Die Digitalisierung in Arbeitswelt und Lehralltag eröffnet Chancen für die Unterrichtsgestaltung, es sind aber auch Herausforderungen für die Lehrenden damit verbunden. Im InnoVET-Projekt ProNet Handwerk wurden auf der Basis einer Bedarfserhebung Qualifizierungsangebote für das Lehrpersonal in der betrieblichen und überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung entwickelt. Konzeptionelle Überlegungen und erste Umsetzungserfahrungen werden in diesem Beitrag vorgestellt.
Für den modernen Holzhausbau sind spezialisierte Qualifikationen erforderlich, die nicht von allen Zimmerei-Betrieben vermittelt werden können. Aber wie lassen sich Auszubildende und Fachkräfte für diese neuen Anforderungen qualifizieren? Das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes Kassel hat entsprechende Kurse für die Aus-, Weiter- und Fortbildung entwickelt. Im Beitrag werden das Konzept und die Erfahrungen nach Durchführung der ersten Kurse vorgestellt.
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten unterstützen Ausbildungsbetriebe bei der betrieblichen Ausbildung durch ergänzende Lehrgänge und ermöglichen darüber hinaus auch Fort- und Weiterbildung. Seit dem Jahr 1973 stellt das BMBF Fördergelder für die Ausstattung und Modernisierung der Infrastruktur dieser Einrichtungen zur Verfügung. Damit und durch eine hohe Flexibilität in der Ausgestaltung bedarfsorientierter Qualifizierungsangebote entwickelten sich die ÜBS kontinuierlich fort. Der Beitrag stellt die Wandelbarkeit dieses Lernorts vor. Ausgehend vom allgemeinen Bildungsauftrag werden die Entwicklungen anhand spezieller Förderprogramme nachgezeichnet und Zukunftschancen der Bildungsstätten diskutiert.
Mit Foraus.de finden Ausbilder ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Forum zur berufsbegleitenden Weiterbildung im Internet. Es dient gleichzeitig als Plattform für die Verbesserung des überbetrieblichen Wissenstransfers und Erfahrungsaustausches. Leitidee sind die Knowledge Communities, eine mediengestützte und auf dem Internet basierte Form des Fernlernens und Wissensmanagements. Ziel einer Community-Plattform ist die Herausbildung selbsttragender Kompetenz- und Wissensnetzwerke. Im Beitrag werden ausgehend von der pädagogischen Intention Aufbau, Struktur und Inhalte des Forums vorgestellt.
Die Modellversuchsreihe zielt auf eine dezentrale Berufsbildung, die die Selbständigkeit und Pluralität betrieblicher Lernorte erweitert und zugleich arbeitsplatzunabhängige Lernorte mit ihren spezifischen Vorzügen im Rahmen von Lernortkombinationen einbindet. Ausgangspunkt ist die These, dass in modernen, technologisch anspruchsvollen Arbeitsprozessen integrative Formen der Verbindung von Arbeiten und Lernen möglich und notwendig geworden sind. Die konzeptionelle Leitidee der Dezentralisierung zeigt sich in der Ausweitung betrieblicher Lernorte und ihrer relativen Autonomie im jeweiligen Aus- und Weiterbildungskonzept. Der Beitrag gibt einen Überblick über die integrative Verbindung von Arbeiten und Lernen an den einzelnen Lernorten wie auch im Gesamtkonzept der Lernorte und arbeitsbezogenen Lernortkombinationen verschiedener Modellversuche. Unterschieden werden prinzipiell zwei Typen von Lernortkombinationen: die innerbetriebliche Lernortkombination für Groß- und Mittelbetriebe und die überbetriebliche Lernortkombination für Klein- und Mittelbetriebe.
Im Mittelpunkt der Ausführungen steht ein Modellversuch zur Motivation und Umschulung arbeitsloser Frauen, für den ein Umschulungskonzept in Form eines Lernortverbunds zwischen Berufsbildungsstätte und Fachbetrieben ausgearbeitet wurde. In der Kombination von außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsteilen liegt die Chance zu einer zielgruppen- und beschäftigungssystemorientierten Gestaltung der Umschulungsmaßnahmen. Der betriebliche Ausbildungsteil geht weit über ein bloßes Betriebspraktikum hinaus und erfordert eine intensive Kooperation zwischen den beiden Lernorten. Den Ausbildungprozeß beratend und unterstützend zu begleiten, ist Aufgabe von Sozialpädagoginnen, die auch für die Vorbereitung der Kooperationsbetriebe und der Umschülerinnen zuständig sind, mit dem Ziel, möglichst realistische Vorstellungen und Erwartungen zu entwickeln. Die Betriebe sind stärker in die Ausbildungsverantwortung einbezogen und identifizieren sich in höherem Maße mit dem Ausbildungserfolg ihrer Umschülerinnen. Umgekehrt ist auch die Entwicklung einer Betriebsbindung auf seiten der Frauen festzustellen.
