Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Da das Angebot an Ausbildungsstellen trotz steigender Bewerberzahlen seit 1992/93 kontinuierlich gesunken ist, wurde das Ausbildungsverhalten der westdeutschen Betriebe zu einem Befragungsschwerpunkt im IAB-Betriebspanel 1995. Mit den Ergebnissen dieser Arbeitgeberbefragung zum 30.06.1995 ist es möglich, das faktische Potential an Ausbildungsbetrieben der Wirtschaft und der Verwaltungen im Ausbildungsjahr 1994/95 differenziert nach Branchen und Betriebsgrößenklassen abzubilden. Der Beitrag stellt die Ausbildungsaktivitäten der Betriebe von 1993 bis 1997 nach Betriebsgrößen dar und beschreibt das Ausbildungsangebot der Betriebe. Eingegangen wird auch auf die Zahl der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge, die Nichtbesetzung von Ausbildungsstellen, die Anzahl der erfolgreichen Ausbildungsabschlüsse und Übernahmequoten sowie die Maßnahmen der Betriebe zur Anbindung ihrer Auszubildenden an den Betrieb.
In den neuen Ländern sind seit 1992 zunehmend mehr junge Erwachsene nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung ohne Beschäftigung. Meldeten sich nach vorsichtigen Schätzungen 1992 16 Prozent, 1993 24 Prozent und 1994 27 Prozent aller neu ausgebildeten Fachkräfte unmittelbar nach Lehrende arbeitslos, so stieg diese Quote im Jahr 1995 auf über ein Drittel. Im Westen lag sie 1995 bei ca. 19 Prozent. Auch für 1996 ist kaum mit einer Verbesserung der Arbeitsmarktchancen ostdeutscher Ausbildungsabsolventen zu rechnen.
Betriebe sind in Deutschland die quantitativ bedeutsamsten Träger beruflicher Weiterbildung. Um mehr über diesen wichtigen Weiterbildungssektor zu erfahren, wurde Infratest Sozialforschung vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft mit der Untersuchung 'Betriebliche Weiterbildung' beauftragt, die 1994 abgeschlossen wurde. Der Beitrag behandelt drei inhaltliche Schwerpunkte: Aspekte der Bedarfsermittlung und Planung betrieblicher Weiterbildung, Zusammenhänge zwischen arbeitsplatzbezogenen Rahmenbedingungen und der Weiterbildungsteilnahme sowie Ansätze zur Erfolgsbeurteilung und Qualitätskontrolle betrieblicher Weiterbildung. Abschließend werden Trends der betrieblichen Weiterbildung skizziert.
Die beruflichen Vollzeitschulen haben eine wichtige Funktion sowohl für die Berufsvorbereitung als auch für die Ausbildung, hier insbesondere im Bereich der Gesundheitsdienstberufe. Die Ausführungen befassen sich mit den quantitativen und strukturellen Veränderungen der Vollzeitschulen seit Beginn der 80er Jahre und beziehen sich auf das Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr, die Berufsfachschulen, die Kollegschulen in Nordrhein-Westfalen und die berufsvorbereitenden Förderlehrgänge der Bundesanstalt für Arbeit. Tabellarisch dargestellt sind die Schülerzahl, die angestrebten Übergänge in eine duale Ausbildung und die Schülerzahl in Schulen des Gesundheitswesens.
Vor dem Hintergrund der 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes von 1993 wurden Untersuchungen zur Situation arbeitsloser Aussiedler/-innen sowie zur Angebotspraxis der Bildungsträger durchgeführt. Insgesamt haben sich die Ausgangsbedingungen für eine berufliche und soziale Integration von Aussiedlern erheblich verschlechtert. Kosteneinsparungen und die 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes gefährden ihre berufliche Integration. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind besonders Angehörige von Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Akademiker und Frauen. Um den Eingliederungsprozess von Aussiedlern in die Berufs- und Arbeitswelt wirksam zu unterstützen, müsste eine langfristig angelegte Förderpolitik stabile Finanzierungsgrundlagen zur Verbesserung sprachlicher und beruflicher Fähigkeiten schaffen.
