Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Aus- und Fortbildung sollen die gleichen Berufs- und Einkommenschancen eröffnet werden wie jenen mit einer Bachelorausbildung! Das ist die Kernforderung der »Initiative für Gleichstellung und Attraktivität beruflicher Bildung«. Sie fordert, die Einordnung dieser Qualifikationen im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auch bildungs- und tarifrechtlich nachzuvollziehen. Dadurch soll ein Stück Bildungsgerechtigkeit hergestellt und einem Mangel an hoch und praxisnah qualifizierten Fachkräften entgegengewirkt werden. Hintergründe und Forderungen der Initiative werden im Beitrag vorgestellt.
Der Beitrag behandelt die bevorstehende Reform der Pflegeausbildung: die Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung sowie eine Erstausbildung auf Hochschulniveau. Auf der Basis von Daten einer im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH durchgeführten Verbleibstudie werden im Beitrag mögliche Implikationen für die pflegerische Versorgung diskutiert. Hintergrund sind Befunde zur retrospektiven Einschätzung und zur weiteren Berufsorientierung von Absolventinnen und Absolventen zu den beiden neuen Ausbildungsformen.
Die geplante Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für die deutsche Wirtschaft führt gegenwärtig zu intensiven Diskussionen über die Auswirkungen auch auf die Berufsausbildung. Der Beitrag versucht, mögliche Wirkungen der Einführung eines Mindestlohns auf die Ausbildung abzuschätzen.
Mit dualen Studiengängen hat sich ein Erfolg versprechendes Ausbildungsmodell an der Schnittstelle von beruflicher und hochschulischer Bildung etabliert. Das Angebot an Hochschulen und die Nachfrage bei Betrieben und Studierenden ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Es gibt kaum noch ein größeres Unternehmen, welches keine dualen Studienplätze anbietet. Doch aus welchen Gründen engagieren sich Betriebe in dualen Studiengängen und was macht dieses Studienmodell so erfolgreich? Im November 2012 führte das BIBB eine Online-Befragung bei 280 Unternehmen durch, die sich an dualen Studiengängen an Fachhochschulen beteiligen. Die in diesem Beitrag vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass duale Studiengänge attraktive Rekrutierungsinstrumente für die Betriebe darstellen, obwohl ihr qualitatives Potenzial möglicherweise noch nicht ausgeschöpft ist.
Die Wurzeln systematischer beruflicher Erwerbsqualifizierung in Europa lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Dies wurde für das deutsche Ausbildungsmodell in der BWP-Ausgabe 3/2013 kurz nachgezeichnet. In Österreich und in der Schweiz hat die duale Ausbildung eine ähnlich lange Tradition und musste sich im Laufe der Zeit auch ähnlichen Zwängen der Anpassung an sozioökonomische, technische und arbeitsorganisatorische Umbrüche unterziehen. Doch während in Deutschland eher ausdauernd über Reformen und die Zukunftsfähigkeit des dualen Ausbildungssystems diskutiert wird, zeigen die beiden Nachbarländer, in welcher Weise Veränderungspolitik auf diesem Gebiet die Modernisierung und Attrakti vität dieses Modells der Erwerbsqualifizierung weiter zu fördern vermag. Der Beitrag beschreibt die wesentlichen Schritte berufsqualifizierender Reformpolitik in Österreich und in der Schweiz und versucht so deutlich zu machen, welche Handlungsoptionen für die Stabilisierung dualer Berufsausbildung auch in Deutschland bestünden.
