Der Beitrag präsentiert Teilergebnisse einer Schweizer Längsschnittstudie zur beruflichen Entwicklung überdurchschnittlich begabter Lehrlinge. Die 2004 gestartete Studie hat das Ziel, die Entwicklung beruflicher Leistungsexzellenz zu erklären. Dazu werden Begabungsprofile, Person- und Umweltmerkmale und ihr Einfluss auf die Leistungsexzellenz ermittelt. Im Mittelpunkt stehen die Schlüsselqualifikationen. Beruflich begabte Lehrlinge erzielen in drei Bereichen herausragende Schlüsselqualifikationen: in den berufspraktischen und allgemein bildenden Kenntnissen und Fertigkeiten, im selbstständigen Denken und in Arbeitstugenden wie Gewissenhaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein oder Kritikfähigkeit. Besonders auffallend sind die ausgeprägten Geschlechtsunterschiede. Beruflich begabte weibliche Lehrlinge schätzen ihre Schlüsselqualifikationen zwar signifikant schlechter ein als ihre männlichen Kollegen, doch erzielen sie im Urteil der Lehrmeister hervorragende und damit deutlich bessere Ergebnisse.
In einer empirischen, qualitativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden Erwerbstätige aus sechs verschiedenen Berufsbereichen nach typischen und wichtigen Alltagssituationen gefragt, in denen Anforderungen an soziale Kompetenz eine Rolle spielen. Die geschilderten beruflichen Alltagssituationen gliedern sich in Kontakt- und Kommunikationssituationen, Kooperationssituationen, Problemsituationen und Konfliktsituationen. Der Beitrag nennt Beispiele für typische Anforderungen an die soziale Kompetenz in den einzelnen Arbeitssituationen und diskutiert eine Definition, die Bedeutung und die Geschlechtsspezifik von sozialer Qualifikation. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Problemen und Möglichkeiten der Vermittlung sozialer Qualifikation in der Aus- und Weiterbildung.
Die Probleme, die in den vergangenen Jahren am Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt für Jugendliche aufgetreten sind, haben die Einstellung der Auszubildenden zu Berufsausbildung und Arbeit nicht beeinträchtigt. Nach der Repräsentativstudie des BIBB von 1985 bei rund 1.000 Auszubildenden und einer Vergleichsgruppe von rund 300 fertigen Fachkräften äußern sich 90% der befragten Jugendlichen zufrieden über ihre Ausbildung. Die Zufriedenheit ist im Laufe der letzten Dekade sogar noch gestiegen. Die Jugendlichen üben aber auch Kritik. Zu wenig Wert wird in den Augen der Jugendlichen gelegt auf Umgang mit neuen Technologien, Kreativität, Eigeninitiative und Kritikfähigkeit. Zuviel Wert liegt auf den sogenannten Arbeitstugenden: Pünktlichkeit, Bereitschaft und Unterordnung, Ordnungssinn und Disziplin. Für die Zeit nach der Ausbildung sieht ein Drittel der Jugendlichen kaum Chancen, Arbeit im erlernten Beruf zu finden. Mittelfristig befürchten Auszubildende jedoch kaum Arbeitslosigkeit oder beruflichen Abstieg: nur 2% rechnen damit, 5 Jahre nach der Ausbildung arbeitslos oder als ungelernter Arbeiter beschäftigt zu sein. Ein Leben ohne Arbeit ist für das Gros der Jugendlichen nicht vorstellbar.
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