Im Beitrag wird das europäische Arbeitsmarktinstrument ESCO im Kontext anderer europäischer berufsbezogener Instrumente beschrieben. Es wird gezeigt, wie ESCO genutzt wird, um Berufsbilder durch das Aggregieren von „Skills“ zu strukturieren und Qualifikationen durch die Zuordnung von Kompetenzen zu Lernergebnissen zu definieren. Allerdings sind auf diese Weise definierte Qualifikationen für einen beruflich strukturierten Arbeitsmarkt nicht geeignet, da sie oft die nationalen Traditionen beruflicher Handlungskompetenzen nicht widerspiegeln. Abschließend wird im Beitrag ein alternativer Ansatz zur Sicherung der beruflichen Mobilität mithilfe von Qualifikationen vorgeschlagen.
Die Wärmebereitstellung befindet sich im Umbruch. Zukünftige Heizsysteme müssen ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Heizungen mit Erdgas und Erdöl sind Auslaufmodelle. Heizungsbau, Gasnetzbetrieb und Klimagewerke spielen für diesen Wandel eine Schlüsselrolle. Von den vielfältigen Möglichkeiten, Raumwärme mit verbesserter CO2-Bilanz zu produzieren, stellt dieser Beitrag die Wärmepumpe und die Verbrennung von Wasserstoff in Heizungen genauer vor und betrachtet mögliche Auswirkungen auf Berufsbilder und Aufgaben der Fachkräfte.
Das Prüfungswesen ist in Bewegung. Die Neuerungen durch die BBiG-Novelle im Jahr 2020 und die digitale Transformation sind hier zwei zentrale Treiber. Zudem gilt es, Prüfungsanforderungen und -aufgaben kontinuierlich an sich wandelnde Berufsbilder anzupassen.
Der Modernisierungsdruck auf das Prüfungswesen ist groß. Gleichzeitig beruht es in weiten Teilen auf ehrenamtlichem Engagement, das es zu unterstützen und zu stärken gilt. Vor diesem Hintergrund geht die BWP-Ausgabe der Frage nach, welche Anforderungen sich an ein modernes, qualitativ hochwertiges, rechtssicheres und praktikables Prüfungswesen stellen.
Mit der Novellierung der Metall- und Elektroberufe im Jahr 2018 sollte dem Anpassungsdruck begegnet werden, der diese Berufsbilder infolge der digitalen Transformation besonders trifft. Ziel war es, mit Standardinstrumenten die Flexibilisierung voranzubringen. Der Beitrag beleuchtet, wie dies gelungen ist und welche Schlussfolgerungen daraus für die Ausbildung der Metall- und Elektroberufe sowie die weitere Ordnungsarbeit gezogen werden können. Dabei nimmt er Bezug auf ein BIBB-Evaluationsprojekt und stellt Ergebnisse aus Regionalworkshops vor.
Die seit rund einem Jahrzehnt stattfindende Digitalisierung in der Metall- und Elektroindustrie (M+E) hat sowohl Auswirkungen auf Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten als auch auf die Ausgestaltung der Berufe. Unternehmen reagieren auf den veränderten Qualifikationsbedarf und bilden Fachkräfte zunehmend „hybrid“ aus, also an mechanischen, elektro- und informationstechnischen Anforderungen orientiert. Die 2018 teilnovellierten Metall- und Elektroberufe (M+E-Berufe) sowie der Beruf Mechatroniker/-in stoßen trotz der eingeführten Zusatzqualifikationen an ihre Grenzen. Auf Basis der aktuellen Entwicklungen in Unternehmen wird im Beitrag für die Gestaltung von Berufsbildern mit einem neuen Kern plädiert. Deren Neuausrichtung soll es ermöglichen, flexibler und passgenauer auf den Bedarf reagieren zu können.
Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Medienwirtschaft durch zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Produktion geprägt. Die dadurch entstandene Vielfalt von Produktionswegen, Ausgabekanälen und Produkten führte zu einer deutlichen Zunahme von Ausbildungsinhalten, die im Rahmen von monostrukturierten Berufsbildern nicht mehr abzubilden sind. Mit dem Modell der Wahlqualifikationen wurde ein Strukturmodell entwickelt, das diese Veränderungen abbilden und gleichzeitig unterschiedliche Spezialisierungsprofile schaffen kann. Bei der Neuordnung des Ausbildungsberufs Mediengestalter/-in Digital und Print im Jahr 1998 wurden erstmals Wahlqualifikationen als Flexibilisierungsinstrument eingesetzt. Im Beitrag werden die Entwicklung des Ausbildungsberufs bis heute beschrieben und Vorzüge und Herausforderungen beim Einsatz von Wahlqualifikationen aufgezeigt.
Das Berufsbildungssystem in Deutschland zeichnet sich durch ein hohes Maß an Standardisierung aus. Damit verbunden ist eine hohe Transparenz und Verbindlichkeit von Berufsbildern und -zertifikaten im Bildungs- und Beschäftigungssystem. Sie tragen mit dazu bei, individuelle Berufsbiografien zu strukturieren.
Diese Vorzüge stehen in einem Spannungsverhältnis zu Forderungen nach mehr Flexibilität des Systems. Dabei geht es zum einen um Fragen der Durchlässigkeit von Bildungswegen und zum anderen um die Anpassung von Berufsbildern an den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Ausgabe geht der Frage nach, in welcher Hinsicht mehr Flexibilität für ein leistungsfähiges und modernes Berufsbildungssystem sinnvoll oder gar notwendig ist, ohne jedoch grundlegende Prinzipien (wie z.B. das Berufsprinzip) über Bord zu werfen.
Die BWP zeigt sich solidarisch mit der Ukraine und passt für diese Ausgabe ihr Cover an.
Roofers do much more than roofing. They carry out other works on all areas of the roof and exterior walls of a building, and also install energy measures and solar thermal and photovoltaic systems. This description of the occupation explains the extent to which climate protection forms part of the training occupation. It also shows which trends are emerging and how trainee numbers are developing.
Stephanie Conein; Monika Hackel; Markus Bretschneider
„Das Berufsbildungssystem ist in der Krise!“ Die Anlässe für solche Äußerungen sind vielfältig und führ(t)en immer wieder dazu, bestehende Strukturen, insbesondere die Ordnungsarbeit der beruflichen Bildung, in Frage zu stellen – so auch in der im Herbst 2020 veröffentlichten Denkschrift von Dieter Euler und Eckart Severing. Vor diesem Hintergrund gibt der Beitrag Einblicke in die Ordnungsarbeit am BIBB und zeigt auf, wie es durch konsensuale Zusammenarbeit gelingt, Berufe im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel zu entwickeln. Dabei wird verdeutlicht, wie Ordnungsarbeit neue Entwicklungen frühzeitig erkennt, zeitnah in Ausbildungsberufe integriert und so gestaltet, dass sie langfristig und in der Fläche ausgebildet werden können.
Digitalisierung, Klimawandel, Migration und der kontinuierliche Bedarf an qualifizierten Fachkräften stellen die Berufsbildung in europäischen Ländern vor große Herausforderungen. Alle Staaten sind gefordert, attraktive Berufsbilder mit guten Perspektiven für den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu entwickeln. Ein länderübergreifender Erfahrungsaustausch in Europa ist notwendig und kann auch in andere Regionen der Welt Brücken bauen. Doch wie kann es gelingen, innovative Lösungen in diesem Sinne zu teilen und gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln? Das BILT-Projekt leistet als Innovationsplattform für die Berufsbildung hierzu einen Beitrag.
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