Vor allem für Ausbilder besteht eine der gravierenden Konsequenzen ihrer Aufgabe, nun 'Kompetenzen' entwickeln zu sollen, darin, einen Rollen -und Haltungswechsel vornehmen zu müssen. Der Wechsel von einem Unterweiser hin zu einem Lernprozessbegleiter ist jedoch mit wesentlichen Veränderungen der bisherigen Maßstäbe und Zielbilder verbunden. Diese werden hier herausgearbeitet. Es wird deutlich: Die Grundhaltung der 'Lernprozessbegleitung' ist offenbar nicht nur für den Bereich der Erstausbildung bedeutsam, sondern darüber hinaus für alle Felder der (beruflichen) Bildung und sollte daher in all diesen Anwendung finden.
Im Bereich des Handwerks fehlte es bislang daran, dem erfahrungsgeleiteten Lernen in der Ausbildung einen systematischen Stellenwert zu verschaffen. Der Modellversuch "Ausbildung der Kompetenzen für erfahrungsgeleitetes Lernen im Handwerk am Beispiel des Friseurberufs" leistet dazu einen Beitrag. Mit dem Friseurhandwerk als Gegenstand der Arbeitsforschung wurde Neuland betreten, da personenbezogene Dienstleistungsarbeit lange Zeit nicht als "Arbeit" im eigentlichen Sinne verstanden wurden und deshalb im Vergleich zur industriellen Produktionsarbeit in weit geringerem Ausmaß arbeitswissenschaftlich erforscht sind. Der Artikel zeigt die Bedeutung erfahrungsgeleiteten Lernens "am Menschen" angesichts sich wandelnder Anforderungen an personenbezogene Dienstleistungen auf und stellt Maßnahmen zur konkreten Umsetzung in der Ausbildung vor.
Das Konzept der Erlebnispädagogik findet seit einiger Zeit auch Eingang in die berufliche Bildung. Lag zu Anfang der 80er Jahre ein Akzent berufspädagogischen Interesses an Erlebnispädagogik auf der Frage nach Eingliederungshilfen für schwächere Auszubildende, so tritt sie in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Management-Weiterbildung auf. Neue Berührungspunkte zeichnen sich in Modellversuchen ab, die das dezentrale Lernen in den Mittelpunkt stellen. Der Beitrag beschreibt verschiedene Formen der Erlebnispädagogik, erläutert ihre Grundelemente und geht auf die Vorteile ihrer Integration in die berufliche Bildung ein.
Dass die betrieblichen Einsatzplätze wichtige, ja durch eine Lehrwerkstatt gar nicht ersetzbare Lernmöglichkeiten bieten, wird immer deutlicher erkannt, aber immer noch zu wenig genutzt. Berufliche Handlungsfähigkeit als übergeordnetes Ausbildungsziel kann nur durch eine optimale Vernetzung systematisch-didaktisierten Lernens (meist in der Lehrwerkstatt) und aufgabenbezogenen Lernens in betrieblichen Realsituationen erreicht werden. Eine Voraussetzung dafür ist die Erschliessung der betrieblichen Arbeitsplätze als Lernplätze. Dadurch werden die 'Inhaber' dieser Arbeitsplätze meist Facharbeiter, in eine pädagogische Verantwortung gestellt, auf die sie in der Regel nicht vorbereitet sind. In einem Modellversuch, den die BAYER AG durchführt, wird ein arbeitsplatzbezogenes Qualifizierungskonzept erprobt, das die nebenberuflichen Ausbilder in die Lage versetzen soll, diese Aufgabe deutlicher zu sehen und mit den Mitteln, die ihnen inhaltlich, organisatorisch und zeitlich an ihrem Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, produktiv zu bewältigen. Eine Folge von sieben Seminaren, verbindende Aufgabenstellungen und die dabei institutionalisierte Kooperation mit den hauptberuflichen Kollegen sind die wesentlichen strukturellen Komponenten dieses Modellversuchs.
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.