbeitsteilige Berufsausbildung in einem Sandwichsystem von langen betrieblichen Ausbildungsphasen (nicht in Form von wertlosen Betriebspraktika) und vollzeitschulischen Ausbildungsphasen in Berufsfachschulen mit Kammerabschlussprüfung könnten das Duale System dauerhaft ergänzen.
Der berufliche Verbleib von Absolventen der Berufsfachschulen ist nach wie vor wenig erforscht trotz steigender Schülerzahlen. Eine Diplomarbeit "Beruflicher Verbleib von Berufsschulabsolventen - Eine empirische Untersuchung im Rahmen des Regionalprojektes Sachsen" an der Technischen Universität Dresden untersuchte nun, in welchem Maße Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und damit die Qualität der beruflichen Eingliederung besitzen. Die Untersuchung folgt dem erziehungswissenschaftlichen Verbleibbegriff von ZIMMERMANN, wonach entscheidend für die berufliche Eingliederung das Erleben von Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung ist. Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse. Zunächst wird der Erwerbsstatus der Absolventen dargestellt, in einem weiteren Schritt der Zusammenhang zwischen den Formen des Erlebens und der Persönlichkeitsentwicklung nachgewiesen und schließlich beschrieben, in welchem Maße sich die erwerbstätig gewordenen Absolventen in ihrem Arbeitskontext autonom, kompetent und sozial eingebunden erleben. Die Befunde sprechen für die systematische Einbeziehung dieser Größen in künftige Verbleibsuntersuchungen.
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