Das novellierte Berufsbildungsrecht bietet den Akteuren der beruflichen Bildung neue Möglichkeiten zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Durch effizientere Nutzung der Ressourcen eines ausufernden "Übergangssystems" mit den knappen Ressourcen des dualen Systems könnte dem nach wie vor hohen Bedarf an Ausbildungsplätzen besser entsprochen werden. Die Verzahnung von betrieblichen und schulischen Ausbildungsabschnitten ermöglicht Synergieeffekte. Diese Chancen müssen allerdings gesehen und vorurteilsfrei bewertet werden und: sie müssen genutzt werden.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht die Akzeptanz von zweijährigen betrieblichen Ausbildungsgängen, um so das Potenzial an zusätzlich zu gewinnenden Ausbildungsplätzen abzuschätzen. Dass damit besondere bildungspolitische und pädagogische Fragestellungen verbunden sind, zeigt ein Blick in die Schweiz, wo in Pilotprojekten nach Antworten gesucht wird. Drei Kernelemente kennzeichnen alle Projekte in der Schweiz: die Anschlussfähigkeit aller beruflichen Abschlüsse, ein Rechtsanspruch auf besondere Förderung für Jugendliche mit schlechten Startchancen und berufsspezifische Lösungen.
Das Angebot an Zusatzqualifikationen ist vielfältig. Für Ausbildungsbetriebe mit knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen hängt die Nutzungsmöglichkeit dieser Angebote von deren organisatorischer Gestaltung ab. Für Auszubildende sind Zusatzqualifikationen attraktiv, wenn sie zu anerkannten und verwertbaren Abschlüssen führen. Fragen der Organisation und Zertifizierung von Zusatzqualifikationen standen im Mittelpunkt einer Kammer- und Kultusministerienbefragung, über deren Ergebnisse der Beitrag berichtet. Die Befunde zu den organisatorischen Aspekten wurden im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts "Zusatzqualifikationen - Organisatorische Modelle ihrer Vermittlung" gewonnen.
In den Jahren 1995 und 1996 wurden vom Bundesinstitut für Berufsbildung Betriebsbefragungen zur zukünftigen Ausbildungsplatzentwicklung durchgeführt. In dem Beitrag werden die Ergebnisse der Befragungen miteinander verglichen. Dabei zeigt sich, dass sich negative Entwicklungstendenzen des Ausbildungsangebots leicht abschwächen. Dennoch lassen die Ergebnisse nicht darauf schließen, dass sich das Ausbildungsverhalten der Betriebe wesentlich verändert. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage kann kaum geschlossen werden.
In dem Forschungsprojekt "Die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung und ihre Einflussfaktoren" des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde untersucht, wie die Betriebe die Einsatzmöglichkeiten und Entwicklungschancen dual ausgebildeter Fachkräfte einschätzen und welche Rolle sie den eigenen Ausbildungsaktivitäten im Rahmen der betrieblichen Personalgewinnung beimessen. Die Auswertung beruht auf einer Stichprobe von insgesamt 3167 Betrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass eine generelle Einschränkung beruflicher Entwicklungschancen für betrieblich qualifizierte Fachkräfte in den Betrieben nicht beobachtet werden kann. Gleichwohl gibt es Tendenzen, nach denen bei gleichzeitig verringertem Beschäftigungsniveau die traditionellen Aufstiegsperspektiven durch solche abgelöst werden, die sich über eine erhöhte fachliche Verantwortung definieren. Dass die Betriebe im Zuge der Herausbildung erweiterter Aufgabenzuschnitte auf der Suche nach neuen Qualifikationsstrukturen sind, zeigt sich in der Bereitschaft, Hochschulabsolventen für solche Aufgaben einzustellen, die durchaus auch durch Qualifikationsprofile dual ausgebildeter Fachkräfte abgedeckt werden könnten.
