Trotz umfassender Forschung und einer beachtlichen Zahl von Maßnahmen und Programmen ist es bislang nicht gelungen, den Anteil von Frauen in technischen Berufen wesentlich zu erhöhen. Dies nimmt der Beitrag zum Anlass, einen handlungsorientierten Forschungsansatz vorzustellen, der konkrete praktische Optionen zur Erhöhung des Anteils weiblicher Auszubildender in technischen Lehrberufen untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen der Einfluss von Kindheitsaktivitäten und zum anderen mögliche Maßnahmen des Berufsmarketings. Hierzu werden Ergebnisse einer Online-Befragung von 1.339 Auszubildenden in Niederösterreich vorgestellt.
Ziel des Modellversuchsprogramms des Bundes ist, "an praktischen Beispielen aufzuzeigen, daß eine wesentlich größere Zahl von bisher fast ausschließlich mit Männern besetzten Berufen auch für Frauen geeignet ist". Zur Fragestellung, inwieweit Frauen den durch die Betriebe gesetzten Anforderungtn genügen, gehört neben "technischen" Aspekten wie Körperkraft, durch den Körperbau bedingten Bewegungsradius usw. aber auch die Frage nach der Vereinbarkeit von weiblicher Identität und gewerblich-technischer Berufsausbildung bzw. Berufstätigkeit. Es ist davon auszugehen, daß Mädchen aufgrund ihrer Sozialisation andere Verhaltensweisen und Dispositionen entwickeln als Jungen. Die Lebensperspektive von Mädchen beinhaltet immer auch die Verantwortlichkeit für Kinder, Familie und Haushalt. Die Berufsausbildung und der Wunsch nach Berufstätigkeit stehen neben der Familienorientierung. Mädchen gehen häufig davon aus, daß sie später höchstens "mitarbeiten" können, wenn Haushalt und Familie es zulassen. Auch stark berufsmotivierte Mädchen der Modellversuche streben ein Dreiphasenmodell und/oder Teilzeitsarbeit an.
Die Versuche innerhalb der Qualifikationsforschung, den gesellschaftlichen Bedarf an Qualifikationen aus der Arbeitsplatzstruktur abzuleiten, müssen als gescheitert betrachtet werden. Sie haben - und das ist eine Konsequenz ihres Ansatzes - zu einem verengten Qualifikationsbegriff geführt, der die Komplexität der realen Zusammenhänge, etwa dem zwischen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem, nicht mehr erreichen kann.
Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews.
Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart handeln und in der Zukunft davon profitieren ist ein Leitgedanke, der bei der Lektüre des Beitrags von Reinhard Kwetkus gleich in zweifacher Hinsicht Anwendung findet: sowohl mit Blick auf den hier thematisierten Gegenstand "Partizipation" als auch auf die hier zu beantwortende Frage, welche Impulse aus dem 1983 veröffentlichten Beitrag für den aktuellen Diskurs zur Partizipation im Kontext der Demokratiebildung gewonnen werden können.
Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Andauernde Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der resultierende Strukturwandel werfen die Frage auf, ob Berufsausbildungen weiterhin erfolgreiche Berufslaufbahnen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. In diesem Beitrag werden daher für die Schweiz Erwerbslosigkeit und Löhne von Beschäftigten mit verschiedenen Bildungswegen miteinander verglichen. Es zeigt sich, dass Personen mit Berufsausbildung eine höhere Beschäftigung aufweisen und dass sich die Lohnverteilungen von Personen mit berufs- und allgemeinbildenden Abschlüssen deutlich überlappen.
Ausbilder/-innen und Berufsschullehrer/-innen begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Sie leisten damit einen verantwortungsvollen Beitrag für die Ausbildung und Sozialisation der künftigen Fachkräfte und sorgen für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung. Daher stehen die Gewinnung und Qualifizierung des beruflichen Bildungspersonals im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche neuen Anforderungen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und eine wachsende Heterogenität der Lernenden an das Bildungspersonal stellen und wie es selbst die täglichen Herausforderungen beurteilt. Gefragt wird nach dem Qualifizierungsbedarf – in quantitativer und qualitativer Hinsicht –, nach geeigneten Qualifizierungsangeboten und -formaten und nach den für ihre zukunftsorientierte Qualifizierung erforderlichen Rahmenbedingungen.
Seit Beginn der 1990er-Jahre wird ein verstärkter Rückgang der Ausbildungsbeteiligung junger Frauen im dualen System der Berufsausbildung nach BBiG/HwO beobachtet. Bis 2019 sank der Frauenanteil an allen Auszubildenden um mehr als fünf Prozentpunkte, im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel sogar um knapp acht Prozentpunkte. Welche Auswirkungen hat dies auf die berufsstrukturellen Entwicklungen? Im Beitrag wird auf Basis der Berufsbildungsstatistik aufgezeigt, wie sich das Verhältnis der von Männern oder von Frauen dominierten Berufe in den letzten drei Jahrzehnten verschoben hat. Überdies wird geprüft, welche Unterschiede im Ausbildungserfolg sich aus einer solchen Ungleichverteilung der Geschlechter ergeben können.
Im Juli 2021 veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die Mitteilung, dass mittlerweile mehr als eine Million Beschäftigte über 67 Jahre alt sind. Erwerbstätigkeit im Alter wird zunehmend zur Normalität, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Dabei zeigt sich, dass vor allem Frauen ein geringeres Alterseinkommen beziehen und häufiger durch Altersarmut bedroht sind. In diesem Beitrag wird untersucht, in welcher Weise geschlechtsspezifische Lebensverläufe den Übergang in den Ruhestand strukturieren und welchen Einfluss das Bildungsniveau darauf hat.
Das Poster präsentiert Zahlen zur geschlechtsspezifischen Entwicklung des beruflichen Qualifikationsniveaus, zur Verwertung beruflicher Qualifikationen im Beschäftigungssystem und zur Überqualifizierung von Frauen und Männern in den Berufshauptfeldern.
Die Anfängerzahlen im dualen System der Berufsbildung sind rückläufig, insbesondere bei Frauen. Vor dem Hintergrund der geschlechtsspezifischen Entwicklungen im Bildungsverhalten untersucht der Beitrag anhand neuerer Forschungsdaten des BIBB, wie angesehen verschiedene Bildungsabschlüsse heute in der Bevölkerung sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Männer und Frauen zu teils unterschiedlichen Einschätzungen gelangen – dies gilt auch mit Blick auf das Ansehen der beruflichen Ausbildung.
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