Der Schulversuch »DuBAS – Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen« wurde 2011 an zwei Beruflichen Schulzentren (BSZ) des Freistaats gestartet. Leistungsstarke Schüler/-innen mit Realschulabschluss können innerhalb von vier Jahren die allgemeine Hochschulreife und zugleich einen Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz erwerben. Der Schulversuch wurde am Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken der TU Dresden wissenschaftlich begleitet. Im Beitrag werden vier Jahre nach der Einführung des Ausbildungsgangs erste Erfahrungen aufgezeigt.
Rund ein Viertel aller Auszubildenden in Deutschland befinden sich derzeit in nicht-akademischen Ausbildungsgängen außerhalb des dualen Systems. Dieser Ausbildungsbereich ist nicht nur in Bezug auf rechtliche Grundlagen vielfältig und heterogen. Um welche Ausbildungsgänge handelt es sich? Wo werden sie angeboten? Was kennzeichnet diesen Ausbildungsbereich? Der Beitrag gibt Einblicke in den für Fachkräfte im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen relevanten Ausbildungsbereich und stellt exemplarisch ausgewählte Kennzeichen und Besonderheiten im Vergleich zur Ausbildung im dualen System dar.
In den vergangenen Jahren wurden Fragen der pädagogischen Professionalisierung des Weiterbildungspersonals vielfach diskutiert. Auf der Basis aktueller Ergebnisse des wbmonitor geht der Beitrag der Frage nach, welche Anforderungskriterien Weiterbildungsanbieter aktuell bei der Auswahl von Lehrenden als besonders relevant einstufen. Im Ergebnis zeigt sich, dass zertifizierten pädagogischen Qualifikationen eine eher nachrangige Bedeutung zukommt. Vor allem bedingt durch die strukturelle Heterogenität der Weiterbildungsbranche scheint eine Verständigung auf einheitliche Zugangsvoraussetzungen zu Lehrtätigkeiten in der Weiterbildung kaum realisierbar.
Der Studiengang Master of Science in Berufsbildung wird seit 2007 am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB IFFP IUFFP in der Schweiz angeboten. Er zielt darauf ab, Spezialistinnen und Spezialisten auszubilden, die die Berufsbildung in der Schweiz sowie im internationalen Kontext weiterentwickeln. Der Beitrag stellt den Entstehungshintergrund des Studiengangs, dessen Zielsetzung und sein Profil vor. Zudem wird aufgezeigt, welche Studierenden vom Studiengang angesprochen werden und in welchen Funktionen und Bereichen die Absolventinnen und Absolventen dieses spezialisierten Curriculums tätig sind.
Aufgrund der demografischen Entwicklung hin zu einer Gesellschaft des längeren Lebens bei gleichzeitiger Abnahme der Zahl an erwerbsfähigen Erwachsenen in Deutschland werden die Anforderungen an die Pflegeberufe weiter steigen. Erforderlich sind daher angemessene und flexible Qualifizierungswege, die auf die zukünftigen Pflegebedarfe und die entsprechenden Angebote ausgerichtet sind. Eine dazu im Jahr 2010 eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat Anfang 2012 ein Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe vorgelegt, auf dessen Grundlage ein neues Pflegeberufegesetz entstehen soll. Dies findet vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen mit dem Ziel statt, die Zugangsvoraussetzungen zu den Pflegeberufen anzuheben. Im Beitrag werden Kernaussagen des Eckpunktepapiers vorgestellt und hinsichtlich ihrer Zukunftsorientierung diskutiert.
Für Berufe, an deren Ausübung besonders hohe gesellschaftliche Anforderungen gestellt werden, hat der Gesetzgeber den Zugang durch rechtliche Regelungen beschränkt (reglementierte Berufe). Die Liste der BerufeNet-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit weist insgesamt über 400 reglementierte Berufe aus. Die Reglementierung von Berufen durch das Statuieren von Berufsqualifikationen als Zugangsvoraussetzung dient dem Zweck, Bürgerinnen und Bürger vor nicht ausreichend qualifizierten Dienstleistern zu schützen. Dies betrifft vor allem Berufe aus den Bereichen Gesundheit, Vermögenssorge und Rechtsberatung, Baugewerbe, Ingenieurtätigkeiten und Fahrzeugtechnik. Wegen des Schutzes der vorgenannten Rechtsgüter ist ein Großteil der medizinischen Berufe reglementiert. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Fachkräftemangels im medizinischen Bereich sind es gerade auch diese Berufe, die bei der gegenwärtigen Debatte um die Anerkennung nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) eine zentrale Rolle spielen.
