Rezension zu: Wirksamkeit der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung. Beiträge zur Wirkungsforschung und Evidenzbasierung. Nationales Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (NFB), Karen Schober, Judith Langner (Hrsg.). W. Bertelsmann, Bielefeld 2017
Rezension zu: Bernd Käpplinger, Rosemarie Klein, Erik Haberzeth (Hrsg.): Weiterbildungsgutscheine. Wirkungen eines Finanzierungsmodells in vier europäischen Ländern. W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2013
Seit 1997 kann in vier neuen IT-Berufen ausgebildet werden. Das Interesse von Betrieben und Auszubildenden an diesen Berufen ist groß, wie die enorme Entwicklung der Ausbildungszahlen zeigt. Trotzdem steht die Frage, ob und wie das Potential dieser Berufe noch besser ausgeschöpft werden kann und welche Anforderungen an die Prüfungspraxis zu stellen sind. Vom Bundesinstitut für Berufsbildung wurde deshalb ein Evaluationsprojekt (1999-2002) gestartet. Aus dieser ersten Studie zu den IT-Berufen und den Reaktionen aus der Praxis lassen sich schon jetzt einige Vorschläge für weitere Aktivitäten von Betrieben, Verbänden und staatlichen Stellen ableiten, die in dem Beitrag dargestellt werden.
Eine vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 1999 in Auftrag gegebene Evaluationsstudie untersucht Fragen zur Akzeptanz und Umsetzung der vier neuen IT-Berufe. Auftragnehmer ist das Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) der Universität Flensburg. Die vorliegenden Ergebnisse der Studie basieren auf der Befragung von Betrieben und Auszubildenden und einer ergänzenden Erhebung und Auswertung zum Bedarf und Angebot an IT-Fachkräften. Erste Ergebnisse zeigen, dass ein grosser Bedarf an IT-Fachkräften mit dualer Berufsausbildung besteht. Als Hauptgründe für die Ausbildung werden von den Betrieben die eigene Nachwuchsförderung und der Fachkräftebedarf angegeben. Neben der grundsätzlichen Akzeptanz finden die neuen IT-Berufe in ihrer Struktur nur bedingt die Zustimmung der Betriebe. Die Auszubildenden bewerten Niveau und Umfang der Ausbildungsinhalte eher als zu niedrig. Das neue Prüfungskonzept lässt Anlaufschwierigkeiten erkennen. Probleme werden besonders in der Organisation und der objektiven Bewertung der neuen "Betrieblichen Projektarbeit" gesehen. Der Beitrag gibt abschliessend erste Empfehlungen zur Weiterentwicklung der IT- Berufe.
Vorgestellt werden ausgewählte Ergebnisse einer schriftlichen Befragung von Betrieben zu den neugeordneten Büroberufen. Einbezogen waren Betriebe, die ausgebildet haben, zur Zeit ausbilden oder entsprechend qualifizierte Fachkräfte beschäftigen. Die Evaluation soll Aufschluss darüber bringen, ob und inwieweit Intentionen und Ziele der Neuordnung der Büroberufe in der Ausbildungspraxis umgesetzt werden. Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Büroberufe insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe und den Dienstleistungsbereich attraktiv sind.
Der Beitrag berichtet über die ersten Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), das die Möglichkeiten von Bildungscontrolling als Planungs- und Steuerungsinstrument der betrieblichen Weiterbildung untersucht. Im Rahmen des Referenz-Betriebs-Systems (RBS) wurden rund 1.700 Betriebe zu den Konzepten befragt, die sie zur Verbesserung ihrer betrieblichen Weiterbildung heranziehen. In den meisten Betrieben sind entweder allein qualitätssichernde Verfahren oder diese in Kombination mit Evaluation bedeutsam. Bildungscontrolling kommt dagegen in der Regel nicht ausschließlich, sondern nur im Zusammenhang mit anderen Konzepten vor. Dennoch greifen Betriebe in ihrer betrieblichen Weiterbildungsarbeit vielfach auf Elemente des Bildungscontrollings zurück. Ermittelt wurde, welche Elemente des Bildungscontrollings (Kostenerfassung, Planung, Bewertung, Nutzen/Transfer) angewandt werden, und wie die Betriebe die Funktion und Bedeutung des Bildungscontrollings einschätzen.