Mit dem technischen und wirtschaftlichen Strukturwandel geraten die Qualifikationen dual aus- und weitergebildeter Fachkräfte zunehmend auf den Prüfstand. Veränderungen ihrer betrieblichen Einsatzmöglichkeiten werden dabei ebenso berücksichtigt wie die beruflichen Entwicklungschancen, die Absolventen einer dualen Berufsausbildung in Zukunft haben werden. Der Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse einer Befragung zur Einschätzung dual ausgebildeter Fachkräfte und damit zur Wertschätzung der dualen Berufsausbildung durch die Betriebe in Thesenform zur Diskussion. Dabei kommt zum Ausdruck, dass die Fachkräfte, die aus dem dualen System hervorgehen, weiterhin hohe Wertschätzung genießen, auch wenn sie im innovativen Dienstleistungsbereich eine geringere Bedeutung haben. Für Fachkräfte aus dem gewerblich-technischen Bereich gibt es eine starre Karrieregrenze, während die Karrierewege für kaufmännische Fachkräfte durchlässiger sind. Mit der personellen Ausdünnung der Leitungsebene werden klassische Aufstiegspositionen zwar reduziert, dafür bilden sich jedoch neue Karrieremuster heraus.
Bereits seit der Mitte der 80er Jahre ist in den alten Bundesländern ein stetiger Rückgang der Zahl betrieblicher Ausbildungsverhältnisse feststellbar. In Ostdeutschland wurden der wirtschaftliche Strukturwandel und die Einführung des neuen Berufsbildungssystems von einem drastischen Rückgang der Ausbildung begleitet. Der Beitrag geht der Frage nach, ob der Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen in der Bundesrepublik nur kurzfristig von Bedeutung sein wird oder ob mit einem längerfristigen Defizit zu rechnen ist. Untersucht werden außerdem die Begründungen der Betriebe für den Rückzug aus der Ausbildung, um daraus Möglichkeiten und Wege zur Steigerung des Angebots abzuleiten.
Der Beitrag informiert über die in der Praxis vorhandenen Kontaktformen und -anlässe von Berufsbildungsstätten und schildert eine Reihe von Schwierigkeiten und Hemmnissen der Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen. Von den Betroffenen wird ein starkes Bedürfnis nach einer Verbesserung der Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht. Ein weiterer Teil des Aufsatzes beschreibt die Kooperationspraxis der Ausbilder in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Abschließend werden mögliche Perspektiven einer Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Berufsschule dargestellt.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das ehemalige Zentralinstitut für Berufsbildung (ZIB) befragten im Spätsommer 1990 Berufsbildungsstätten und berufliche Schulen der neuen Bundesländer zu den seit der "Wende" bereits vollzogenen Veränderungen, zu ihrer gegenwärtigen Situation sowie zu sich abzeichnenden Perspektiven. Es wurden alle betrieblichen und kommunalen Berufsschulen sowie die Ausbildungsstätten der Betriebe angeschrieben. Insgesamt beteiligten sich 2.119 Ausbildungsstätten (62 Prozent) und 625 Berufsschulen (53 Prozent) an der Erhebung. Ziel der Untersuchung war es, den Beginn eines fundamentalen Strukturwandels in einer einmaligen historischen Situation zu dokumentieren. Dabei sollen vor allem die qualitativen und quantitativen Bedingungen des Berufsbildungssystems für die Ausbildungsjahre 1990/91 und 1991/92 näher bestimmt, auf Problemfelder aufmerksam gemacht und empirische Grundlagen für bildungspolitische Massnahmen gelegt werden. Der Aufsatz enthält wesentliche Ergebnisse dieser Untersuchung.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt seit 1978 Befragungen bei Schülern durch, um aktuelle Informationen über dasAusbildungsverhalten von Jugendlichen zu sammeln und für die Berufsbildungspolitik bereitzustellen. Wie schon ein Jahr zuvor, richtete sich die Befragung auf den Verbleib der Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinen Schule und hier insbesondere auf die Bemühungen der Jugendlichen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten.
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