Eine intensive Ausbildungsbegleitung und Ausbildungsverbünde unterstützen sowohl die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen als auch den Erfolg der Ausbildung. Davon ausgehend startete der Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. 1998 eine Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative START 2000plus. Der Beitrag berichtet über Anliegen, Durchführung und die positiven Ergebnisse dieser Initiative.
Das 1998 neu geschaffene Berufsbild Mediengestalter-/in für Digital- und Printmedien umfasst fünf Ausbildungsberufe, die bislang im Bereich Druckvorstufe und in der Werbebranche ausgebildet wurden, in einem Berufsbild zusammen. Sinnvoll wurde die Zusammenführung durch die Entwicklung und Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechniken in allen Produktionsbereichen der Druck- und Medienindustrie. Im Rahmen der Evaluation des neuen Berufsbildes führte das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) Ende des Jahres 2000 eine schriftliche Befragung von Ausbildungsbetrieben durch. Ergebnis ist, dass das Berufsbild mit seiner neuen Konzeption auf überwiegend positive Resonanz stösst. Sowohl die Entwicklung der Ausbildungszahlen als auch die Einschätzungen der Ausbildungsbetriebe von Inhalten und Struktur des Berufe bestätigen dies. Darüber hinaus gibt es erste Anregungen zur Weiterentwicklung der Ausbildungsordnung, die sich auf die Ausweitung der Lerninhalte in Bezug auf die neuen Medien, die Vertiefung der Grundkenntnisse und eine stärkere Berücksichtigung der Medienkompetenz beziehen. Diese gilt es im Verlauf der Evaluation aufzunehmen und einer weiteren Prüfung zu unterziehen. Ende 2002 ist eine erneute Verlaufsuntersuchung in Ausbildungsbetrieben geplant, um mögliche Veränderungen bei der Gestaltung der Ausbildungsverträge und der betrieblichen Ausbildung erkennen zu können.
In den Jahren 1998 und 1999 haben je rund 142.000 Personen an einer Weiterbildungsprüfung bei den Kammern (Industrie und Handel, Handwerk) teilgenommen. Damit wurde der Abwärtstrend gestoppt. Die Teilnahme an Weiterbildung ist insgesamt gestiegen, den grössten Raum nehmen Lehrgänge und Kurse ein, d.h. nicht zertifizierte Weiterbildung. Ursache ist der Trend zu kurzfristig konzipierten, flexibel angelegten Kurssystemen, die auf aktuelle Bedürfnisse, insbesondere im IT-Bereich, ausgerichtet sind.
Der Praxisbezug von Prüfungen innerhalb der dualen Ausbildung und damit ihre Aussagekraft für die spätere Bewährung im Beruf werden häufig in Frage gestellt sowohl durch einzelne Prüfer, Betriebsvertreter als auch durch die zuständigen Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisationen. Es ist offen, ob die Kritik verallgemeinert werden kann und ob sie für alle Prüfungsformen und Berufe gilt. Deshalb wurden Betriebe um ihre Einschätzung von Prüfungen u.a. hinsichtlich Praxisnähe, Relevanz für Einstellungsentscheidungen, erfassbarer Personenmerkmale und Nutzen gebeten. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Prüfungen durchaus differenziert beurteilt werden und die Kritik an den Abschlussprüfungen nicht von allen Betrieben getragen wird. Zusätzlich erfolgt dies nach Beruf und Wirtschaftsbereich unterschiedlich. Das deutet darauf hin, dass keine flächendeckende Reform des Prüfungswesens, sondern die Neugestaltung der Prüfungsanforderungen einiger Berufe notwendig ist. Der Beitrag stellt die Ergebnisse der 1998 vom BIBB durchgeführten Betriebsbefragung vor.
Thema des Beitrages ist, wie die Berufsverläufe der Erwerbstätigen derzeit durch Berufswechsel geprägt werden und welche damit zusammenhängenden Sachverhalte und Entwicklungen sich daraus ergeben. Grundlage ist eine repräsentative Befragung der Erwerbstätigen in Deutschland, die gemeinsam von BIBB und IAB 1998/99 durchgeführt wurde. Die Daten belegen, dass ein Teil der Veränderungen und Entwicklungen am Arbeitsmarkt über die beruflichen Wechselprozesse der Erwerbstätigen aufgefangen wird. Von den Erwerbstätigen hat rund ein Drittel im Laufe des Berufslebens mindestens einmal den Beruf gewechselt, acht Prozent darunter mehrmals. Dabei zeigt sich deutlich ein Trend hin zu den Dienstleistungsberufen. Das berufliche Bildungssystem produziert flexible Arbeitskräfte. In den meisten Fällen hat sich die berufliche Mobilität für den Einzelnen gelohnt. Die Anpassung an die veränderten Bedingungen ist allerdings mit hohen Weiterbildungsanstrengungen und Anpassungsleistungen verbunden. Gleichzeitig bewirkt der Berufswechsel einen Verlust der Verwertbarkeit der in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen. Erforderlich seien daher auch in Zukunft stärkere Anpassungen an den veränderten Qualifikationsbedarf durch Neustrukturierungen und Weiterentwicklungen der Berufe.
