Die mittleren Positionen in der industriellen Produktion und in den produktionsnahen Bereichen waren bislang traditionelle Aufstiegspositionen für Fachkräfte mit einem dualen Ausbildungsabschluss. Die demographische und technologische Entwicklung sowie der betriebliche Strukturwandel tragen dazu bei, dass die Zahl dieser Positionen abnimmt und dass auf die Positionen in der mittleren Qualifikationsebene Absolventen der Fachhochschulen drängen. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer empirischen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Rekrutierungsverhalten der Betriebe in der industriellen Produktion. Analysiert werden die Substitutionsprozesse auf der mittleren Qualifikationsebene. Befragt wurden Fortbildungsabsolventen zu ihrer Berufssituation sowie Betriebe zur ihrer Personalpolitik und den Aufstiegschancen von Facharbeitern. Die Ergebnisse zeigen, dass es vor allem in den angelagerten technischen Bereichen schwieriger wird, sich bei Stellenbesetzungen gegen Ingenieure durchzusetzen. Dies trifft vor allem die Techniker, die sich gleichzeitig noch gegen die an Bedeutung zunehmenden Fachspezialisten behaupten müssen. Industriemeister hingegen können eigentlich nur in ihrem eigenen Betrieb aufsteigen, da die Meisterpositionen sehr selten öffentlich ausgeschrieben werden. Dennoch spielt der Funktionsbereich oberhalb der Facharbeiterebene bei den Umstrukturierungen der Industriebetriebe eine wesentliche Rolle. Zwar ist davon auszugehen, dass die Anzahl derartiger Positionen abnimmt, doch nur wenige Unternehmen werden auf die untere bzw. mittlere Führungskraft verzichten.
Der Beitrag bezieht sich auf ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, dessen Ziel es ist, eine "ganzheitliche Qualifizierungskonzeption für die qualifizierte, kooperative Gruppenarbeit in Fertigungsbetrieben" zu entwickeln. Zunächst wird im Rahmen einer Literaturanalyse untersucht, wie der Entwicklungsstand der Verbreitung von qualifizierter Gruppenarbeit in deutschen Industrieunternehmen zu sehen ist. Danach wird auf der Basis von Forschungsarbeiten im Projekt dargelegt, welche Kriterien für erfolgreiche Gruppenarbeit bestimmt werden können und welche Barrieren/Hemmnisse bei ihrer Einführung in der Regel entstehen und beachtet werden müssen. Schließlich werden die neuen Qualifikationsanforderungen für das Fertigungspersonal beschrieben, die sich bei der betrieblichen Umstrukturierung zu Gruppenarbeit herausbilden.
Bislang fehlen betriebsunabhängige Qualifizierungsansätze für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) des Maschinenbaus, die den Qualifikationsbedarf bei der Einführung und Umsetzung "qualifizierter Gruppenarbeit" sowie integrierter rechnergestützter Produktionskonzepte ausreichend berücksichtigen. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Entwicklung eines modularen Qualifizierungskonzepts für das Fertigungspersonal in Klein- und Mittelbetrieben für die Arbeitsform Gruppenarbeit (MQG)" wird ein übertragbares, auftragsorientiertes Qualifizierungskonzept für die Gruppenarbeit in der spanenden Fertigung erarbeitet und in ausgewählte, handlungsorientierte Pilotbausteine bzw. transferfähige Lernaufgaben umgesetzt. Die Lernaufgaben werden in eine fachliche Reihenfolge von Lernaufgabenbündeln gegliedert, die organisatorisch und zeitlich eine Teilqualifikation im Qualifizierungskonzept abdecken. Je nach Stand der Einführung von gruppenähnlichen Arbeitsstrukturen im Betrieb ist das Konzept in drei Qualifizierungsniveaus oder -phasen eingeteilt, die aufeinander aufbauen.
Am Bundesinstitut für Berufsbildung läuft seit Anfang 1991 ein Vorhaben mit dem Ziel, Meister der ehemaligen DDR mittels einer speziellen Anpassungsfortbildung unterstützend auf die beruflichen Veränderungen einzustellen. Um inhaltliche Aussagen treffen zu können, werden Funktionsbilder und Qualifizierungsinhalte miteinander verglichen.
Im Rahmen des BIBB-Forschungsprojektes "Sicherung und Steigerung der Qualität der betrieblichen Berufsausbildung" fand am 22. und 23. November 1990 in Berlin ein Workshop statt. Hierzu waren externe Fachleute aus Industriebetrieben, Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie Fachleute des BIBB eingeladen, welche auch schon in früheren Diskussionen wertvolle Beiträge zum Thema geliefert hatten. In einem kleinen Kreis wurden grundlegende methodische und inhaltliche Fragen der Qualität der betrieblichen Ausbildungsgestaltung diskutiert.
Ziel dieser überlegungen ist es, Bereiche zu benennen, in denen Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einer wirtschaftszweigorientierten Fortbildung zum/zur Industriefachwirt/Industriefachwirtin in bezug auf neue Technologien qualifiziert werden müssen, damit sie ihre Funktion als kaufmännische Leiter/Leiterinnen eines kleinen oder mittleren Industriebetriebes wahrnehmen können. Der Entwurf einer solchen Fortbildungsordnung ist u. a. Gegenstand des Forschungsprojektes "Fortbildungsordnungen in der kaufmännischen Weiterbildung". Im Rahmen der Projektarbeiten sind mit dem beratenden Fachausschuß ein Funktionsbild und ein Aufgabenkatalog abgestimmt worden. Die Grundannahme ist dabei, daß ein/eine "Industriefachwirt/Industriefachwirtin" im Kleinbetrieb für die kaufmännische Gesamtleitung, im Mittelbetrieb für die Leitung eines oder mehrerer Funktionsbereiche befähigt sein muß. Die Führungsaufgaben liegen hier unter dem Vergrößerungsglas. Die betriebswirtschaftliche Qualifizierung dieser Adressatengruppe in den einzelnen Funktionsbereichen ist nicht Gegenstand dieser Erörterung - ist jedoch Hauptaufgabe der geplanten Fortbildung.
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