Angesichts einer menschengemachten Verschiebung ökologischer Gleichgewichte und sozialer Benachteiligungen kommt dem Thema Nachhaltigkeit in Ordnungsmitteln eine wachsende Bedeutung zu. Allerdings fehlt bislang ein systematischer Ansatz, um Nachhaltigkeit berufsspezifisch zu identifizieren. Im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)" wurde ein Themen- und Kompetenzraster entwickelt und erprobt, um relevante Aspekte von Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Am Beispiel der Modernisierung des Ausbildungsberufs Hauswirtschafter/-in wird skizziert, wie dieses Raster eingesetzt werden kann.
Ausländische bzw. als ausländisch wahrgenommene Jugendliche sehen sich in der traditionellen einzelbetrieblichen Berufsbildung mit verschiedenen Benachteiligungen konfrontiert: Sie haben einen erschwerten Zugang zu einem Ausbildungsplatz und lösen ihren Ausbildungsvertrag häufiger vorzeitig auf. Lehrbetriebsverbünde könnten aufgrund organisationsspezifischer Merkmale gerade für diese Jugendlichen die Integration in die berufliche Ausbildung erleichtern. Im Beitrag werden Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die diese Potenziale von Lehrbetriebsverbünden in der Schweiz untersucht.
Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat für Erwerbspersonen auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen großen Wert. Sie verringert das Risiko von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung gegenüber Personen ohne Berufsabschluss. Solche Durchschnittsbetrachtungen sind wichtig, sie verschleiern jedoch auch die teils große Varianz innerhalb der Gruppe beruflich Qualifizierter. Ziel des Beitrags ist es, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt berufsspezifisch zu analysieren. Dies erfolgt auf der Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, die umfassende Möglichkeiten bietet, Erträge auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und gleichzeitig auch berufsbedingte Belastungen zu berücksichtigen. Inwieweit Belastungen und Benachteiligungen auf Berufsebene über Löhne kompensiert werden, ist eine weitere Forschungsfrage, die in diesem Beitrag aufgegriffen wird.
Ein breit gefächertes Spektrum von beruflichen Informations-, Beratungs- und Orientierungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen und Lebenslagen ist erforderlich, damit bestehende und neue Bildungsangebote genutzt und Chancen im Lebenslauf ergriffen werden können. Gleichzeitig sollen dadurch soziale Benachteiligungen abgebaut und qualifikations-bedingte Probleme auf dem Arbeitsmarkt verringert werden. Der Beitrag beleuchtet Entwick-lungsperspektiven der Bundesagentur für Arbeit (BA) insbesondere aus dem Blickwinkel der beruflichen Beratung und stellt die Grundzüge des neuen BA-Beratungskonzepts vor.
Teilhabe und Selbstbestimmung statt Fürsorge lautet das neue Paradigma, das durch verschiedene Gesetze eine solide rechtliche Basis gefunden hat. Das SGB IX (Sozialgesetzbuch) "Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen" markiert den Beginn einer neuen Phase der behindertenpolitischen Praxis. Von Bedeutung sind insbesondere die Stärkung der Selbstbestimmung durch Wunsch- und Wahlrechte, ein übersichtliches Rehabilitationsrecht und die Beratung und Unterstützung behinderter Menschen durch gemeinsame Servicestellen. Dem im Grundgesetz verankerten Benachteiligungsverbot wird auch durch Forschung und Entwicklung Rechnung getragen. Der Beitrag geht auf die berufliche Teilhabe behinderter Menschen in Ausbildung und Berufsvorbereitung und auf ihre Beschäftigungssituation ein, informiert über wichtige Veränderungen durch das SGB IX und stellt abschliessend die Rolle des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.bibb.de) in der beruflichen Rehabilitation dar, das sich in verschiedenen Projekten und Modellversuchen mit der Verbesserung der Situation behinderter Menschen in Aus- und Weiterbildung und in der Prüfung befasst.
