In einer Zusatzqualifikation »Werkstoffprüfung« können Auszubildende im Beruf Verfahrensmechaniker/-in Kunststoff- und Kautschuktechnik ihr Wissen über das Verhalten von Kunststoffen vertiefen. Die Lehrgangsinhalte werden mithilfe der Leittextmethode und über eine Lernplattform vermittelt. Erste Erfahrungen aus einem Pilotlehrgang zeigen weitere Handlungsempfehlungen und Transfermöglichkeiten auf.
In den 80er Jahren hatte die "Leittextmethode" eine zentrale Bedeutung in der Diskussion zur methodischen Innovation in der beruflichen Bildung erhalten. Nunmehr scheint sich der Begriff "Handlungsorientierung" als didaktisch-methodische Leitvorstellung durchzusetzen. Manche Experten sehen die Leittextmethode deshalb als enges, bereits veraltetes Konzept an. Deshalb werden die gemeinsamen Wurzeln von Leittexten und Handlungsorientierung aufgezeigt und der Weg von engen Leittexten zu Leitfäden als offenem "heuristischem Instrument" beschrieben. Die neuen Leitfadenkonzepte bieten größere Gestaltungsspielräume als die Leittexte und enthalten offene exemplarische Problemstellungen und Aufgabenstellungen mit lern- und handlungsanleitendem Charakter.
Ausbildungsmittel können dazu beitragen, Fähigkeiten wie Gestaltungs- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Dazu müssen sie offene individuelle und differenziert einsetzbare Lernangebote enthalten. An zwei Medienentwicklungen soll gezeigt werden, wie Handwerksbetriebe in der Differenzierung und Modernisierung ihrer Ausbildung gestützt werden können. Dabei handelt es sich zum einen um die Einführung eines produktorientierten Leittextkonzeptes im Bereich des Möbelbaus, zum anderen um eine Sammlung "Projektarbeiten und Holzübungsstücke" für das Tischlerhandwerk. Mit den neuen Medien kann nicht nur eine Qualitätssteigerung in der Ausbildung bewirkt werden, sondern es können auch neue Ideen im Handwerk verbreitet werden, die der Kundenbetreuung, der betrieblichen Werbung und der Erweiterung der Erzeugnisvielfalt dienen.
Leittexte sind aus der methodischen und medialen Diskussion in der beruflichen Bildung nicht mehr wegzudenken. Die Leittextmethode steht für einen Methoden-Paradigmenwechsel, dessen Quintessenz sich in der Förderung des selbständigen Lernens zusammenfassen läßt. Die Vielfalt der Typen und Einsatzfelder von Leittexten ist Anlaß für die Autoren, die Entwicklung dieser Sonderform von Lehr-/Lernmaterialien nachzuzeichnen, sie nach pädagogischen Gesichtspunkten zu ordnen und Bezüge zu zentralen Kategorien der Berufspädagogik, wie Lehrgang, Projekt und Lernen in Realsituationen, herzustellen.
Die überbetrieblichen Ausbildungsstätten Waren und Elmshorn entwickeln seit 1992 in einem gemeinsamen Modellversuch Ansätze, die helfen, die berufliche Bildung zusammen mit Betrieben zu gestalten und umzusetzen. Mit Hilfe verschiedener Dienstleistungsangebote soll eine Qualifizierungsinfrastruktur geschaffen werden, die dem tatsächlichen Bedarf der Wirtschaft bzw. des Arbeitsmarktes gerecht wird. Das ÜAZ Waren prüft dazu eine betriebsnahe und zukunftsorientierte Gestaltung der beruflichen Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung neuer Technologien im betrieblichen Einsatz. Das Projekt konzentriert sich auf den Kreis Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Das ÜAZ Elmshorn unterstützt das ÜAZ Waren z.B. durch gemeinsame Literaturrecherchen, Einarbeitung in die Leittextmethode, gemeinsame Prüfungsdurchführung und Ausarbeitung von Lehrgangskonzeptionen.
Im Rahmen der Medienentwicklung in der beruflichen Umweltbildung wird ein Aus- und Fortbildungsmittel vorgestellt, das für die Verbesserung der umweltbezogenen Handlungskompetenz konzipiert wurde. Am Beispiel des auftragsbezogenen Leittextes "Bodenbelagarbeiten" skizziert der Beitrag den Versuch einer durchgängigen Integration des Umweltaspekts in alle Phasen einer Auftragsbearbeitung von der Kundenberatung über die Auftragsplanung und die Materialbestellung bis hin zu Terminierung der Durchführung und der Übergabe sowie der nachträglichen Kalkulation.
In dem Aufsatz werden Umsetzungsprobleme der beruflichen Umweltbildung am Beispiel der versorgungstechnischen Handwerksberufe konkretisiert. Dazu werden zunächst die Umweltbezüge der Versorgungstechnik am Beipiel Raumwärme/Warmwasser dargestellt. Für die Ausbildung werden Lernfelder und Handlungsspielräume genannt, in denen umweltbezogene Ausbildungsaktivitäten und Fortbildungsaktivitäten entwickelt werden können. Der Berufsschule kommt eine besondere Bedeutung als Anreger und Unterstützer von umweltbezogenen Erkundungsprojekten zu.
Die Effizienz einer leittextgesteuerten Projektausbildung ist wesentlich davon abhängig, inwieweit sie fach- und lernsystematischen Anforderungen entspricht. Im BIBB-Modellversuch "Leittextorientierte Lern- und Arbeitsmethoden (LoLA)" wird derzeit im Unternehmen Telekom für die Ausbildung zum/zur Kommunikationselektroniker/-in - Fachrichtung Telekommunikation - eine handlungsbezogene Lernsystematik für ein genetisches Lernen in einer leittextgesteuerten Projektausbildung (Modulausbildung) erstellt. Hintergründe und erste Ergebnisse stellt dieser Artikel vor.
Leittexte werden in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen theoretischen Begründungen eingesetzt. Das hat einerseits die Entwicklung dieser Lernform gefördert, führt aber andererseits immer wieder zu Mißverständnissen. Das Friedrichdorfer Büro für Bildungsplanung hat sich in verschiedenen Modellversuchen darum bemüht, für den Einsatz von Leittexten theoretisch begründete Lehr-Lern-Systeme zu entwickeln. Wichtige Positionen dieser Entwicklungsarbeit sollen in dem vorliegenden Aufsatz aufgezeigt werden.
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