In den letzten Jahren ist die Zahl der Personen ohne anerkannten beruflichen Abschluss gestiegen. Viele von ihnen haben jedoch einschlägige Berufserfahrung oder bringen Qualifikationen aus dem Ausland mit. Ohne formale Zertifikate ist es aber oft schwierig, diese auf dem Arbeitsmarkt nutzen zu können. Der Beitrag vergleicht das neue Feststellungsverfahren nach dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) mit zwei etablierten Verfahren zur Anerkennung: dem Zulassungsverfahren zur regulären Abschlussprüfung für Externe und dem Anerkennungsverfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG).
Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel steigt die Herausforderung, Zielgruppen zu qualifizieren, für die eine duale Ausbildung nicht mehr infrage kommt. In der Regel handelt es sich dabei um über 25-jährige, häufig gering qualifizierte Erwachsene. Für sie bietet sich eine Qualifizierung durch den Erwerb von Teilqualifikationen an. Der Beitrag gibt Einblicke in das Zertifizierungsangebot der Industrie- und Handelskammern (IHK) und hebt die Bedeutung einer qualitätsgesicherten Entwicklung und standardisierten Umsetzung von Teilqualifikationen hervor.
Arbeitsmarktprognosen zeigen einen dramatischen Abbau von Einfacharbeitsplätzen. Damit verbunden ist das zunehmende Beschäftigungsrisiko von Geringqualifizierten bzw. Beschäftigten ohne formalen Berufsbildungsabschluss. Jüngste Befunde einer repräsentativen Betriebsbefragung des BIBB belegen das Interesse von rund 300.000 Betrieben an einer abschlussorientierten Nachqualifizierung dieser Personengruppe. Auf der Basis von Erkenntnissen aus Modellen zur Flexibilisierung bestehender Berufsbilder durch Ausbildungsbausteine bzw. Teilqualifikationen wird erörtert, wie diese Erfahrungen für die Nachqualifizierung junger Erwachsener nutzbar gemacht werden können.
Mit der Bologna-Erklärung von 1999 wurde ein neuer europäischer Hochschulraum geschaffen mit dem Ziel, durch ein Qualitätssicherungssystem für Transparenz und Vergleichbarkeit der Studienangebote zu sorgen. Der Beitrag beschreibt das deutsche Akkreditierungssystem und stellt das Regelwerk des Akkreditierungsrats vor. Er beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das System zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland dazu geeignet ist, zur Qualitätssicherung, vor allem aber auch zur Qualitätsentwicklung im Hochschulbereich beizutragen und damit den Wettbewerbsgedanken des Bologna-Prozesses aufzugreifen.
Mit der Forderung, die Möglichkeiten der Anrechnung und Anerkennung von außerhalb des Bildungssystems erworbenen Lernergebnissen in Deutschland zu verbessern, steigt die Bedeutung der dafür notwendigen Verfahren. Auch in anderen Ländern werden Verfahren zur Lernergebnisfeststellung eingesetzt, die auf eine Anrechnung oder Anerkennung von außerhalb des Bildungssystems erworbenen Lernergebnissen zielen. Im Beitrag werden beispielhaft schweizerische und norwegische Verfahren vorgestellt.
Lernen im Betrieb findet häufig nicht in didaktisch organisierten Lernumgebungen statt, sondern am Arbeitsplatz. Hier treffen pädagogische und ökonomische Interessen aufeinander. Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen, wie z. B. der Integration lernschwacher Jugendlicher in den Betrieb oder der strukturellen Verknüpfung informellen Lernens mit Fragen der Zertifizierung und Anerkennung, entwickelt sich betriebliches Lernen weiter. Insbesondere entstehen Lernformen, die die Vorteile informellen und formalen Lernens zu verbinden suchen. Allerdings ist betriebliches Lernen vergleichsweise wenig erforscht. Im Beitrag werden Spezifika betrieblichen Lernens benannt, Veränderungen in den Lernformen nachgezeichnet und Perspektiven für eine stärker interdisziplinär ausgerichtete betriebliche Berufsbildungsforschung aufgezeigt, die diese Veränderungen begleiten und mitgestalten kann.
In zahlreichen Anwendungskontexten innerhalb Deutschlands, Europas und der Welt, spielen informell erworbene Kompetenzen zunehmend eine Rolle, da erkannt wurde, dass sie eine bedeutende Ressource darstellen und in ihrer Anerkennung ein großes Potenzial für eine Gesellschaft steckt. Dies gilt gerade für das bisher eher an formalen Abschlüssen orientierte Bildungssystem in Deutschland. Im Beitrag werden aktuelle Entwicklungen zur Erfassung von informell erworbenen Kompetenzen beleuchtet. Ziel ist es, anhand ausgewählter Beispiele auf die Potenziale von Entwicklungs- und Transferprojekten, die mit Mitteln des EU-Programms LEONARDO DA VINCI gefördert wurden, hinzuweisen, die Impulse für die weiteren Entwicklungen in Deutschland geben können.
Die Literatur zum Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmen nimmt zu. Dies entspricht der Wichtigkeit der damit verbundenen Aufgabenstellungen, die sowohl für die reflektierende und kritisch begleitende Wissenschaft als auch für die zum Handeln aufgeforderte Politik nicht von der Hand zu weisen sind. Sie konkretisieren sich, wenn man (a) die Vorgaben des Europäischen Qualifikationsrahmens ernst nimmt und ihnen zu entsprechen versucht und (b) wenn man die 'Baustellen' des deutschen Berufsbildungssystems betrachtet, die seit Jahren existieren und ihrer 'Bearbeitung' harren. Nach den Beiträgen von FRIEDRICH HUBERT ESSER und HERMANN NEHLS in dieser Zeitschrift möchte dieser Artikel einen Beitrag zur Schärfung des berufsbildungspolitischen Problembewusstseins leisten, sich im Kontext der Entwicklung des DQR mit den ungelösten Fragen der deutschen Berufsbildung zu befassen und Lösungswege zu eröffnen.
Im Zuge der Modernisierung der beruflichen Bildung wird stets betont, wie wichtig die Fort- und Weiterbildung des Aus- und Weiterbildungspersonals ist. In einer Reihe von Bundesländern (Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Baden-Württemberg) wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Fortbildung „Berufspädagoge/Berufspädagogin IHK“ realisiert. Erste Erfahrungen aus Mecklenburg-Vorpommern werden hier vorgestellt.
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