Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale und sehr heterogene Zielgruppe der Berufsbildung. Demografisch betrachtet stellen sie eine vergleichsweise kleine, für die Zukunft jedoch äußerst wichtige Bevölkerungsgruppe dar. Die BWP greift mit dieser Ausgabe relevante Erkenntnisse aus der Jugend- und Sozialisationsforschung auf, die Impulse für die Gestaltung einer attraktiven beruflichen Ausbildung liefern. Die Beiträge richten den Blick auf die Lebenslagen und Lebenswelten von Jugendlichen, ihre Zukunftsperspektiven, ihre physische und mentale Gesundheit, ihre Bildungs- und Berufsorientierungen, aber auch auf die Frage, welchen Einfluss Berufsbildung als Sozialisationsraum für junge Menschen hat.
Im September 2024 wurde der Nationale Referenzrahmen für digitale Kompetenzen für Österreich veröffentlicht. Basierend auf dem EU-Kompetenzmodell DigComp bietet er eine strukturierte Grundlage, um digitale Kompetenzen zu definieren und in Aus- und Weiterbildungsangeboten mess- und vergleichbar zu machen. Der Beitrag beschreibt die Hintergründe und Konzeption des Referenzrahmens und geht darauf ein, wie dieser zur Steuerung und für die Entwicklung digitaler Kompetenzen genutzt werden soll.
ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
In den letzten Jahren ist die Zahl der Personen ohne anerkannten beruflichen Abschluss gestiegen. Viele von ihnen haben jedoch einschlägige Berufserfahrung oder bringen Qualifikationen aus dem Ausland mit. Ohne formale Zertifikate ist es aber oft schwierig, diese auf dem Arbeitsmarkt nutzen zu können. Der Beitrag vergleicht das neue Feststellungsverfahren nach dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) mit zwei etablierten Verfahren zur Anerkennung: dem Zulassungsverfahren zur regulären Abschlussprüfung für Externe und dem Anerkennungsverfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG).
Monitoring is an important building block for evidence-based VET policy. The regular surveying of key indicators relating to the VET system delivers valuable impetuses for educational policy decisions. But to what extent is the apprentices’ perspective taken into account? This article presents how the point of view of apprentices is systematically recorded via surveys in the three countries. Differences between the approaches in the countries of comparison become evident.
Monitorings sind ein wichtiger Baustein für eine evidenzbasierte Berufsbildungspolitik. Die regelmäßige Erhebung von Kennzahlen zum Berufsbildungssystem liefert wertvolle Impulse für bildungspolitische Entscheidungen. Doch inwiefern wird dabei die Perspektive der Auszubildenden berücksichtigt? In diesem Beitrag wird vorgestellt, wie in den drei Ländern die Perspektive der Auszubildenden durch Befragungen systematisch erfasst wird. Dabei werden deutliche Unterschiede zwischen den Ansätzen der Vergleichsländer sichtbar.
Um dem Fachkräftemangel im Berufsfeld Frühe Bildung entgegenzuwirken, bringen die Bundesländer neue Ausbildungsmodelle für Erzieher/-innen auf den Weg. In Baden-Württemberg wurde 2012 ergänzend zur schulischen Ausbildung eine praxisintegrierte, durchgehend vergütete Ausbildung geschaffen. Im Beitrag werden Studienergebnisse vorgestellt, die auf Basis neuer Daten einer Onlinebefragung der Absolventinnen und Absolventen an fünf Fachschulen für Sozialpädagogik gewonnen wurden. Untersucht wird die Frage, ob es gelungen ist, zusätzliche Zielgruppen für die frühe Bildung zu erreichen und ob diese im Berufsfeld verbleiben.
Der Beitrag beschreibt die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) anhand von drei Merkmalen, die Aufschluss über die Anforderungen, das gesellschaftliche Ansehen sowie die Gratifikationen dieser Ausbildungsberufe geben. Zur besseren Einordnung werden sie mit Berufsmerkmalen dualer Ausbildungsberufe verglichen.
Der beruflichen Ausbildung wird für eine gelingende berufliche Integration von jungen Geflüchteten eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Vorliegende Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen auf, dass die Länder trotz Gemeinsamkeiten in der Ausgestaltung der Berufsausbildungssysteme unterschiedliche Wege in der Unterstützung der Integration geflüchteter Personen gehen. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen dabei die Phasen der Ausbildungsvorbereitung und des Zugangs in Ausbildung.
Vocational education and training is considered to be crucial for the successful occupational integration of young refugees. Findings from Germany, Austria and Switzerland show that these countries are adopting different routes in order to support the integration of refugees despite commonalities in the structure of their VET systems. The article mainly focuses on the phases of preparation for and access to VET.
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