Im Ausbildungsjahr 1994 ist ein Mangel an Ausbildungsplätzen offenkundig geworden, der aufgrund der strukturellen Umbrüche im Industrie- und Dienstleistungsbereich auch in den kommenden Jahren bestimmend bleiben dürfte. Es stellt sich daher die Frage, ob der öffentliche Dienst seiner politischen Verantwortung für die Bereitstellung von (zusätzlichen) Ausbildungsplätzen nachkommt. Zunächst wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber überprüft. Da sich ihre Ausbildungsleistungen anhand der amtlichen Statistiken über die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im öffentlichen Dienst nicht hinreichend bewerten lassen, werden eigene Berechnungen angestellt, die belegen, dass die Ausbildungsquoten deutlich unter denen der gewerblichen Wirtschaft liegen. In Anbetracht der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber kritisiert, weil ihre Haltung die krisenhaften Tendenzen im Berufsbildungssystem eher verstärkt als ihnen beispielhaft entgegenzuwirken.
Dargestellt werden ausgewählte Ergebnisse einer Befragung von Ausbildern in Klein- und Mittelbetrieben des Handwerks, die 1994 im Bundesland Oberösterreich im Rahmen eines universitären Projektseminars durchgeführt wurde. Die Befragung erfolgte mittels standardisierter Interviews. An einer Stichprobe von 227 nebenberuflichen Ausbildern wurden Daten über deren Arbeits- und Berufssituation erhoben, wobei sich die Fragestellungen der Studie im besonderen auf Rollenverständnis, Zufriedenheit, Motivations- und Frustrationsauslöser, Qualifikation und Selbstbild konzentrierten.
Wissenschaftliche Begleitung von Modellversuchen in der Berufsbildung unterliegt einer doppelten Zielsetzung: Einerseits soll sie Entscheidungshilfen für Probleme der Praxis geben, die bei der Beantragung der jeweiligen Modellversuche eine Rolle gespielt haben, andererseits soll sie als Begleitforschung Erkenntnisse über die untersuchten Handlungssysteme liefern. Die Forschung befindet sich somit in einem Dilemma zwischen Handlungsmotivierung, d.h. handlungsorientierter Evaluation, und Distanzverpflichtung eines Gutachtens, d.h. summativer Evaluation. Bei der wissenschaftlichen Begleitung des 1994 ausgelaufenen Modellversuchs zur Selbstqualifizierung von Ausbildern bei der Klöckner Stahl AG Bremen haben sich einige Gesichtspunkte herauskristallisiert, die auf ein neues Konzept der responsiven Evaluation hinauslaufen. Die responsive Evaluation wird durch die Interessen der Gruppen gesteuert, die aktiv am Projekt beteiligt oder sonst davon betroffen sind. Ihre Informationsinteressen, Anliegen und Konfliktthemen sind zugleich die Steuerungskriterien der Evaluation.
Im Frühjahr 1994 befragte das Institut für Pädagogik und Gesellschaft, Münster, im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung Schulabgänger des Jahres 1994 aus Sekundarstufe I, Gymnasien und berufsbildenden Schulen in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nach ihren gewünschten Bildungswegen. Aus dem Sek-I-Bereich antworteten 8.140 Schüler, aus den Gymnasien kamen 3.925, aus berufsbildenden Schulen 3.818 auswertbare Antworten. Dabei bleibt die Orientierung der Schulabgänger in Richtung einer anschließenden Berufsausbildung nahezu konstant. Der Beitrag geht weiterhin auf die beruflichen Präferenzen der Schulabgänger ein, die eine betriebliche Berufsausbildung beginnen wollen, und stellt fest, dass der Ausbildungswunsch in hohem Maße vom erwarteten Schulabschluß bestimmt wird.
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