Die Frage wie und ob der Fachkräftebedarf durch Ausbildung gedeckt werden kann, ist von zentraler bildungspolitischer Bedeutung. Bereits vor rund 40
Jahren analysierte László Alex in seinem BWP-Beitrag das Verhältnis von Ausbildung und Fachkräftebedarf. Grundlage seiner Analysen waren die Ergebnisse der Ausbildungsmarktforschung, die seit 1977 in die jährliche Berufsbildungsberichterstattung eingehen. Mit seinem Eintritt als Abteilungsleiter ins BIBB 1977 war Alex nicht nur bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2000 für die Berufsbildungsberichterstattung verantwortlich, sondern auch maßgeblich am Ausbau der Berufsbildungsforschung und der quantitativen Forschung im BIBB beteiligt.
In der Berufsbildungspolitik und Berufsbildungsforschung hat die Programmförderung des Bundes ein großes Gewicht. Sie soll Entscheidungen unterstützen und Strukturveränderungen herbeiführen. Inhaltliche Schwerpunkte und Umfang der Förderung von Programmen werden auf Bundesebene festgelegt. In diesem Positionsbeitrag wird zunächst die Steuerungshoheit in der öffentlichen Programmförderung beschrieben. Anschließend wird nach den damit verbundenen politischen Strategien gefragt. Hierbei geht es um zwei Aspekte: Programmförderung als Legitimation politischen Handelns und Programmförderung als symbolische Politik.
Auch wenn die Berufsbildung in der DDR nach den grundlegenden Prinzipien des Staates – Parteilichkeit, Planwirtschaft, Zentralismus usw. – funktionierte, so war sie doch in wesentlichen Punkten mit der in der Bundesrepublik kompatibel. Wie sonst ließe sich der scheinbar geräuschlose Übergang ab 1990 von einem »sozialistischen Berufsbildungssystem« in das bundesrepublikanische erklären? Nach einem historischen Abriss des Berufsbildungssystems der DDR und einem Vergleich mit jenem der BRD wird im Beitrag verdeutlicht, dass noch immer viel Potenzial für Berufsbildungsforschung und -politik besteht, das dazu auffordert, sich mit diesem Teil deutscher Berufsbildungsgeschichte zu befassen.
Neuordnung der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Achtzigerjahren. Günter Cramer, Klaus Heimann und Hermann Schmidt im Interview mit Friedrich Hubert Esser
Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört zu den Meilensteinen in der jüngeren Berufsbildungsgeschichte. Sie ist ein hervorragendes Beispiel, um zu verdeutlichen, warum das duale System ein „lernendes System“ ist: Das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Praxis in Neuordnungsprojekten war und ist die beste Voraussetzung dafür, die gewaltige Komplexität, die mit der Entwicklung von anspruchsvollen Berufen für ausbildungsintensive Wirtschaftsbereiche einhergeht, in praxisorientierte Lösungen zu überführen. Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört heute noch zu den Referenzbeispielen für innovative Ordnungsarbeit. Die mit ihr verfolgten berufspädagogischen Ziele – insbesondere die Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit – werden aktuell in den Ansätzen für eine kompetenzorientierte Berufsausbildung fortgeschrieben. Aus dem Rückblick, in dem Wegbereiter und Gestalter bedeutsame Aspekte dieses Projekts noch einmal nachzeichnen, lässt sich vieles für die Lösung von Herausforderungen in der Ordnungsarbeit mitnehmen.
Die Berufsbildungsforschung ist durch eine Vielzahl an Akteuren, Forschungsfeldern, Gegenständen, Fragestellungen und Entwicklungsaufgaben charakterisiert. Sie besitzt demnach ein sehr breites Profil, das sich zusehends ausdifferenziert. Ihr zentraler Anspruch ist es, den Zusammenhang von Beruf, Erwerbsarbeit und Bildung zu erforschen.
Diese Aufgaben profilieren nicht erst seit den 1960er-Jahren ihr Selbstverständnis. Vielmehr reicht ihre Geschichte bis in die vorindustrielle Zeit zurück. Welche Leitmotive die Entwicklung des Selbstverständnisses der Berufsbildungsforschung seit der Industrialisierung Deutschlands maßgeblich beeinflussten, wird im Beitrag an zwei Beispielen beleuchtet, die auf je eigene Weise berufsbildungsgeschichtlich bis in die Gegenwart bedeutsam sind: das Kaiserreich und die Zeit der national sozialistischen Diktatur.
Die Berufspädagogisch-historischen Kongresse, die in den 1980er- und 1990er-Jahren in Kooperation zwischen universitären Berufspädagoginnen und -pädagogen und dem BIBB durchgeführt worden sind, haben einen wichtigen Beitrag zur historiografischen Berufsbildungsforschung geleistet, vielfältige Anlässe zu kritischen Reflexionen gegeben und zu neuen sachlichen Argumenten geführt. Die Themen der Kongresse haben sich auf das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentriert. Jetzt, da die Rekonstruktion der Berufsbildungsgeschichte in der Nachkriegszeit dringend ansteht, soll an sie erinnert werden.
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