Das Verhältnis von individuellen Kompetenzprofilen und tatsächlicher Kompetenznachfrage innovativer Betriebe ist nach Analysen des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) durch drei massgebliche Fehlentwicklungen gekennzeichnet: 1. gravierende Differenzen zwischen vorhandenen Personalkapazitäten und notwendigen Kompetenzen, 2. hoher Nachentwicklungsaufwand bei den Betrieben, 3. fehlende "mittlere" Kompetenzebene. Diese Faktoren belegen, dass die Kompetenznachfrage innovativer Unternehmen im Ausbildungssystem untergewichtet ist und das vorhandene Ausbildungssystem unzureichend ist, den bestehenden Strukturwandel zu bewältigen. Die Autoren schlagen vor, die Kompetenzlücke nicht allein von "oben" (Hochschulbereich) zu schliessen, sondern auch von unten, d.h. durch die Weiterentwicklung des insbesondere in den gewerblichen Bereichen bewährten dualen Ausbildungssystems auf hohem Niveau. Aus dem Handwerk sind hierzu erste Modellprojekte zu kooperativen Ausbildungsformen bekannt (duale Ausbildung und berufsbegleitendes Studium, Verzahnung von Meister-Lehrgängen und Studieninhalten von Fachhochschul-Studiengängen). Die Benachteiligung von gewerblichen Ausbildungsgängen gegenüber akademischen hat die Ausbreitung derartiger Modelle bisher verhindert.
Seit 1990 muß in den ostdeutschen Ländern ein Teil der Jugendlichen außerbetrieblich ausgebildet werden. Der Beitrag behandelt die Folgen einer außerbetrieblichen Ausbildung für die Jugendlichen (Ausbildungsverlauf, Arbeitsmarktchancen) und die globalen Auswirkungen auf die Verankerung des dualen Systems in Ostdeutschland. Die Probleme der außerbetrieblich ausgebildeten Jugendlichen liegen vor allem in geschlechtsspezifischen Benachteiligungen, berufsbezogenen Kompromissen bei der Einmündung in die Lehre, finanziellen Nachteilen und geringeren Arbeitsmarktchancen. Obwohl für die beiden kommenden Jahre erneut mit einer Steigerung der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zu rechnen ist, wird dafür plädiert, die außerbetriebliche Ausbildung in den neuen Bundesländern einzuschränken, um das duale System nicht weiter zu destabilisieren. Um der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen dennoch nachzukommen, werden alternative Konzepte wie die Einführung einer Umlagefinanzierung für die betriebliche Ausbildung oder die Organisation von Ausbildungsverbünden entwickelt.
Der Beitrag geht der Frage nach, welche Lebensmodelle junge Frauen für sich entwerfen, wie sich ihre Einstellungen zum Beruf und zur Familie verändern und welche Möglichkeiten ihnen der Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt bietet, ihre Lebenskonzepte und -vorstellungen zu realisieren. Es werden Erklärungsansätze für die Entstehungsbedingungen geschlechtsspezifischer Benachteiligungen von Frauen referiert, um vor diesem Erkenntnisstand aktuelle Problemlösungskonzepte zur beruflichen Förderung von Frauen in Ausbildung und Erwerbsarbeit zu diskutieren.
Der Aufsatz versucht, die Komplexität der Zusammenhänge zwischen Jugendkriminalität, Jugendarbeitslosigkeit und Berufsausbildung ansatzweise aufzuzeigen. Dabei wird die Unzulänglichkeit einer statistischen Zusammenhangsprüfung zwischen Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität angesichts der gegenwärtigen Materiallage belegt. Weder die interne noch die externe Validität derartiger formal-statistischer Untersuchungen scheint in hinreichendem Maße gegeben. Es wird die These aufgestellt, daß Arbeitslosigkeit und delinquentes Verhalten zwei Faktoren neben anderen in einem komplexen Feld kumulierender Defizite sind. Diese kumulierte biographische Benachteiligung ist typisch für die Lebenssituation sozialer Randgruppen.
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