Die Ermittlung von Ausbildungsbetriebsquoten gehört zum festen Repertoire der quantitativen Analyse betrieblicher Ausbildungsleistungen. Ob das angesichts unterschiedlicher Betriegrößen zu rechtfertigen ist, wird mittels empirischer Daten und einzelner Fallbeispiele untersucht. Ergebnis ist, das unter bildungspolitischem Aspekt Ausbildungsbetriebsquoten nur begrenzte Rückschlüsse auf die quantitativen Ausbildungsleistungen und Ausbildungsplatzreserven zulassen. Im Beitrag werden die Unterschiede zwischen Ausbildungsquoten und Ausbildungsbetriebsquoten erläutert und an Beispielen illustriert.
Die Vertragslösungsraten gehören zu den bekanntesten Kennziffern der betrieblichen Berufsausbildung. Anlässlich ihrer veränderten Berechnung für den Berufsbildungsbericht werden die Vorzüge der neuen Methode gegenüber anderen Verfahren, ihre Abhängigkeit von einer angemessenen Erfassung der neuen Verträge sowie die Grenzen ihrer Aussagekraft diskutiert.
Der Beitrag befasst sich mit den Ursachen der Konzentration der Jugendlichen auf einzelne Ausbildungsberufe mit besonderem Blick auf die geschlechtsspezifische Konzentration und betrachtet abschliessend einige Folgen der unterschiedlichen Verteilung. Die Verteilung von Frauen und Männern auf die Berufe der dualen Berufsausbildung hängt bei den männlichen Jugendlichen in ausgeprägtem Masse von den Entwicklungen des Ausbildungsstellenmarktes ab und ist in erster Linie Ergebnis des unterschiedlichen Nachwuchsbedarfs der Wirtschaft. Für weibliche Jugendliche gilt das kaum. Ihre hohe Konzentration auf wenige Berufe ist von konjunkturellen Einflüssen weitgehend unabhängig und seit Anfang der 80er Jahre annähernd gleichgeblieben. Die Hochschulberechtigten verteilen sich im langjährigen Vergleich auf zunehmend weniger Berufe. Das Gegenteil gilt für ausländische Jugendliche, ihre Verteilung auf Berufe nähert sich der der Jugendlichen insgesamt an. Die stark abnehmende Erwerbsbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten und die den Jugendlichen damit zuwachsenden Berufswahlchancen werden die berufliche Konzentration erheblich ansteigen lassen, sofern keine Anstrengungen unternommen werden. Die Erweiterung des Berufswahlspektrums für weibliche Jugendliche wird dann unausweichlich sein.
Die beruflichen Schulen lassen sich unter dem Aspekt der Ausbildungsbeteiligung zwei Typen zuordnen. Zum einen Typ zählen das Berufsgrundbildungsjahr, das Berufsvorbereitungsjahr und die Berufsfachschulen. Ihre Ausbildungsbeteiligung schwankt zyklisch mit der Veränderung von Angebot und Nachfrage in der betrieblichen Ausbildung. Zum anderen Typ, dessen Ausbildungsbeteiligung im Untersuchungszeitraum fast durchgehend zunimmt, gehören die Fachschulen, die Schulen des Gesundheitswesens, die Fachgymnasien, technischen Oberschulen, Kollegschulen und Fachoberschulen. Deren stete Zunahme wird im Beitrag näher untersucht und auf eine sich ändernde Bewertung beruflicher Bildungswege zurückgeführt.
Vor anderthalb Jahrzehnten, in den Jahren 1982 bis 1986, stand das berufliche Bildungssystem vor ähnlichen Herausforderungen, wie sie gegenwärtig angesichts einer angespannten Lehrstellensituation zu bewältigen sind. Der Beitrag untersucht die Entwicklung des Übergangs von den allgemeinbildenden Schulen in die betriebliche Berufsausbildung unter den Bedingungen wachsender Schulentlassjahrgänge und steigender Arbeitslosigkeit. Die Veränderungen der Übergangsquoten (Anteile eines Jahrgangs, die in eine betriebliche Berufsausbildung einmünden) im Zeitverlauf, Bildungsbereitschaft und Übergangsverhalten sowie der Übergang einzelner Gruppen (Ausländer, Frauen) werden betrachtet. Beide Krisen am Lehrstellenmarkt, die gegenwärtige wie die der Jahre 1984/85 resultieren aus einer ähnlichen Problemkonstellation: Ein demographisch bedingter Anstieg der Schulentlassjahrgänge und hohe Arbeitslosigkeit. Betroffen von den negativen Veränderungen sind vor allem schulisch geringer qualifizierte Jugendliche, Ausländer und Frauen.