Die überbetrieblichen Ausbildungsstätten Waren und Elmshorn entwickeln seit 1992 in einem gemeinsamen Modellversuch Ansätze, die helfen, die berufliche Bildung zusammen mit Betrieben zu gestalten und umzusetzen. Mit Hilfe verschiedener Dienstleistungsangebote soll eine Qualifizierungsinfrastruktur geschaffen werden, die dem tatsächlichen Bedarf der Wirtschaft bzw. des Arbeitsmarktes gerecht wird. Das ÜAZ Waren prüft dazu eine betriebsnahe und zukunftsorientierte Gestaltung der beruflichen Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung neuer Technologien im betrieblichen Einsatz. Das Projekt konzentriert sich auf den Kreis Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Das ÜAZ Elmshorn unterstützt das ÜAZ Waren z.B. durch gemeinsame Literaturrecherchen, Einarbeitung in die Leittextmethode, gemeinsame Prüfungsdurchführung und Ausarbeitung von Lehrgangskonzeptionen.
Auf der Basis von rechnergestützten Betriebsstrukturen und unter Einbeziehung einer Qualifizierungsberatung wird die Entwicklung und Erprobung eines Qualifikationstransfers zwischen den überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ) Waren und Elmshorn durchgeführt. Diese Projekt wird aus Mitteln des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft im Rahmen des Programms "Innovationstransfer Berufsbildung in der Wirtschaft" gefördert. Zielgruppe sind Ausbilder, Weiterbildungspersonal und Auszubildende, Umschüler und Weiterbildungsteilnehmer des ÜAZ Waren sowie regionale Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, die im Umschulungs- und Fortbildungsbereich aktiv sind.
Nach wie vor besteht in bezugauf Weiterbildungsbeteiligung und auf Qualität der betrieblichen Maßnahmen ein erhebliches Gefälle zwischen großen und kleinen Unternehmen. Gleichzeitig hängt für Kleinbetriebe, die auf Märkten agieren, auf denen hohe Anforderungen an die Produktqualität und die ständige Modernisierung von Produkten und Fertigungsverfahren gestellt werden, die Bewältigung dieser Anforderungen und damit die Marktbehauptung zunehmend davon ab, ob es ihnen gelingt, dafür das Qualifikationspotential ihrer Beschäftigten zu mobilisieren und kontinuierlich anzupassen In besonderem Maße neuen Marktanforderungen ausgesetzt sind kleine Zulieferunternehmen Daher sind diese Betriebe besonders auf Unterstützung bei der erforderlichen Qualifizierung ihrer Belegschaften angewiesen. Andererseits verfügen ihre großen Abnehmer, die sie mit den erhöhten Anforderungen konfrontieren, in der Regel über gut ausgebaute interne Weiterbildungsressourcen mit entsprechendem Know-how. Daher lag die Überlegung nahe, daß eine Kooperation im Weiterbildungsbereich sowohl im Interesse der kleinen Zulieferbetriebe (Bewältigung neuer Anforderungen) als auch der großen Abnehmerbetriebe (bessere Qualität der Kaufteile durch besser qualifizierte Belegschaften) liegen müsse. Im Rahmen eines Forschungszusammenhangs, der sich mit der Situation und den Entwicklungschancen von Kleinbetrieben befaßt, die in die unternehmensübergreifende Arbeitsteilung mit großen Unternehmen eingebunden sind, wurde daher empirisch 1) der Frage nach Voraussetzungen, Ansatzpunkten, Realisierungschancen und Potentialen einer derartigen Weiterbildungskooperation zwischen kleinen Zulieferern und großen Abnehmerunternehmen nachgegangen.
Ein Blick in die Lehrgangsprogramme überbetrieblicher Berufsbildungsstätten (ÜBS) des Handwerks zeigt, dass sich die Vermittlung neuer Technologien in vielen Handwerksbildungsstätten in zunehmendem Maße zum festen Bestandteil des Lehrgangsangebots entwickelt hat. Ohne diese Bildungsangebote könnte das Handwerk den gestiegenen Qualitätsanforderungen an die Aus- und Weiterbildung kaum mehr gerecht werden. Ausgehend von der These, dass mit der Einführung neuer Technologien in den ÜBS des Handwerks ein Strukturwandel in diesem Bildungsstätten verbunden ist, führte das BIBB ein Forschungsprojekt zur Untersuchung dieses Strukturwandels und der damit zusammenhängenden Probleme durch. Die wichtigsten Projektergebnisse werden in diesem Beitrag für die konstitutiven Elemente eines ÜBS, wie Ausstattung, Lehrgänge, Ausbilder, Management und Aufgaben im Bereich des Technologietransfers dargestellt.
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