Die Berufsschullehrerausbildung ist an den Hochschulstandorten sehr unterschiedlich. Obwohl KMK-Rahmenbedingungen existieren, verfolgt jeder Standort ein eigenes Profil, sodass einzelne Studiengänge trotz des Bologna-Prozesses kaum miteinander vergleichbar und auch Anrechnungen beruflicher Kompetenzen bei einem Wechsel des Studienstandorts nur schwer realisierbar sind. Vieles spricht dafür, für die Ausbildung der Lehrkräfte übergreifende Standards zu erarbeiten, mit der die wissenschaftliche Qualität des Studiums abgesichert und die Attraktivität eines Berufsschullehrerstudiums gesteigert werden kann. Hierzu werden im Beitrag Ansätze und Konzepte vorgestellt. Eine konsequente Ausgestaltung beruflicher Fachrichtungen ist dafür die entscheidende Voraussetzung.
Von Kritikern des dualen Systems wird immer wieder geäußert, dass die deutsche Lehrlingsausbildung aufgrund ihrer Starrheit dem raschen Strukturwandel hinterherhinke und deshalb stark an Attraktivität eingebüßt habe. Als Wege zu mehr Flexibilität und Praxisnähe in der dualen Ausbildung bieten sich vor allem zwei Wege an: 1. die weitere Flexibilisierung des Berufskonzepts durch die Schaffung dynamischer Qualifikationsprofile und 2. die engere Verbindung von beruflicher Aus- und Weiterbildung, die durch das Instrument der Zusatzqualifikation erreicht werden kann. Zusatzqualifikationen leisten jedoch nur dann einen Beitrag zur Flexibilisierung der dualen Ausbildung, wenn ihr Erwerb sowohl im Interesse der Auszubildenden als auch der Unternehmen liegt. Das erfordert ihre konsequente Ausrichtung an den realen Qualifikationsanforderungen der Betriebe und des Arbeitsmarktes. Der Beitrag erörtert Aufgaben und Schwerpunkte von Zusatzqualifikationen, organisatorische Modelle zum Erwerb dieser Qualifikationen, ihre Zertifizierung sowie praktische Erfordernisse zur verstärkten Einführung von Zusatzqualifikationen.
Duale Qualifizierungswege und Studiengänge verbinden Ausbildung, Studium und Praxis und eröffnen den Teilnehmern positive Beschäftigungsaussichten. Sie tragen so dazu bei, Bildungs- und Beschäftigungssystem zu verbinden und das Bildungsstreben des einzelnen zu fördern. Anhand von dualen Modellen aus der Praxis wird in dem Beitrag auf Stand und Perspektiven dieser Entwicklung, aber auch auf ungelöste Innovationsprobleme eingegangen. Abschließend wird ein bildungspolitisches Resümee gezogen, in dem die Autoren die Erweiterung und Ausgestaltung des bisher noch geringen Angebots an praxisorientierten Studiengängen insgesamt als Beitrag zur Steigerung der Attraktivität beruflicher Bildung begrüßen, gleichzeitig aber auf die restriktiven Bedingungen und damit verbundene Probleme hinweisen.
Im Zuge der Diskussion um die Attraktivität des dualen Systems stellt sich die Frage, ob eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung eine Alternative zur Lehre darstellt. Dazu wurden Absolventen und Absolventinnen stärker besetzter Berufsrichtungen und, zur Ergänzung, höherer Handelsschulen nach ihren beruflichen Zielen, der Einschätzung ihrer Ausbildung und dem Übergangsverlauf befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass je nach Fachrichtung schwerpunktmäßig unterschiedliche Ziele und Qualifikationserwartungen mit dem Berufsfachschulbesuch verknüpft wurden. Der Übergangsverlauf an der zweiten Schwelle stellt sich im Vergleich mit Absolventen des dualen Systems nicht schlecht dar. Dass der Besuch der Berufsfachschule als Ersatz für eine Ausbildung im dualen System herhalten musste, geben insgesamt nur fünf Prozent der Befragten an. Eine Konkurrenz zur betrieblichen Ausbildung oder Warteschleifenfunktion lässt diese Befragung nicht erkennen. Vielmehr stellt die Berufsfachschule ein ebenso qualifiziertes wie qualifizierendes Angebot bereit, das ihren Absolventen anderweitig offensichtlich nicht zur Verfügung steht.
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