In die Diskussion zur Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems werden in letzter Zeit verstärkt Konzepte einer Modularisierung der Ausbildung eingebracht. Neben einer Modularisierung unter curricularen Gesichtspunkten wird auch eine Modularisierung unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten diskutiert, die auf die jeweilige Einzelzertifizierung von Teilqualifikationen ausgerichtet ist. Der Beitrag plädiert für die Beibehaltung der ganzheitlichen Form der Beruflichkeit und des beruflichen Handelns im Rahmen des Berufskonzepts und wendet sich gegen eine äußere Differenzierung durch eine gestufte, modulare Ausbildungsstruktur. Genutzt werden sollten vielmehr die bereits vorhandenen Möglichkeiten der inneren Differenzierung zwischen den Berufsbildern, der Ausbildungsintensität, der Vermittlungsbreite und -tiefe und der Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Ausbildungsberufe. Ferner ist geplant, Ausbildungsgänge mit praktisch-technischem Schwerpunkt zu schaffen, die strukturell auf der gleichen Ebene wie die anderen Facharbeiterqualifikationen angesiedelt sind. Die Ausbildung in diesen Berufen soll bereits ab 1997 möglich sein.
Es wird eine internationale Konferenz der OECD zur Thematik 'Zertifizierung beruflicher Qualifikationen und Arbeitsmarkt' ausgewertet mit dem Ziel, Anregungen für eine Weiterentwicklung beruflicher Zertifikate in der Bundesrepublik zu erhalten. Dabei werden die Wechselwirkungen zwischen Zertifizierungssystem und Arbeitsmarkt auf internationaler Ebene diskutiert. In diesem Zusammenhang wird der Verwendungswert von Zertifikaten behandelt. Insgesamt gesehen bietet das in der Bundesrepublik Deutschland verwendete System im internationalen Vergleich durchaus Vorteile. Es wird aber empfohlen, die hier skizzierten Zusammenhänge verstärkt zu beachten und mit Hilfe von Szenarios mögliche Entwicklungen und Strategien der Einflussnahme der Bundesrepublik auf die berufliche Zertifizierung im EG-Raum zu beschreiben.
Die Externenprüfung ist eine Möglichkeit für Erwerbstätige, einen qualifizierten Berufsabschluss auch ohne reguläre Ausbildung zu erwerben. Zur systematischen Vorbereitung auf diese Kammerprüfung werden - meist berufsbegleitend - Lehrgänge von unterschiedlichen Trägern angeboten. Um detaillierte Informationen über die Struktur der Kurse und deren Teilnehmer zu erhalten, wurden vom Bundesinstitut für Berufsbildung eine Bestandsaufnahme der angebotenen Kurse und ergänzende schriftliche Befragungen der Bildungseinrichtungen durchgeführt. In dem Beitrag wird ein Überblick über die Struktur der Vorbereitungslehrgänge, die Teilnahmevoraussetzungen für den Lehrgangsbesuch sowie Probleme der Anbieter bei der Durchführung gegeben.
Die Externenprüfung ist eine im Berufsbildungsgesetz vorgesehene Möglichkeit, den Abschluß eines Ausbildungsberufeszu erwerben, ohne eine reguläre Berufsausbildung durchlaufen zu haben. Untersucht werden externe Prüfungsteilnehmer im Bereich von Industrie und Handel anhand der Daten von elf Kammern. Die Analyse ergibt unter anderem, daß der Prüfungserfolg regulärer und externer Teilnehmer sich nur unwesentlich unterscheidet; der Prüfungserfolg mit zunehmendem Alter leicht abnimmt; die Externenprüfung sich abhängig vom Beruf sowohl als betriebliches Rekrutierungsinstrument als auch als Instrument individuellen Aufstiegs deuten läßt und vor allem von Männern zu diesem Zwecke eingesetzt wird.
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