Um den stetigen Wandel am Arbeitsmarkt zu verfolgen und Implikationen für Fachkräftebedarf und -qualifikation auf Branchen und Berufsebene aufzeigen zu können, entwickelt das BIBB im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts einen neuen Datensatz und ein Datenportal, das unterschiedliche Datenquellen integriert. Anliegen, Gegenstand und Aufbau dieses neuen Berufe- und Kompetenzradars werden im Beitrag vorgestellt.
Während der Corona-Pandemie ist das Arbeiten im Homeoffice für einen großen Teil der Erwerbstätigen zum Regelmodell geworden. Welche Entwicklung ist im weiteren Verlauf zu erwarten? Dieser Frage geht der Beitrag anhand von Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 sowie anhand von Auswertungen von Stellenanzeigen aus dem Jahr 2020 nach. Erläutert wird, in welchen Berufsgruppen sich langfristige Veränderungen für beruflich und akademisch Qualifizierte abzeichnen könnten.
Die Tätigkeits- und Qualifikationsprofile im Bereich Multimedia/ Internet/E-Business unterliegen einem ständigen technischen Wandel. Die von Betrieben in Stellenanzeigen nachgefragten Qualifikationsprofile spiegeln diese Qualifikationsentwicklung wider. Sie können empirisch gesicherte Hinweise auf veränderte Arbeitsanforderungen und neue berufliche Trends geben. Stellenanzeigen sind ein Instrument im Rahmen des Früherkennungssystems Qualifikationsentwicklung. Der Beitrag stellt Ergebnisse der Stellenzeigenanalysen im Bereich Multimedia/ Internet/E- Business vor. Ziel war es, Arbeits- und Qualifikationsanforderungen in diesen Berufen aufzuzeigen und neue, nachgefragte Tätigkeits- und Qualifikationsprofile zu beschreiben. Neue Erwerbstätigkeiten in vier Tätigkeitsbereichen - IT, Management, Design, Content - werden näher beschrieben. Die Ergebnisse der Analyse geben zu der Frage Anlass, ob bestehende Berufsprofile stärker an die neuen Entwicklungen in dem Bereich angepasst werden müssen.
Aus den im Rahmen des Früherkennungssystems Qualifikationsentwicklung im BIBB eingesetzten Instrumenten der Stellenanzeigenanalyse sowie der Weiterbildungsdatenbank KURS werden Ergebnisse zur Qualifikationsnachfrage und zum Weiterbildungsangebot im Bereich E-Commerce/E-Business vorgestellt. In den Stellenanzeigen werden eine abgeschlossene Hochschul- bzw. Fachhochschulausbildung deutlich häufiger gefordert als ein Ausbildungsabschluss in einem der neuen IT- Berufe (64 bzw. 48 Prozent gegenüber 9 Prozent). Insgesamt zeigen die Befunde, dass gegenwärtig die Schaffung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen zur Einführung von E-Commerce/E-Business im Vordergrund der einstellenden Unternehmen steht. Die Analyse des Weiterbildungsangebotes bestätigt das Ergebnis der Stellenanzeigenanalysen, dass die Nachfrage nach Qualifizierung für diesen Bereich noch am Anfang steht. Die Qualifikationen für Aufgaben können über gezielte Weiterbildungsmassnahmen und Zusatzqualifikationen vermittelt werden. Eine dringende Notwendigkeit für neu zu schaffende Ausbildungsberufe für E- Commerce/E-Business kann derzeit weder vom Umfang der Nachfrage am Arbeitsmarkt noch von dem des Qualifizierungsangebotes in der Weiterbildung abgeleitet werden.
Mit dem Früherkennungssystem Qualifikationsentwicklung will das Bundesinstitut für Berufsbildung anhand unterschiedlicher Fragestellungen und methodischer Herangehensweisen Erkenntnisse über aktuelle und zukünftige Entwicklungen der beruflichen Qualifikationsanforderungen gewinnen. Der Beitrag stellt Ergebnisse aus den bisherigen beiden Erhebungswellen der Stellenanzeigenanalysen und aus der gerade abgeschlossenen Weiterbildungsträgerbefragung vor, wobei das Potenzial der unterschiedlichen Untersuchungsansätze in beiden Teilstudien betrachtet wird. Die Befunde beider Teilvorhaben belegen, dass sich mit den unterschiedlichen Herangehensweisen zur Früherkennung von Qualifikationsentwicklung parallele Trends auf dem Stellenmarkt und in der Weiterbildung erkennen lassen.
Wie können neue Qualifikationsanforderungen frühzeitig wahrgenommen werden, um Qualifizierungsstrategien zukünftig stärker mit den Herausforderungen der betrieblichen Praxis abzustimmen? Mit dieser Frage beschäfigte sich eine Anzeigenanalyse, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung 1998 durchgeführt wurde. Im Beitrag werden erste Ergebnisse der Studie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die überaus bedeutsamen überfachlichen Qualifikationsanforderungen in ihren verschiedenen Dimensionen (persönlichkeitsbezogene Eigenschaften, soziale Kompetenzen, Mitwirkungs- und Gestaltungsfähigkeiten, kognitive Fähigkeiten und Problemlösungskompetenzen sowie Kunden-, Markt- und Dienstleistungsorientierung). Auf methodische Überlegungen zum dauerhaften Einsatz von Anzeigenanalysen als Instrument der Früherkennung der Qualifikationsentwicklung wird abschließend eingegangen. Aus der Studie wird deutlich, dass durch Anzeigenanalysen sowohl qualitative als auch quantitative Aussagen über Veränderungen von Qualifikationsanforderungen gemacht werden können. Die Auswertungen zeigen jedoch auch deutlich die Begrenzungen von Anzeigenanalysen, wenn es um genauere Erkenntnisse über die Realisierung geforderter Kompetenzen im betrieblichen Kontext geht.
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