Die Situation ausländischer Jugendlicher in der Berufsbildung hat sich in den letzten Jahren deutlich entspannt - das war das erstaunliche Ergebnis einer Sonderauswertung des Mikrozensus 1998. Dieses Ergebnis stand in einem gravierenden Gegensatz zu Resultaten einer BIBB/EMNID-Befragung aus demselben Jahr, in der überdurchschnittlich hohe Anteile Jugendlicher ohne Berufsabschluss ermittelt wurden. Während das BIBB zu einem Ungelerntenanteil von knapp 33 Prozent unter den Ausländern im Alter zwischen 20 und 29 Jahren kommt, liegen die Ergebnisse des Mikrozensus bei rund 21 Prozent. Eine erneute Überprüfung des Mikrozensus kommt nun zu vergleichbaren Grössenordnungen.
Welche besonderen Kenntnisse benötigen die Erwerbstätigen heute bereits bei ihrer Arbeit? Wo sehen sie derzeit den dringendsten Weiterbildungsbedarf? Und auf welche Weise versuchen sie, ihre berufliche Handlungskompetenz zu sichern? Die 1998/99 durchgeführte BIBB/IAB-Erhebung bei über 34.000 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt, dass nur noch wenige bei ihrer Arbeit ohne besondere Fachkenntnisse auskommen. Fundierte mutter- und fremdsprachliche Fertigkeiten bilden heute zusammen mit mathematischem Wissen und Anwenderkenntnissen von Computerprogrammen den Kern des im Berufsleben erforderlichen Allgemeinwissens. Mit wachsenden Anforderungen steigt aber auch der Weiterbildungsbedarf. Manche Erwerbstätige nehmen dabei vorausschauend auch solche Qualifikationen ins Blickfeld, mit denen sie gegenwärtig noch gar nicht konfrontiert sind. Die Daten belegen des weiteren, dass die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung kontinuierlich ansteigt, wobei die Häufigkeit vom beruflichen Status abhängt. Ihre berufliche Handlungskompetenz führen die meisten Erwerbstätigen auf eine Kombination von Erstausbildung (Lehre, Berufsfachschule, Hochschule) und arbeitsbezogenem Erfahrungswissen zurück, das im Laufe der beruflichen Tätigkeit erworben wird. Die Bedeutung des Erwerbs von Erfahrungswissen für die berufliche Handlungsfähigkeit scheint sich durch die Erhebungsdaten zu bestätigen.
Der Beitrag basiert auf Daten der seit 1979 nunmehr vierten BIBB/IAB-Erhebung, deren Feldarbeit um die Jahreswende 1998/99 durchgeführt wurde. Schwerpunkt der Untersuchung war der sich vollziehende Strukturwandel in der Arbeitswelt, insbesondere die Veränderungsdynamik in den Betrieben. Zum einen wurde nach strukturellen Veränderungen in den Wirtschaftszweigen (Vergleich der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen und Betriebsgrössenklassen) und technisch-organisatorischen Veränderungen in den Betrieben in den zurückliegenden zwei Jahren gefragt und zum anderen, ob diese sich auf die persönliche Arbeitssituation und die Arbeitsanforderungen ausgewirkt haben. In dem Beitrag wird eine erste Auswertung der Ergebnisse insbesondere unter dem Aspekt der Veränderungsdynamik in den Betrieben vorgestellt. Es wird festgestellt, dass einer der Hauptfaktoren des Wandels in der Verbreitung der Informationstechnologie zu sehen ist. Rund drei Viertel der Erwerbstätigen haben eine Änderung im Betrieb erfahren und auch eine Auswirkung auf die persönliche Arbeitssituation (41 Prozent). Aus der Sicht der Befragten hat sich die Arbeit in dem Zwei-Jahres-Zeitraum eher negativ entwickelt. Stress und Arbeitsdruck haben zugenommen, ebenso die körperliche Belastung. Positiv zu bewertende Entwicklungsaspekte sind der Anstieg der fachlichen Anforderungen und damit verbundene berufliche Entwicklungschancen.
Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer Befragung von Berufsfachschulabsolventen/-innen des Jahres 1998, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 1999 durchgeführt hat. Von besonderem Interesse sind dabei Fragen nach dem Verbleib, nach der Verwertung der an den Berufsfachschulen erworbenen Qualifikationen und nach Ausbildungsdefiziten, und zwar primär im Vergleich zwischen verschiedenen Berufsgruppen, aber auch verschiedenen Absolventenjahrgängen und mit Absolventen des dualen Systems. In die Untersuchung einbezogen waren die Länder Baden- Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen mit Bildungsgängen aus drei Berufsbereichen (Technische Assistentinnen, Wirtschaftsassistentinnen, Dienstleistungsassistentinnen). Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Berufsfachschulen eine Multifunktionalität haben und einen eigenständigen Beitrag im deutschen Berufsbildungssystem leisten; ihre Bildungsgänge werden weiter an Bedeutung zunehmen, weil sie in hohem Masse auch für Dienstleistungstätigkeiten qualifizieren. Um den Weg über die Berufsfachschule noch attraktiver und erfolgreicher zu machen, müssten mehr Praxisnähe, eine moderne Ausstattung und die Förderung überfachlicher Qualifikationen sichergestellt werden.
In Köln wurde zum 1. August 1998 ein Projekt initiiert, das die erstmalige Umsetzung des Berufsbilds im Rahmen einer Ausbildungskooperation unterstützt. Projektpartner sind neben der Kommune fünf Institutionen und zehn Unternehmen der Medienbranche. Gefördert wird die Qualifizierungsoffensive durch das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Laufzeit endet zum 31. Dezember 2000. Das Projekt wurde für die modellhafte Initiierung und Unterstützung von Ausbildungskooperationen kleiner und mittlerer Betriebe ausgezeichnet. In dem Beitrag wird die Intention des Projektes vorgestellt und über erste Ergebnisse berichtet.
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