Rezension zu: Berufsbildung, eine Renaissance? Motor für Innovation, Beschäftigung, Teilhabe, Aufstieg, Wohlstand. Peter Schlögl u.a. (Hrsg.), W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2017.
The original purpose of the International Standard Classification of Education (ISCED) was solely to facilitate standardised international comparisons of statistics across education systems. Over the course of decades it proved so useful that, more recently, it has also been invested with an evaluative function and treated as a reference standard which informs the development of new qualifications, qualification frameworks or entire education systems. Nevertheless, it only gives a limited reflection of the reality within education systems and the diversity of existing qualifications, and even the new version of ISCED approved at the end of 2011 in no way alters that fact. The aim of the article is therefore to understand the underlying basis of the ISCED classification and the comparative scales and values that may be used to map a qualification to a level. Ambiguities mainly arise at the point where a qualification’s valence, in the sense of rigour and complexity of content, justifies the mapping of a qualification to a particular level.
In Deutschland ist mit Bezug zu dem 2008 beschlossenen European Qualifications Framework (EQF) ein Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) entwickelt und Anfang 2012 von den Spitzenvertretern von Bund, Ländern und Sozialpartnern verabschiedet worden. In der BWP wurden bereits verschiedene Fragen aufgegriffen, die im Zuge der Umsetzung des DQR von Interesse sind. Dieser Beitrag befasst sich mit einem anderen Aspekt, nämlich mit der globalen Entstehung von Qualifikationsrahmen und der Frage, wie und aus welchen Motiven heraus Qualifikationsrahmen entwickelt wurden. Dabei zeigt sich, dass sie weltweit als Antwort auf grundlegende Reformbedarfe an Arbeitsmärkten und in Bildungssystemen entstanden sind. Die Probleme, Widerstände und Konstruktionsformen von Qualifikationsrahmen anderer Länder bieten dabei einen Erfahrungsschatz, auf den die europäischen Länder bei der Entwicklung ihrer nationalen Qualifikationsrahmen zurückgreifen können.
Die International Standard Classification of Education (ISCED) diente ursprünglich nur der Erstellung standardisierter, international-vergleichender Statistiken über Bildungssysteme. Erst im Laufe der Jahrzehnte hat sie sich als so nützlich erwiesen, dass ihr mittlerweile auch eine bewertende Rolle zugesprochen wird und sie als ein Standard gilt, an dem sich die Entwicklung neuer Qualifikationen, Qualifikationsrahmen oder ganzer Bildungssysteme orientiert. Trotzdem spiegelt sie die Realität in Bildungssystemen und die Vielfalt existierender Qualifikationen nur bedingt wider, woran auch die Ende 2011 verabschiedete Neufassung der ISCED nichts ändert. Ziel des Beitrags ist es daher, nachzuvollziehen, auf welcher Basis die ISCED beruht und mithilfe welcher Vergleichsmaßstäbe und Wertvorstellungen die Zuordnung einer Qualifikation zu einem bestimmten Niveau erfolgt. Dabei zeigen sich Unklarheiten vor allem dort, wo die Wertigkeit im Sinne von inhaltlicher Komplexität und Anspruch die Zuordnung einer Qualifikation zu einer bestimmten Niveaustufe rechtfertigt.
In Kanada trägt der konsequente Ausbau von Durchlässigkeit im Bildungs- und Beschäftigungssystem seit Jahren erheblich zu landesweit hohen Bildungs- und Beschäftigungsquoten bei. Dabei ist weniger der formale Weg zu einer Qualifikation entscheidend, als vielmehr die Demonstration von Kompetenzen, die in zahlreichen Verfahren zur Feststellung und Validierung von Lernleistungen unter Beweis gestellt werden können. Der Beitrag liefert eine Übersicht dieser Aktivitäten und fokussiert dann auf den Ausbildungsbereich ‚Red Seal Program‘, der u. a. vielfältige Möglichkeiten zur Anerkennung von Kompetenzen bietet. Trotz ähnlicher Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Leistungsfeststellung besteht der zentrale Unterschied zu deutschen Anerkennungsverfahren in der Logik, mit der die Leistungsfeststellung in Kanada umgesetzt wird.
Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine zentrale bildungs- und arbeitsmarktpolitische Herausforderung. Potenzial zur Fachkräftesicherung stellen u. a. Personen mit im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen dar, denn sie sind aufgrund fehlender Anerkennung in Deutschland meist gar nicht oder unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt. Um diesem Problem Rechnung zu tragen, wurde Ende März 2011 ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüssen verabschiedet. Damit sollen ausländische Abschlüsse und Qualifikationen für den Einzelnen besser verwertbar gemacht werden. Der Beitrag stellt die geplanten Neuerungen der aktuellen Anerkennungssituation in Deutschland gegenüber und hinterfragt, inwiefern sie die derzeitigen Probleme bei der Anerkennung lösen können.
Bei der Untersuchung von Ausbildungsabbrüchen wird der Blick häufig einseitig auf den Jugendlichen gerichtet und die Beteiligung anderer Personen wie Ausbilder und Berufsschullehrer ausser Acht gelassen. Die Einflussfaktoren einer Vertragslösung werden dadurch von vornherein zulasten des Auszubildenden eingeschränkt. Ein Projekt des Westdeutschen Handwerkskammertages verfolgt einen Ansatz, der diesen Defiziten Rechnung trägt. Ergebnisse und Inhalte zum Projekt ("Ziellauf - Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen") sind unter www.uni-karlsruhe.de/-tdi erhältlich.
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