Benachteiligtenförderung ist seit langem ein Bestandteil des Berufsbildungssystems. Ursprünglich stand die Frage im Vordergrund, wie für die Jungarbeiter ein sinnvolles Bildungsangebot der Berufsschule entwickelt werden könnte. Später, in den frühen 70er Jahren, sollte das Berufsvorbereitungsjahr die "Problemgruppen" des Berufsbildungssystems aufnehmen. Parallel dazu entstanden die ersten berufsvorbereitenden Lehrgänge, finanziert durch die Bundesanstalt für Arbeit. 1980 begann das sog. "Benachteiligtenprogramm" mit ca. 600 Ausbildungsplätzen in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, bei Bildungsträgern. 1988 wurde das Programm in das AFG übernommen und damit zu einem Regelangebot gemacht. Seit 1982 gehören auch die "ausbildungsbegleitenden Hilfen" zum Unterstützungsangebot für betriebliche Auszubildende. Seit geraumer Zeit tauchen jedoch Fragen bzw. Forderungen nach Optimierung des Fördersystems auf. Gezielte und individuelle Förderung, Optimierung der Lernformen, Verbesserung der sozialpädagogischen Betreuung und Anbindung an die betriebliche Praxis, Zertifizierung erworbener Kompetenzen sind Stichworte, die die aktuelle Diskussion prägen. Der Beitrag geht diesen Entwicklungen nach.
Der Beitrag befasst sich mit der Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen, die weder einen anerkannten Berufsabschluss erworben haben noch sich in einer Ausbildung befinden. Er nennt die Gründe für die Ausbildungslosigkeit, zeigt die Probleme dieser Personengruppen am Arbeitsmarkt auf und untersucht verschiedene Qualifizierungsstrategien. Dargestellt werden verschiedene Möglichkeiten des arbeitsbezogenen Lernens. Am Beispiel des Programmentwurfs "Arbeit und Berufsausbildung kombinieren" werden ausgewählte Kriterien für eine solche Qualifizierung erläutert. Abschließend wird auf ein Vorhaben des BIBB zur berufsbegleitenden Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen hingewiesen, das neben der fachlichen Betreuung von Modellversuchen auf die Förderung von nachgeholten Ausbildungsabschlüssen im Rahmen von Beschäftigung abzielt.
In einem Modellversuch der Handwerkskammer wurden "Arbeitsprojekte" entwickelt und erprobt, die Ausbilder in Handwerksbetrieben bei der Ausbildung von Jugendlichen mit besonderen Lernschwierigkeiten unterstützen. Der Beitrag fasst die grundlegenden mediendidaktischen Überlegungen, die Entwicklungs- und Erprobungsprozesse sowie die Erfahrungen bei der Durchführung der Arbeitsprojekte zusammen.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
Vom Februar 1980 bis zum Juli 1981 ist in der Apparatefabrik Wetzlar der Firma Philips GmbH ein Modellversuch durchgeführt worden. An ihm waren 35 "schwer vermittelbare" junge Frauen beteiligt, die in zwei Gruppen in wöchentlichem Wechsel vormittags bzw. nachmittags im Werk gearbeitet und an der jeweils anderen Tageshälfte an einem waldorfpädagogisch orientierten Förderunterricht teilgenommen haben. Die Teilnehmerinnen hatten Arbeitsverträge als Jungarbeiterinnen. Globales Ziel des Vorhabens war es, eine Alternative zu herkömmlichen berufsvorbereitendenMaßnahmen zu erproben.
Der Schwerpunkt "Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag" innerhalb der Hochschultage zur beruflichen Bildung in Bremen war als Didaktik-Workshop konzipiert, an dem sich Lehrer, Wissenschaftler und Planer, die an speziellen Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag mitwirken, beteiligt haben. Der Tagungsablauf war darauf abgestellt, Projekte für Jungarbeiter aus der Praxis vorzustellen und aus der Diskussion dieser Projekte Fragestellungen und Einschätzungen zu entwickeln.
Um die Situation und die besonderen Probleme von Jugendlichen mit Sonderschulabschluß und Schulabgängern ohneAbschluß (im Vergleich zu Jugendlichen mit Hauptschulabschluß) beurteilen zu können, wurden in einer Vorstudie zumBIBB-Projekt "Vorberufliche und berufliche Bildung für lernbehinderte Jugendliche" Daten aus einer repräsentativen Befragung von 3.565 Jugendlichen an Berufsschulen gesondert ausgewertet. Die Erhebung wurde im Rahmen der Jungarbeiter-Untersuchung des BIBB in allen Bundesländern und in Berlin (West) durchgeführt und diente der Ermittlung bisher fehlender, bundesweit repräsentativer, sozialer, ökonomischer und persönlichkeitsbezogener Daten über berufsschulpflichtige Jugendliche. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.
Der Artikel enthält erste Daten einer derzeit laufenden Auswertung von etwa 3.000 repräsentativ erhobenen Jugendlichen ohne Berufsausbildungsvertrag und rund 500 Auszubildenden. Die endgültigen Ergebnisse dieser bundesweiten Erhebung werden im Laufe des Jahres 1977 vorliegen. Die Erhebung, zugleich Abschluß der analytischen Phase des BBF-Jungarbeiterprojekts, wird detaillierte Analysen der sozialen, ökonomischen und psychologischen Faktoren des Jungarbeiterproblems, des Problems arbeitsloser Jugendlicher, der Faktoren des Abbruchs von Ausbildungsverhältnissenund Daten über ausländische Ungelernte bereitstellen.
ln dem Projekt "Entwicklung und Erprobung von Lernangeboten für Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag" geht das BIBB von dem bisherigen bildungspolitischen Postulat nach einer beruflichen Ausbildung für alle Jugendlichen aus, es bezieht die durch die gegenwärtige Jugendarbeitslosigkeit entstandene Entwicklung ein und versucht auf diesem Hintergrund ein didaktisches Konzept zu entwickeln und in einem Modellversuch zu erproben, mit dessen Hilfe die Zahl der Jungarbeiter auch langfristig gesenkt werden kann.
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