Wird die berufliche Bildung in Europa angesichts der Informatisierung der Gesellschaft, der Polarisierung des Arbeitsmarkts, des allgemeinen Trends zur Höherqualifizierung sowie der zunehmenden Bedeutung allgemeiner Kompetenzen immer mehr zum Randphänomen? Oder erlebt die berufliche Bildung durch die Etablierung höherer Berufsbildung sowie vereinte politischen Anstrengungen gegen Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel, wie etwa die Europäische Ausbildungsallianz, künftig eine Renaissance? Der Beitrag präsentiert derzeit in Europa diskutierte Szenarien zur Zukunft der Berufsbildung, die im Rahmen eines Cedefop-Projekts entwickelt wurden.
Deutschland zeichnet sich im internationalen Vergleich durch eine geringe Jugendarbeitslosigkeit aus. Dies wird häufig auf die praxisnahe (duale) Ausbildung zurückgeführt. Doch wie gelingt jungen Menschen der Einstieg in den Arbeitsmarkt und somit die Integration ins Erwerbsleben? Auf der Basis von Mikrozensusdaten wird im Beitrag ihre berufliche Integration etwa zwei Jahre nach erfolgreichem Berufs- bzw. Hochschulabschluss analysiert.
Der Beitrag untersucht mittels explorativer Auswertungen von Verwaltungsdaten, wie Wiener Jugendlichen der Berufseinstieg nach einer dualen Ausbildung gelingt. Dabei werden auch der Verbleib im Ausbildungsbetrieb bzw. in der Ausbildungsbranche sowie Arbeitsplatzwechsel und die weitere Erwerbs- und Einkommenskarriere in Abhängigkeit von der Beendigung des Lehrverhältnisses im Lauf der ersten drei Jahre betrachtet. Ziel ist somit, die kurz- bis mittelfristige Arbeitsmarktintegration nach einer Lehrlingsausbildung quantitativ zu untersuchen.
Der Brexit ist eingeläutet, die Folgen der Finanzkrise noch nicht überstanden und der Umgang mit Flüchtlingen sowie eine anhaltend hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen Mitgliedstaaten verlangen die Einigkeit der Europäischen Union mehr denn je. Doch die EU steckt in einer Krise und ihr Ansehen ist derzeit nicht sehr positiv. Vor diesem Hintergrund werden im Beitrag die Einstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener aus acht europäischen Ländern zur EU untersucht. Dabei stehen vor allem die Themen Jugendarbeitslosigkeit und Flüchtlinge im Mittelpunkt. Abschließend werden Einstellungen und Engagement deutscher Jugendlicher und junger Erwachsener sowie mögliche Einflussfaktoren darauf genauer betrachtet.
Vor dem Hintergrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südwesteuropa hat das Goethe-Institut 2012 die Initiative »Mit Deutsch in den Beruf« auf den Weg gebracht. Ziel der Initiative ist es, durch nationale Maßnahmen, die den Bedingungen und Bedürfnissen des jeweiligen Gastlandes Rechnung tragen, jungen Europäerinnen und Europäern Einblick in die Arbeitswelt zu ermöglichen und sie beim Übergang von der Schule zur Ausbildung zu unterstützen. Im Beitrag wird das Projekt Unternehmen Deutsch vorgestellt, das in diesem Sinne Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen initiiert.
Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat für Erwerbspersonen auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen großen Wert. Sie verringert das Risiko von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung gegenüber Personen ohne Berufsabschluss. Solche Durchschnittsbetrachtungen sind wichtig, sie verschleiern jedoch auch die teils große Varianz innerhalb der Gruppe beruflich Qualifizierter. Ziel des Beitrags ist es, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt berufsspezifisch zu analysieren. Dies erfolgt auf der Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, die umfassende Möglichkeiten bietet, Erträge auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und gleichzeitig auch berufsbedingte Belastungen zu berücksichtigen. Inwieweit Belastungen und Benachteiligungen auf Berufsebene über Löhne kompensiert werden, ist eine weitere Forschungsfrage, die in diesem Beitrag aufgegriffen wird.
In vielen Regionen Deutschlands fehlt zunehmend Fachkräftenachwuchs. Gleichzeitig ist die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Staaten sehr hoch. Zur Abmilderung dieser Situation wurden bereits vor einigen Jahren Programme vorbereitet, die jungen Menschen aus diesen EU-Regionen eine Berufsausbildung in Deutschland ermöglichen und somit eine berufliche Zukunft bieten sollten. Im Beitrag wird über Erfahrungen und Lehren aus einem von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) geförderten Begleitprojekt zur Integration junger Spanier/-innen berichtet, die 2013 nach Thüringen kamen.
Im Memorandum zur Berufsbildungskooperation von 2012 wurde von sieben europäischen Ländern beschlossen, in der Berufsbildung stärker miteinander zu kooperieren, um der Jugendarbeitslosigkeit und dem Fachkräftemangel in Europa zu begegnen. Mittlerweile sind die Kooperationen in allen Partnerländern angelaufen. Hierbei sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowohl bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Kooperation als auch in der Art und Geschwindigkeit bei der Implementierung zu beobachten. Basierend auf den Erfahrungen der Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation GOVET im BIBB wird im Beitrag nach zwei Jahren ein erstes Zwischenfazit gezogen.
Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Allerdings profitieren nicht alle Personengruppen gleichermaßen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Vor allem unter den Arbeitslosen aus dem Rechtskreis des SGB II gibt es eine fatale Tendenz zur Verstetigung von Exklusion. Dies ist besonders problematisch, wenn die Exklusion vom Arbeitsmarkt junge Menschen am Beginn ihrer Erwerbsbiografie trifft. Im Beitrag wird das Pilotprojekt »ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser« in Sachsen vorgestellt und untersucht, welchen Beitrag es leisten kann, den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Verlust an Beschäftigungsfähigkeit und Qualifikationsverschleiß zu durchbrechen.
Ein fehlender Berufsabschluss erhöht das Risiko, arbeitslos zu werden und dauerhaft zu bleiben. Ziel des Bremer Modellvorhabens »Nachqualifizierung als Vorbereitung auf die Externenprüfung (NQVorE)« ist es, nicht ausreichend formal qualifizierte Arbeitslose über eine gezielte Nachqualifizierung zu einem anerkannten Berufsabschluss zu führen. Im Beitrag werden Erfahrungen mit individuell auf die Bedarfe der Adressaten ausgerichteten Kompetenzüberprüfungen und Nachqualifizierungsmaßnahmen vorgestellt und diskutiert.
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