Lesen und Schreiben sind ein Schlüssel zur gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe. Im Rahmen des BMBF-Projekts BauliG wurde ein digitales Lernangebot für Auszubildende der Bauwirtschaft entwickelt, um arbeitsorientiert literale Kompetenzen am Lernort der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) zu fördern.
Auf der Frühjahrssitzung des Hauptausschusses unter Vorsitz von Ingrid Sehrbrock, DGB, war neben der Beratung des Entwurfs des Berufsbildungsberichts 2012 und der aktuellen Ausbildungsplatzsituation die Einigung über den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) das zentrale Thema. Weitere Themen der Sitzung betrafen die internationale Beratungstätigkeit, insbesondere die Aufgaben und Ziele von Edvance, und das neue Programm der EU-Kommission für Bildung, Jugend und Sport „Erasmus für alle“.
Im Rahmen des Projekts "Lehrling Online" wurden in Bremen Auszubildende des neugeordneten Berufes "Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik (SHK) nach Ausstattung und Nutzung von Computern/Anwendungen zu Hause und im Ausbildungsbetrieb befragt. Es zeigte sich, daß Berufsschüler, insbesondere die Klientel für die SHK-Ausbildung, wenig Erfahrungen und selbst gesteuerte Voraussetzungen für IT-basierte Techniken mitbringen und in den Handwerksbetrieben der größte Nutzenanteil der Rechner noch im Bereich der Verwaltungsaufgaben liegt.
Computer sind für kaufmännische Auszubildende ein alltägliches Arbeitsmittel, bei der Durchführung von Abschlussprüfungen werden sie bisher kaum genutzt. In einem Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurde ein computergestützter Aufgaben-Prototyp zur Erfassung beruflicher Handlungskompetenz entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse wurden mit denen der regulären Abschlussprüfung, den Berufsschulnoten und einer Einschätzung der beruflichen Handlungskompetenz durch Lehrer und Ausbilder verglichen. Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, ist mit dem entwickelten Aufgabensatz noch kein Durchbruch zu handlungsorientierten computergestützten Prüfungen gelungen. Es sind noch wesentlich stärker auf die Simulation beruflicher Handlungsabläufe ausgerichtete Prüfungsformen zu entwickeln und erproben.
Das Erfahrungslernen spielte in der beruflichen Bildung schon immer eine bedeutende Rolle, im Rahmen neuer Unternehmenskonzepte und der Neufassung von Beruflichkeit wird es zusätzlich aufgewertet. Dezentrale Lernformen wie Qualitätszirkel, Lerninseln und Arbeits-Lern-Aufgaben werden eingeführt. Diese Lernformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie intentionales und Erfahrungslernen verbinden. In dem Beitrag werden Möglichkeiten und Grenzen des Erfahrungslernens erörtert und Wege der produktiven Verknüpfung von intentionalem und Erfahrungslernen diskutiert. Eingegangen wird auf Inhaltsaspekte und Problembereiche (begrifflich-semantische Bestimmungen; Erfassung, Anerkennung und Zertifizierung; Erfahrungslernen in EDV-gestützten Arbeitsprozessen) und auf unterschiedliche erfahrungsbasierte integrierte Lernansätze, die sich in der betrieblichen Praxis als mögliche neue Lernwege abzeichnen. Fünf Thesen zum Erfahrungslernen und dessen Verbindung mit intentionalem Lernen schließen den Beitrag.
Im Rahmen zweier Projekte des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden rund 1.500 Betriebe nach ihrer Ausstattung mit Computern und Netzen sowie deren Nutzung für die Arbeit und die Aus- und Weiterbildung befragt. Festgestellt wurde, dass IuK-Techniken in hohem Umfang in der Arbeit und weniger in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Das Lernen am Arbeitsplatz ist die in Klein- und Mittelbetrieben am meisten praktizierte Lernform, wenn es um den Einsatz von IuK-Technologien im Lernprozess geht. Netze zur lernortübergreifenden Aus- und Weiterbildung werden lediglich von wenigen Großbetrieben genutzt. Insgesamt ist die Einstellung der Befragten zum Einsatz von IuK-Technologien in der beruflichen Bildung, vor allem in Kleinbetrieben, positiv. Vorteile werden vor allem im flexiblen zeitlichen Einsatz, der Unabhängigkeit vom Lernort, der Möglichkeit des selbstgesteuerten Lernens und im Zugriff auf Informationen im Netz gesehen.
Im Modellversuch "Informations- und Kommunikationstechniken in der Betriebsführung des Handwerks" (IKTH) wurde multimediale Lernsoftware als Weiterbildungsmittel für Handwerker entwickelt und erprobt. Angesichts des hohen Aufwands der Entwicklung von Lernsoftware stellt der Beitrag die Frage, ob multimediales Lernen eigentlich mit so vielen Vorteilen gegenüber traditionellen Medien verbunden ist, dass der Aufwand gerechtfertigt erscheint. Eindeutige Vorteile hat das Medium, wenn es um EDV als Lerninhalt geht, darüber hinaus dürfte es gerechtfertigt sein bei der Vermittlung von Wissensinhalten. Probleme gibt es, wenn es beim Lesen um Verstehen, um Individualisierung und um persönliche Fähigkeiten gehen soll. Deshalb sollte man eher einen Medienverbund anstreben, als einseitig auf die Multimedialität von Lernprogrammen zu setzen.
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