Anhand der Berufsbildungsstatistik wird die Entwicklung und Akzeptanz kürzerer Ausbildungen untersucht. Darunter fallen hier zweijährige Ausbildungsberufe, Verkürzungen aufgrund schulischer Vorbildung und die ersten Stufen der Stufenausbildungsberufe. Die Ergebnisse belegen bei jedem der untersuchten Phänomene eine zum Teil beträchtliche Abnahme. Daraus wird auf eine fallende Akzeptanz kürzerer Ausbildungen seitens der Jugendlichen und der Unternehmen geschlossen.
Erörtert werden die zentralen Behauptungen der Anmerkungen von B. Reubens in einem Beitrag dieses Zeitschriftenheftes, in dem sie die unvollständige Nutzung der Mikrozensusdaten kritisiert und die Verwendbarkeit der Daten und Methoden in Frage stellt. Der Autor weist auf die unterschiedlichen Ansätze und Ziele bei der Bewertung des Zahlenmaterials hin, die zwangsläufig zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Ein wesentlicher Grund für den Beschäftigtenabbau in Großbetrieben wird in der abnehmenden Effizienz großbetrieblicher Strukturen gesehen. Sie wird in dieser Studie auf die geringere Zufriedenheit der Beschäftigten zurückgeführt. Untersucht werden verschiedene Aspekte von Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit (Bildungsabschluss, Qualifikationsverwertung, Arbeitsteilung, Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten) in Abhängigkeit von der Betriebsgröße. Dabei stützt sich die Untersuchung besonders auf die subjektive Zufriedenheit der Erwerbstätigen: Mit steigender Betriebsgröße fällt die Zufriedenheit hinsichtlich beinah aller erfragten Aspekte der Berufstätigkeit (Aufstiegsmöglichkeiten, Betriebsklima, Art und Inhalt der Tätigkeit, Arbeitsbelastung, Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten anzuwenden) zum Teil beträchtlich. Die für Kleinbetriebe typische hohe Verwertbarkeit und Zufriedenheit weisen auf eine größere Übereinstimmung von erworbener beruflicher Identität und betrieblichen Anforderungen hin. Mit der Arbeitszufriedenheit sinkt dagegen in den Großbetrieben auch die Arbeitsmotivation und damit die Arbeitseffizienz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, versuchen Großbetriebe, angetrieben durch den verschärften Wettbewerb und unterstützt durch die gewachsenen schulischen und beruflichen Qualifikationen der Erwerbstätigen, die Produktivität durch den Abbau der Arbeitsteilung zu fördern. Daraus folgen ein abnehmender Anteil von Erwerbstätigen in Großbetrieben sowie der Rückzug von Großunternehmen aus der Berufsausbildung.
Der Mikrozensus erlaubt es, mittels der Merkmale "Stellung im Betrieb" und "berufsbildender Abschluss" dem Einfluss eines steigenden beruflichen Bildungsniveaus auf den Facharbeiteraufstieg nachzugehen. Für den Zeitraum 1982 bis 1993 lassen sich keine negativen Veränderungen der Aufstiegschancen feststellen, weder bei den betrieblich Ausgebildeten noch bei den Hochschulabsolventen. Welche Mechanismen das verhindern und welche individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen der absolute Zuwachs an Statuspositionen hat, wird im einzelnen erläutert. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, warum die Berufszufriedenheit trotz unverändertem Status abnimmt.
Der Widerspruch zwischen gewachsener Ausbildungsbeteiligung und ungünstiger Bewertung der betrieblichen Berufsausbildung in der Fachöffentlichkeit verweist auf eine falsche Beurteilung langfristiger Entwicklungen. Die Ursache wird vor allem in der Abnahme der Auszubildenden aufgrund demographischer Veränderungen gesehen. Weitere Ursachen sind der Mangel an Fachkräften sowie die Umverteilung der Jugendlichen zwischen den Ausbildungsberufen zu Lasten der gewerblichen Berufe. So sprechen die gewachsene Ausbildungsbeteiligung und rückläufige Jahrgangszahlen eher für eine zunehmende Qualität und Attraktivität der betrieblichen Berufsausbildung aus der Sicht der Ausbildungswahl der Jugendlichen.
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