Nach über 15 Jahren an der Spitze des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde Präsident Friedrich Hubert Esser am 16. Juni 2026 offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Berufsbildungspraxis und Gesellschaft kamen im BIBB zusammen, um auf sein langjähriges Wirken sowie auf gemeinsame Stationen seiner Präsidentschaft zurückzublicken.
Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale Zielgruppe der Berufsbildung. Doch werden Ihre Sichtweisen und Anliegen auch angemessen wahrgenommen? Welche Themen sind für junge Menschen wichtig? Welche Belastungen nehmen sie wahr? Wie blicken sie auf ihre Zukunft und welche Erwartungen und Forderungen stellen sie an unser Bildungs- und Beschäftigungssystem? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir vier junge Menschen interviewt, die in Jugendverbänden oder -organisationen ihrer Generation eine Stimme im öffentlichen Raum geben.
Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die vom technologischen, politischen und kulturellen Wandel geprägt ist. Hinzu kommen die Herausforderungen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und die zunehmend international verflochtene Politik und Ökonomie. Auch langfristige und eruptive Krisen bestimmen das Aufwachsen. Vieles deutet darauf hin, dass sich dadurch auch die Anforderungen an die Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben – Qualifizieren, Binden, Regenerieren und Partizipieren – erhöht haben. Der Beitrag stellt drei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen vor und diskutiert, wie diese mit der Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zusammenhängen.
Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung steht im politischen und wissenschaftlichen Fokus. Doch wie junge Menschen in der Schweiz die Ausbildung erleben, war lange Zeit wenig bekannt. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt, vorgefundenen Ausbildungsbedingungen und eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen müssen sie Strategien entwickeln, um sich im Berufsalltag zu behaupten. So zeigt dieser Beitrag, wie junge Menschen ihre berufliche Identität nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch Widerstand, Distanzierung und Autonomiestreben formen, an welche Grenzen sie dabei stoßen, und welche Rolle die Betriebe dabei spielen.
Die Lebensphase Jugend ist geprägt von zahlreichen Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben, die erhöhte Anpassungsleistungen von jungen Menschen erfordern. Dazu zählt auch, dass junge Menschen früh einen (Aus-)Bildungsweg wählen müssen, wodurch ihre Berufsaspirationen beeinflusst werden können. In diesem Beitrag wird anhand von Daten des Projekts Wege in die Zukunft untersucht, wie sich die Berufsaspirationen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in Wien nach der Sekundarstufe I entwickeln. Verbunden ist damit die Fragestellung, wie sich diese im Zusammenhang mit unterschiedlichen (Aus-)Bildungswegen verändern.
Mit der Covid-19-Pandemie und anderen aktuellen gesellschaftlichen Krisen verdichten sich die Erkenntnisse, dass das Wohlbefinden vieler junger Menschen stärker beeinträchtigt ist. Dies betrifft sowohl die körperliche Konstitution als auch das psycho-soziale Erleben und soziale Aspekte. So zeigen Studien ein stärkeres Stresserleben junger Menschen sowie die Zunahme von Einsamkeitserfahrungen. Bildungsverläufe, insbesondere auch Übergänge in die berufliche Bildung, sind von diesen Begleiterscheinungen geprägt. Vor diesem Hintergrund sind Akteure in Schule, Ausbildung und Beruf gefragt, diese Begleiterscheinungen in den Blick zu nehmen. Die im Beitrag präsentierten Ergebnisse der JuCo-V-Studie möchten hierfür sensibilisieren.
Nahezu alle Jugendlichen besitzen ein Smartphone und nutzen es täglich. Dies stellt das betriebliche Ausbildungspersonal oftmals vor Herausforderungen: Wann ist Smartphone-Nutzung akzeptabel, wann störend und wie reagiert man angemessen? Der Beitrag greift diese Frage auf und benennt Perspektiven für einen gesunden und produktiven Umgang mit dem Smartphone – ohne auf wirkungslose Verbote oder autoritäre Kontrolle zu setzen.
Jugendliche haben Lust am Wettkampf und daran, Teil von etwas Außergewöhnlichem zu sein. Nur so lassen sich die hohen Anmeldezahlen zum Wettbewerb »Jugend forscht« in Zeiten erklären, in denen andernorts händeringend versucht wird, junge Menschen für MINT-Fächer zu begeistern und Zukunftskompetenzen zu fördern. Der Beitrag wirft einen Blick auf Geschichte und Prinzipien dieses bundesweiten Wettbewerbs und zeigt auf, welche Potenziale er gerade auch für die berufliche Ausbildung bietet. Ziel ist es, Lehrkräfte und betriebliches Bildungspersonal zu ermutigen, junge Menschen in der beruflichen Bildung auf dem Weg durch diese anregende Welt zu begleiten. Dabei lassen sich auch Synergien zu aktuellen zukunftsgerichteten Ausbildungskonzepten aufzeigen.
Der Übergang Schule – Beruf stellt nicht nur Jugendliche, sondern auch Bildungsakteure vor große Herausforderungen. Wie können sie berufliche Orientierung und Interessenfindung bei jungen Menschen unterstützen? Das Projekt MINT-Kommunikationsbrücken eröffnet neue Zugänge zur Berufsorientierung durch eine überinstitutionelle Zusammenarbeit zwischen Universität, Ausbildungsbetrieben und Schulen. Die Wirkungen der Intervention auf die Berufswahlkompetenz der Schüler/-innen werden im Rahmen einer quantitativen Prä-Post-Studie mit Kontrollgruppen untersucht und zeigen differenzierte Effekte. Sie werden im Beitrag vorgestellt.
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