Nach Jahren einer unverständlichen, wenn auch erklärbaren Zurückhaltung gegenüber computerunterstütztem Lernen (CAL) in beruflichen Schulen - Betriebe waren, wenn auch mit pädagogisch wenig anspruchsvollen Konzeptionen, mal wieder Vorreiter von Innovationen - scheint sich ein Wandel abzuzeichnen. Berufliche Schulen wenden sich jetzt vereinzelt diesem den klassischen Unterricht ergänzenden Medium zu. Diese Phase ist aber von einer doppelten Unsicherheit gekennzeichnet: Zum einen sind CAL-Konfigurationen zu entwickeln, die dem Anspruch handlungsorientierten Lernens gerecht werden, was nicht leicht zu bewerkstelligen ist, und zum anderen weiß man noch nicht, wie ein computerunterstützter Unterricht in der Berufsausbildung zu konzeptionieren und in seiner Leistungsfähigkeit zu beurteilen ist. Beidem soll der Modellversuch "Optimierung von Lernprozessen in ausgewählten Fachklassen der technischen Berufsfelder durch neue Formen der Lernorganisation und Nutzung interaktiver Medien sowie damit verbundener Differenzierungsmöglichkeiten" (OLLI) dienen.
Weiterbildungsberatung hat in den ostdeutschen Bundesländern viel Resonanz als Orientierungshilfe bei den Bürgern gefunden. Sie unterstützt auch die Entwicklung und Umsetzung regionaler Bildungs-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik. Der Beitrag skizziert den Aufbau personenbezogener Weiterbildungsberatung durch Landes- und Bundesinitiativen. Ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickeltes Dokumentationsverfahren für Beratungsgespräche wird in seinen Grundzügen dargestellt. Ergebnisse aus der Arbeit der Beratungsstellen geben Aufschluss über die Struktur der Ratsuchenden, über inhaltliche Schwerpunkte der Beratungsgespräche und Trends in der Weiterbildungsberatung.
Einige Jahre nach den Neuordnungen wichtiger Ausbildungsberufe wie z.B. den Metall- und Elektroberufen, den Büroberufen und dem Kaufmann im Einzelhandel stellt sich die Frage, ob sich die Neuordnungen in der Praxis bewährt haben. Der Beitrag fasst grundlegende Überlegungen zur Systematisierung von Evaluationsprojekten im Bereich der Ausbildungsordnungsforschung zusammen und enthält einen Kriterienkatalog zur Evaluation von Ausbildungsordnungen. Die erarbeiteten Kriterien beziehen sich auf die Materialien der Evaluation (Gestaltungsmerkmale), den betrieblichen Vermittlungsprozess (Anwendungsmerkmale), die Prüfungen (Erfolgsmerkmale) sowie auf Verwertungs- und bildungspolitische Merkmale. Der Kriterienkatalog bietet eine grobe Orientierung für die Durchführung von Evaluationsprojekten und soll in dem Forschungsprojekt "Evaluation der Ausbildungsordnung Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel" exemplarisch erprobt werden.
Wissenschaftliche Begleitung von Modellversuchen in der Berufsbildung unterliegt einer doppelten Zielsetzung: Einerseits soll sie Entscheidungshilfen für Probleme der Praxis geben, die bei der Beantragung der jeweiligen Modellversuche eine Rolle gespielt haben, andererseits soll sie als Begleitforschung Erkenntnisse über die untersuchten Handlungssysteme liefern. Die Forschung befindet sich somit in einem Dilemma zwischen Handlungsmotivierung, d.h. handlungsorientierter Evaluation, und Distanzverpflichtung eines Gutachtens, d.h. summativer Evaluation. Bei der wissenschaftlichen Begleitung des 1994 ausgelaufenen Modellversuchs zur Selbstqualifizierung von Ausbildern bei der Klöckner Stahl AG Bremen haben sich einige Gesichtspunkte herauskristallisiert, die auf ein neues Konzept der responsiven Evaluation hinauslaufen. Die responsive Evaluation wird durch die Interessen der Gruppen gesteuert, die aktiv am Projekt beteiligt oder sonst davon betroffen sind. Ihre Informationsinteressen, Anliegen und Konfliktthemen sind zugleich die Steuerungskriterien der Evaluation.
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