Bei der Konzeption der neuen Rahmen- und Länderlehrpläne für die Pflegeausbildung wurde das curriculare Prinzip der Situationsorientierung erstmals konsequent umgesetzt. Lehrpersonen sind nun gefordert, sowohl schulinterne Curricula als auch den Unterricht entlang beruflicher Handlungssituationen zu gestalten. Im Forschungsprojekt TUD-Sylber-BBS-Teilprojekt 4 wurden im Rahmen der vom BMBF geförderten Qualitätsoffensive Lehrerbildung sowohl berufliche Handlungssituationen eruiert als auch berufliche Kernaufgaben identifiziert, um situationsbezogenen Unterricht empirisch zu fundieren. Im Beitrag werden das Vorgehen im Projekt und ausgewählte Ergebnisse vorgestellt. Abschließend werden didaktische Implikationen diskutiert.
Das öffentlich diskutierte Phänomen Industrie 4.0 fasst technologische Entwicklungen für Produktion und Logistik der Zukunft zusammen. Für die berufliche Bildung gilt es, daraus die Folgen hinsichtlich Qualifikationsanforderungen, Kompetenzentwicklung sowie Qualifizierungsmöglichkeiten abzuschätzen, neue Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. In diesem Beitrag wird geklärt, was unter Industrie 4.0 im Kontext der beruflichen Bildung verstanden werden kann, was Studien der Qualifikationsforschung hierbei zu leisten vermögen und welche Aufgaben für die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung vor diesem Hintergrund weiterverfolgt werden sollten.
Die laufende Reform der kaufmännischen Grundbildung in der Schweiz wurde mit einem klaren Bekenntnis zur 'Einheitslehre' gestartet. Vorausgegangen waren umfangreiche Untersuchungen in Form von Tätigkeits- und Szenarioanalysen, die zeigten, dass es sehr wohl einen 'Kern' von kaufmännischen Tätigkeiten gibt, welche die Mehrheit der Branchen teilen. Dennoch sind auch markante Unterschiede zwischen den Branchen feststellbar, die sich künftig noch verstärken könnten. Der Beitrag fasst Verfahren und Ergebnisse zusammen und skizziert den heute vorliegenden Entwurf einer neuen Verordnung, mit dem ein Kompromiss zwischen Branchenforderungen nach mehr Flexibilität, der Umsetzbarkeit angesichts der kleinräumigen Strukturen auf Schulseite und dem Wunsch nach branchenübergreifender Mobilität der angehenden Kaufleute gesucht wird.
Das Verfahrensmodell besteht aus vier Teilen: "Problemaufriß", "Fallstudien", "repräsentative Tätigkeitsanalysen" und "Auswertung und Curriculumerarbeitung". Der Problemaufriß wurde bereits in früheren Veröffentlichungen dargestellt.Nach ersten praktischen Erfahrungen mit den Teilen I und II wird nun in diesem Beitrag - nach kurzer Einführung in dasgesamte Verfahrensmodell - der zweite Teil, "Leitfaden für die Durchführung von Fallstudien in Arbeitssituationen zur Ermittlung beruflicher Lerninhalte", einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die Arbeiten am dritten Teil stehen vor dem Abschluß.
Zur Ermittlung von Berufstätigkeiten dienen Arbeitsanalysen, was jedoch Im Hinblick auf die Gewinnung von Informationen zur Curriculumentwicklung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Sie liegen in der Auswahl der zu untersuchenden Arbeitsplätze und der Vorgehensweise bei der Arbeitsanalyse, die eine nahezu umfassende Darstellung der Berufstätigkeiten ermöglichen soll und sich nicht auf die Ermittlung handwerklicher Tätigkeiten beschränken darf. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Fortschreibung bestehender Arbeltsplatzbedingungen. Am Beispiel des Tätigkeitsbereichs "Anlagenführer" wird trotzdem versucht, ein praktikables Instrumentarium zur umfassenden Analyse der Berufstätigkeiten vorzustellen, das sowohl die der arbeitswissenschaftlichen Methodik eigene "mikroskopische" Vorgehensweise als auch "makroskopische" Elemente enthält.
