ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
2020 ist für die Berufsbildung in Europa ein Jahr, um Bilanz zu ziehen und neue Pläne zu schmieden. Viele Strategiepapiere und Initiativen sind auf dieses Jahr hin ausgerichtet. Seit Januar liegt das Arbeitsprogramm der neuen EU-Kommission für die nächsten fünf Jahre vor. Daraus und infolge des Brexit werden sich für die Berufsbildung neue Perspektiven ergeben. Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, Cedefop, beobachtet seit seiner Gründung im Jahr 1975 als Referenzzentrum der EU die Entwicklung der Berufsbildungssysteme und unterstützt Fachvertreter/-innen aus Politik, Praxis und Forschung dabei, die Berufsbildung in Europa weiterzuentwickeln.
Dr. Jürgen Siebel, geschäftsführender Direktor des Cedefop, schildert in diesem Interview seine Einschätzungen zu aktuellen und künftigen Herausforderungen und gibt dabei Einblicke in die Arbeit des Cedefop.
Die Frage, in welchen institutionellen Settings Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) besser lernen, wird aktuell sowohl in der Scientific Community als auch in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers diskutiert. Obwohl diese Kinder zunehmend inklusiv bzw. integrativ an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden, liegen bislang kaum empirische Ergebnisse zu den differenziellen Effekten der Beschulung in Förderschulen bzw. den sonstigen allgemeinbildenden Schulen im deutschen Schulsystem vor. Die diesem Beitrag zugrunde liegenden wissenschaftlichen Analysen bearbeiten diese Forschungslücke auf der Grundlage von Daten des IQB-Ländervergleichs 2011 für die Primarstufe 1. Aufgezeigt werden können deutliche Unterschiede zugunsten der Lernerfolge von Schülerinnen und Schülern mit SPF in inklusiven bzw. integrativen Settings an Grundschulen.
Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe informiert zum einen über bildungspolitische Entwicklungen sowie aktuelle Instrumente der europäischen Bildungspolitik und deren Umsetzung. Zum anderen bietet er ländervergleichende Darstellungen zu Nationalen Qualifikationsrahmen, zur Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und zur Kompetenzorientierung. Deutlich wird darüber hinaus, dass internationale Themen nicht nur in Wissenschaft und Politik der Berufsbildung ihren Platz haben, sondern auch in der Praxis auf Unternehmensebene mit Leben gefüllt werden. Im Kommentar zum Heft hebt Forschungsdirektor Professor Reinhold Weiß die vielfältigen Aktivitäten der Mitwirkung des BIBB an der internationalen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung hervor. Weitere Themen der Ausgabe beschäftigen sich mit Evaluationsergebnissen zum 2-jährigen Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker/-in, der Qualitätssicherung beim Online-Tutoring und einem BMBF-Projekt zur Berufsorientierung.
Die im Rahmen des LEONARDO-Programms durchgeführte zweite europäische Erhebung zur betrieblichen Weiterbildung in 25 europäischen Ländern (CVTS II) förderte einen aus bundesrepublikanischer Perspektive zentralen Befund zutage: Der Anteil weiterbildender Unternehmen in Deutschland sinkt zwischen 1993 und der neueren Erhebung von 1999 von 85 Prozent auf 75 Prozent. In keinem anderen europäischen Land sind die Weiterbildungsaktivitäten rückläufig. Muss der Bildungsnotstand nun auch im Bereich der beruflichen Weiterbildung ausgerufen werden? Ländervergleichende Studien, die ihre Ergebnisse lediglich in Form von Ranking-Listen präsentieren, erklären nicht die Gründe, aus denen es zu einer solchen Entwicklung gekommen ist. Um ein tieferes Verständnis für die Veränderungen zu gewinnen, werden auf Länderebene eine Auswahl möglicher Einflussfaktoren auf betriebliche Weiterbildungsaktivitäten untersucht. Die Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen werden in Beziehung gesetzt zu strukturellen Indikatoren wie Arbeitsproduktivität, Beschäftigungswachstum, Arbeitslosenquote. Die Querschnittsanalyse beschränkt sich auf 14 europäische Länder. Die Analyse zeigt, dass das zentrale Kriterium für betriebliche Weiterbildungsaktivitäten das Beschäftigungswachstum darstellt. Demnach sind geringe Weiterbildungsaktivitäten der Betriebe offensichtlich primär dem geringen Beschäftigungswachstum geschuldet.
Die aktuellen Herausforderungen der dualen Berufsausbildung standen im Mittelpunkt des zum viertenmal durchgeführten Seminars der Berufsbildungsforschungsinstitute in den deutschsprachigen Ländern, das im Frühjahr 1992 im Bundesinstitut für Berufsbildung in Berlin stattfand. Die Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland sowie Gäste aus der CSFR, Polen, Ungarn und Südtirol haben in einem Ländervergleich die jeweilige Entwicklung der dualen Ausbildung analysiert sowie länderübergreifend wesentliche Merkmale dieser Ausbildung diskutiert.
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.