Zwischen dem 16. März und dem 8. Juni 2020 war der Präsenzunterricht auf der Tertiärstufe aufgrund der Corona-Pandemie schweizweit untersagt. Um den Fortbestand des Unterrichts an höheren Fachschulen sicherzustellen, war ein sofortiger Übergang zum Fernunterricht und damit verbunden ein rasches und flexibles Umdenken der Lehrpersonen notwendig. Angesichts dieser Herausforderung geht der Beitrag der Frage nach, wie Lehrpersonen die Umstellung auf den Fernunterricht erlebten, und untersucht, welche Kompetenzen für einen erfolgreichen Fernunterricht besonders wichtig waren.
Das neue Berufsbildungsgesetz soll das Ablegen einer Prüfung vor einer Kammer in einem anerkannten Ausbildungsberuf für nicht im dualen System Ausgebildete erleichtern. Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich Ausbildungen mit Berufsabschluss an Berufsfachschulen (BFS) neben dem dualen System bisher entwickelt haben, und stellt Überlegungen zur Neustrukturierung dieser Erstausbildungen mit höheren zu erwartenden Verwertungschancen an. Fazit: Eine eindeutige Profilierung der Berufsfachschulen ist unabdingbar, aber erst eine weit greifende Reform des Bildungswesens könnte die Reibungsverluste an den gegenwärtigen diversen Schnittstellen und damit ein Steckenbleiben junger Menschen vor Erreichen einer Berufsausbildung deutlich verringern.
Im OECD-Bericht "Education at a Glance" (Bildung auf einen Blick) von 2004 weisen - basierend auf dem Mikrozensus 2002 - Erwerbspersonen mit dualer Berufsausbildung in allen Altersgruppe höhere Erwerbslosenraten auf als Erwerbspersonen mit einem Berufsfachschulabschluss (je nach Altersgruppe +2 Prozent bzw. +3 Prozent) Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Sind sie auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurückzuführen, oder werden Personen verglichen, die sich systematisch in arbeitsmarktrelevanten Merkmalen unterscheiden? Mit der vereinfachten Zulassung von Berufsfachschulabsolventen zur Kammerprüfung sind nach dem neuen Berufsbildungsgesetz diese Fragen von besonderem Interesse. Auf Basis des Mikrozensus 2003 wird in dem Beitrag aufgezeigt, wie sich Absolventen der unterschiedlichen Systeme (duales System, Berufsfachschulen) hinsichtlich ihrer Erwerbschancen unterscheiden, wenn vergleichbare Bedingungen geschaffen werden. Die Analysen geben keine Hinweise darauf, dass es systematische Unterschiede im Erwerbslosigkeitsrisiko zwischen Absolventen einer dualen Berufsausbildung und vollqualifizierender BFS gibt, die auf die spezifische Form der Ausbildung (Schule vs. Betrieb) zurückzuführen sind. Auf den ersten Blick vermeintlich erkennbare Unterschiede beruhen auf Selektivitätseffekten: unterschiedliche Bildungsniveaus und unterschiedliche Berufsbereiche sowie Ost/West-Unterschiede, die das Arbeitsmarktrisiko maßgeblich beeinflussen.
Stellt der Besuch einer voll qualifizierenden Berufsfachschule eine vollwertige Alternative zur Ausbildung im dualen System dar? Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung nach. 1250 Absolventen von Berufsfachschulen, die 1994 ihren Berufsabschluss erworben haben, wurden über ihren Berufsweg befragt. Einbezogen waren die Berufsbereiche naturwissenschaftliche Assistenten, kaufmännische Assistenten und personenbezogene Dienstleistungsberufe sowie Abgänger von höheren Handelsschulen. In dem Beitrag werden Ergebnisse zu den Erfahrungen von Absolventen vier Jahre nach Abschluss der Ausbildung vorgestellt, zudem wird von einem Erfahrungsaustausch zwischen Alt- und Neuabsolventen berichtet sowie die mit dem Bildungsgang verbundenen Chancen aus der Sicht der ausbildenden Schulen eingeschätzt.
Im Zuge der Diskussion um die Attraktivität des dualen Systems stellt sich die Frage, ob eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung eine Alternative zur Lehre darstellt. Dazu wurden Absolventen und Absolventinnen stärker besetzter Berufsrichtungen und, zur Ergänzung, höherer Handelsschulen nach ihren beruflichen Zielen, der Einschätzung ihrer Ausbildung und dem Übergangsverlauf befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass je nach Fachrichtung schwerpunktmäßig unterschiedliche Ziele und Qualifikationserwartungen mit dem Berufsfachschulbesuch verknüpft wurden. Der Übergangsverlauf an der zweiten Schwelle stellt sich im Vergleich mit Absolventen des dualen Systems nicht schlecht dar. Dass der Besuch der Berufsfachschule als Ersatz für eine Ausbildung im dualen System herhalten musste, geben insgesamt nur fünf Prozent der Befragten an. Eine Konkurrenz zur betrieblichen Ausbildung oder Warteschleifenfunktion lässt diese Befragung nicht erkennen. Vielmehr stellt die Berufsfachschule ein ebenso qualifiziertes wie qualifizierendes Angebot bereit, das ihren Absolventen anderweitig offensichtlich nicht zur Verfügung steht.
Bei Erwerbstätigen mit unterschiedlichem berufsbildenden Abschluß, von der betrieblichen Lehre bis zum Hochschulabschluß, wird die Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit untersucht. Dabei ergibt sich eine Rangfolge der Zufriedenheit, die der Rangfolge der Abschlußniveaus entspricht. Die Ausgangshypothese des Beitrags besteht darin, daß die größere Zufriedenheit verheißenden Vorteile des höheren gegenüber dem geringeren Abschluß, genauer gesagt, das daraus resultierende Gefälle der Zufriedenheit der eigentliche Motor des Wechsels von Absolventen der betrieblichen Berufsausbildung an die Hochschule und damit letztlich auch eine Ursache des Facharbeitermangels ist. Die untersuchten Daten entstammen der BIBB/IAB-Erwerbstätigenbefragung. Die Ergebnisse werden nach vier Abschlußniveaus gegliedert: Lehr-, Fachschul-, Fachhochschul- und Hochschulabschluß. Die geringere Zufriedenheit der jüngeren gegenüber den älteren Abschlußjahrgängen wird als strukturelle Veränderung im Erwerbssystem gedeutet: Die jüngeren Erwerbstätigen sind nicht per se unzufriedener als die älteren, sondern sie finden im Durchschnitt weniger günstige Bedingungen vor.
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