Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Trotz des aktuellen Mangels an Arbeitskräften und einer hohen Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze haben viele Jugendliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung. Dies betrifft vor allem Jugendliche ohne oder mit einfachem Schulabschluss. Sie sind daher häufig in Bildungsgängen des Übergangsbereichs zu finden. Während zur Lebenssituation dieser Jugendlichen bereits Forschungsergebnisse vorliegen, gibt es zum Unterricht in Bildungsgängen des Übergangsbereichs kaum empirische Erkenntnisse. Dies gilt insbesondere für die Unterrichtsplanung, die in diesem Beitrag behandelt wird. Hierzu werden Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Lehrpersonen vorgestellt.
Das Jugendalter zeichnet sich durch mehr aus, als Qualifizierungsschritte hin zur Berufsentscheidung und Berufseinmündung zu vollziehen. Charakteristisch für diese Lebensphase sind auch Verselbstständigungsprozesse in weiteren Lebensbereichen. Die letzten drei Jahre waren jedoch durch die Pandemie und die damit verbundenen gesellschaftlichen Maßnahmen geprägt, was junge Menschen auf besondere Weise in ihren Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten beeinflusst hat. Welche konkreten Auswirkungen diese Situation auf eine Lebensphase hat, in der sich junge Menschen sowieso in einem Umbruch befinden, soll anhand des DJI-Surveys AID:A und der qualitativen Studie „Zukunftsbezogene Unsicherheit von Jugendlichen am Übergang von der Schule in den Beruf in Zeiten von Corona“ gezeigt werden.
Damit Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf gut bewältigen können, wird eine Reihe pädagogischer Angebote über einen längeren Zeitraum bereitgestellt. Welchen Beitrag diese pädagogischen Angebote, d. h. die Lerngelegenheiten der schulischen Berufsorientierung, im Einzelnen leisten, ist nicht vollumfänglich bekannt. Im Beitrag wird eine Studie vorgestellt, die langfristige Wirkungen ausgewählter Lerngelegenheiten auf relevante Dimensionen erfolgreicher beruflicher Entwicklung untersucht. Demnach erweisen sich informelle Gespräche, die Jugendliche beispielsweise mit Eltern und Freunden führen, auch auf lange Sicht als besonders förderlich für die berufliche Entwicklung, während standardmäßig genutzte Lerngelegenheiten wie z. B. Betriebspraktika oder Potenzialanalysen keine langfristigen Effekte zeigen.
Vor der konkreten Berufswahl entsteht bei vielen Jugendlichen erstmals das Gefühl, für das eigene Leben verantwortlich zu sein. Der Beitrag schlägt das Konzept der erwerbsbiografischen Selbstverantwortung als eine der konkreten Berufswahl vorgängige Orientierungsleistung vor, um diese Herausforderung theoretisch zu fassen. Es werden Kriterien pädagogischen Handelns zur Entwicklung erwerbsbiografischer Selbstverantwortung formuliert und es wird beispielhaft gezeigt, wie digitale Angebote im Sinne einer tragfähigen pädagogischen Beziehung im Übergang genutzt werden können.
Am Übergang Schule-Beruf sind Eltern in der Regel wichtige Ratgeber für ihre Kinder. Eltern mit Migrations- und Fluchtgeschichte sind oftmals jedoch mit dem deutschen (Aus-)Bildungssystem nicht vertraut. Damit auch sie ihre Kinder ins Berufsleben begleiten können, wurde in Hamburg nach Unterstützungsmöglichkeiten gesucht. Die zentrale Frage lautete: Wie kann die Zielgruppe möglichst niedrigschwellig erreicht werden? Als Antwort entwickelte die Jugendberufsagentur Hamburg in Kooperation mit der KAUSA-Landesstelle Hamburg eine mehrsprachige digitale Elternabendreihe.
Mit Themenclustern verfolgt das BIBB das Ziel, Forschungsfelder zu fokussieren und die Vernetzung innerhalb des BIBB sowie Kooperationen mit externen Partnern zu stärken. Auf dem Poster werden zu den einzelnen Etappen in der Bildungs- und Berufsorientierung die im Themencluster angesiedelten Projekte zugeordnet.
Der Wahl eines passenden Berufs geht ein komplexer Orientierungs- und Entscheidungsprozess voraus. Um die Berufswahlkompetenz der jungen Menschen zu stärken und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern, hilft es, berufsbezogene Vorstellungen der Jugendlichen und Einflussfaktoren auf ihre Berufswahl zu reflektieren sowie praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu ermöglichen. Doch wie kann dieser Prozess am Übergang von Schule in Ausbildung erfolgreich gestaltet werden? Welche Instrumente und Rahmenbedingungen erweisen sich dabei als förderlich?
In dieser BWP-Ausgabe geht es um die Frage der Wirksamkeit von Ansätzen zur beruflichen Orientierung. Hierzu werden Forschungsbefunde und praktische Erfahrungen vorgestellt und kritisch reflektiert.
Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung wird seit langer Zeit intensiv diskutiert, vor allem um die Chancengleichheit zu verbessern und die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern. Das Thema hängt eng mit der Frage nach der Flexibilisierung der Berufsbildung zusammen. Doch bis heute hat diese Durchlässigkeit faktisch nur ansatzweise eine praktische Relevanz. Daher werden Möglichkeiten erörtert, die den Übergang aus der beruflichen Bildung in die Hochschule und umgekehrt erleichtern können, z. B. eine Vereinheitlichung der Übergangs- und Anerkennungsmöglichkeiten sowie ein stärker lernortunabhängiges sowie modulartiges Curriculum. Letztlich geht es darum, bestehende strukturelle Hürden zu überwinden und Durchlässigkeit als Entwicklungsmöglichkeit zu begreifen.
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