Dem gesetzlichen Auftrag des BBF folgend, Grundlagen für eine geordnete und einheitliche Berufsausbildung vorzubereiten und die Berufsbildung an die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernisse und deren Entwicklung anzupassen, ist es Aufgabe der Forschungshauptabteilung 3 des BBF, die Neuordnung von Ausbildungsgängen systematisch anzugehen. Laut Forschungsprogramm des BBF 1975/77 sieht daher dieForschungshauptabteilung 3 zur Entwicklung neuer Ausbildungsordnungen vier Arbeitsschritte vor: 1. Problemaufriß (Problemanalyse), 2. Durchführung von Tätigkeitsanalysen als Fallstudien, 3. Tätigkeitsanalysen auf repräsentativer Basis, 4. curriculare Aufbereitung. Dieser Beitrag befaßt sich mit der Problemanalyse.
Der Analyse der Arbeitssituation des Menschen wird in jüngerer Vergangenheit zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet.Der Entwicklungsstand entsprechender Instrumente deckt nicht alle derzeit bestehenden Interessen. ln Abhängigkeit von eindeutiger Zieldefinition scheinen Bedürfnisse an einem Analyseinstrument zu bestehen, das den üblichen Testgütekriterien entspricht und in einem Mindestmaß von Kompatibilität interdisziplinär verwendbar ist. Ein entsprechender Versuch für den Bereich der Berufsbildungsforschung wird unter theoretischen und methodischenGesichtspunkten erstmals skizzenhaft vorgestellt.
Tätigkeitsanalysen sollten eine der wesentlichen Grundlagen für die Entwicklung beruflicher Curricula sein. Das ergibt sich aus der Forderung der Curriculumforschung, bei der Curriculumentwicklung an die konkreten Lebenssituationenanzuknüpfen. Akzeptiert man als Ziel der inhaltlichen Reform der Berufsbildung die wissenschaftsorientierteQualifizierung der Aus- und Weiterzubildenden, dann müssen auch die Kategorien und Methoden, mit denen durch Tätigkeitsanalysen berufliche Bildungsinhalte ermittelt werden, wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Die wichtigsten Ansprüche legt die Verfasserin in diesem Aufsatz dar, um im folgenden einige traditionelle arbeitswissenschaftliche Autoren daraufhin zu untersuchen, ob die von ihnen vorgeschlagenen Analyseverfahren den genannten Ansprüchen gerecht werden und damit von Nutzen sind für die Berufsbildungsforschung.
Der Beitrag konzentriert sich auf die operationalen Voraussetzungen zur Weiterentwicklung beziehungsweise Neuformulierung arbeitsanalytischer Ansätze im Rahmen der Planung und Entwicklung beruflicher Curricula. Die Notwendigkeit von Analysen als einer Eingangsgröße - neben "autonomen Bildungszielen" und Prognosen - wird als unverzichtbar gesehen. Es wird vorgeschlagen, aus vorhandenen unterschiedlichen Ansätzen ein interdisziplinäres Instrumentarium für die Analyse von Arbeitssituationen von "Leit-Arbeitsplätzen" zu entwickeln, die dem weitest fortgeschrittenen technologischen und organisatorischen Stand entsprechen. Ein einfacher Verfahrensvorschlag wird eingebracht, wonach eine solche Planung erfolgen könnte.
Die Aufgabenstellung der Berufsbildungsforschung wird daraufhin geprüft, inwieweit für verschiedene FragestellungenErkenntnisse und Methoden der Arbeitswissenschaft auf Grund analoger Ansätze grundsätzlich anwendbar erscheinen.Die Möglichkeiten eines besonderen Beitrages der Arbeitswissenschaft und der in ihr vertretenen Disziplinenzur Analyse und Prognose beruflicher Qualifikation wird diskutiert. Es werden weitere Ansatzpunkte der Arbeitswissenschaft für sonstige Felder der Berufsbildungsforschung und der beruflichen Bildung angedeutet,insbesondere im Bereich der Entwicklung von Curricula.
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