Fast jeder zehnte der rd. 387.000 Auszubildenden Ostdeutschlands hatte Ende des Jahres 2002 einen Ausbildungsplatz, der über die Bund-Länder-Ausbildungsplatzprogramme Ost gefördert wurde. Sie sind seit den 90er Jahren zentraler Bestandteil der staatlichen Ausbildungsförderung in Ostdeutschland. Eine Evaluierung der Programme der Jahre 1996 bis 1999 durch das BIBB führte zu einer Neuorientierung. Ziel einer weiteren Evaluierung war es, einen genaueren Überblick über den Erfolg dieser Neustrukturierung der Programme zu ermöglichen. Im Beitrag werden die Ergebnisse nach einem Jahr Laufzeit des Ausbildungsplatzprogramms Ost 2002 vorgestellt.
Ausserbetriebliche Ausbildungsplatzprogramme für marktbenachteiligte Jugendliche gehören zum Kernstück der Ausbildungsförderung in Ostdeutschland. 1996 einigten sich Bund und neue Länder auf eine betriebs- und wirtschaftsnähere Neukonzeption der gemeinsam finanzierten Ausbildungsplatzprogramme. Da diese Förderprogramme bis 2004 fortgesetzt werden sollen, wurde das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom BMBF beauftragt, für den Förderzeitraum 1996 bis 1999 eine Evaluierung der Bund- Länder- Ausbildungsplatzprogramme Ost vorzunehmen. Die landesspezifische Ausgestaltung der Förderprogramme und deren Wirksamkeit sollte untersucht werden. In dem Beitrag werden der Stellenwert, wichtige Aspekte der Neukonzeption und grundlegende Strukturdaten der evaluierten Programme dargestellt. Es folgen Hinweise zur Wirksamkeit und eine Darstellung der Empfehlungen zur geplanten Weiterführung der Programme. Diese zielen darauf, die Förderangebote stärker an der Zielgruppe zu orientieren, eine stärkere regionale Abstimmung des Programms mit anderen Massnahmen der Ausbildungsförderung sowie beteiligter Institutionen und Akteure vorzunehmen und schliesslich eine stärkere Finanzierungsbeteiligung der Betriebe in den betriebspraktischen Phasen der Ausbildung zu überlegen.
Im Jahre 1999 ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den neuen Berufen wieder um mehr als 50 Prozent gestiegen. Nahezu 30.000 Jugendliche erhielten einen Vertrag in einem der 31 Berufe, die seit 1996 geschaffen wurden. Es zeigt sich insgesamt, dass die neuen Berufe ein erhebliches Ausbildungspotenzial vor allem in den Bereichen Informationstechnologie, Medien und Verkehr erschlossen haben. Der Frauenanteil in den neuen Berufen ist eher unterdurchschnittlich (28 Prozent), die informationstechnischen Berufe wurden sehr häufig von Realschülern und Abiturienten gewählt (nahezu die Hälfte haben das Abitur oder die Fachhochschulreife).
Im April 1996 startete im Bundesinstitut für Berufsbildung das Vorhaben "Erarbeitung gemeinsamer deutsch-chinesischer Berufsbildungsmaterialien und -medien". Der Beitrag informiert über die zwei Arbeitsschwerpunkte des Projekts, die sich mit der Entwicklung eines interaktiv nutzbaren Informationssystems zur Berufsbildung in Deutschland und China und mit Medientransfer und interkulturellem Lernen befassen.
Die schwierige Arbeitsmarktlage in Ostdeutschland wirkt sich nachhaltig auf den beruflichen Einstieg von ausgelernten Berufsanfängern einer betrieblichen Berufausbildung aus, so dass selbst Berufsanfängern mit guter Schulbildung und fachlicher Qualifikation ein erfolgreicher Berufseinstieg nicht möglich ist. In dem Beitrag werden Ergebnisse einer BIBB-Befragung von rund 650 Ausbildungsabsolventen aus den neuen Bundesländern zur beruflichen Situation und zum Berufsverlauf in den Jahren 1996 und 1997 vorgestellt. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Erfolg oder Misserfolg der beruflichen Einstiegsphase in hohem Maße von der Realisierung einer ausbildungsgerechten Anschlussbeschäftigung abhängt. Das Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit soll auch dazu beitragen, den Übergang Jugendlicher von Ausbildung in Beschäftigung zu erleichtern.
Teamfähigkeit von Auszubildenden soll bereits in der Ausbildung eingeschätzt und gezielt gefördert werden. Im Rahmen eines Modellversuchs des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde ein "Flexibles Inventar zur Einschätzung und Förderung des Teamverhaltens" (TEAM-FIT) entwickelt, das nun in einem überbetrieblichen Transfer erprobt und evaluiert wird. Das Instrumentarium besteht aus vier Modulen, die das allgemeine Teamverhalten innerhalb der Ausbildung, die Integration der Auszubildenden in eine betriebliche Gruppe, das Teamverhalten zwischen Gruppennormen und Veränderungsprozessen und das Führungsverhalten von Ausbildern im Hinblick auf ihren Umgang mit den Auszubildenden während der Gruppenarbeit erfassen.
Zu selten spielen die betrieblichen Ressourcen der Aus- und Weiterbildung eine aktive Rolle bei der Reorganisation. Dabei verfügt die betriebliche Berufsbildung über Kompetenzen, die sie für eine Schlüsselfunktion in diesen Prozessen prädestinieren, wie wir im Modellversuch 'Berufsbildung als Instrument strategischer Unternehmensführung (BISU)' anhand von mehreren Teilprojekten, die in zwei Modellversuchsbetrieben durchgeführt werden, zeigen. Der Artikel beschäftigt sich unter dem Stichwort 'Facharbeiter 2000' mit den jeweils betriebsspezifischen und übereinstimmenden Strategien einer zukunftsbezogenen Facharbeiterqualifizierung, die auf den vorhandenen Potentialen konsequent aufbaut, neue hinzugewinnt und flexibel auf wechselnde Anforderungen reagiert.
Auf Initiative des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit den Firmen AUDI AG Ingolstadt, BMW AG Dingolfing und Fa. Mann und Hummel GmbH Marklhofen ein Konzept erarbeitet, so dass besonders leistungsfähige Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss in einem insgesamt dreijährigen Bildungsgang sowohl den Abschluss einer beruflichen Erstausbildung als auch die Fachhochschulreife erwerben können. Der Modellversuch hat im Herbst 1994 an den Standorten Ingolstadt und Dingolfing begonnen und endet voraussichtlich im Sommer des Jahres 1999. Bisher sind die Ausbildungsberufe Industriemechaniker und Energieelektroniker daran beteiligt. Es ist geplant, den Modellversuch auch für andere Berufe bzw. Berufsfelder zu öffnen. Der Beitrag beschreibt die Zielsetzungen, die Erwartungen und erste Ergebnisse aus der Sicht der am Modellversuch beteiligten Firmen und des Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung, Abteilung Berufliche Schulen.
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