Die gestaltungsoffenen Ausbildungsberufe erlauben den Betrieben, Flexibilitätsspielräume in der Ausbildung sinnvoll zu nutzen und mit betrieblichen Abläufen zu verbinden. Allerdings haben vor allem kleine und mittlere Unternehmen Schwierigkeiten mit der Umsetzung solcher innovativer Berufsbilder und benötigen Unterstützung von außen. Eine Vernetzung von betrieblichem Ausbildungsengagement mit den Leistungen eines externen Bildungsdienstleisters kann die Modernisierung der Ausbildung nachhaltig absichern. Ein Modellversuch zum "externen Ausbildungsmanagement" greift diese Problematik auf.
Die Forschungsstelle der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft führt im Rahmen der bmbf- Forschungsinitiative Früherkennung von Qualifikationserfordernissen'" seit November 2000 eine Untersuchung zur Früherkennung von Qualifikationserfordernissen für benachteiligte Personengruppen durch. Das Projekt geht der Frage nach, wie Problemgruppen des Arbeitsmarktes, insbesondere ungelernte und gering qualifizierte Arbeitnehmer für den aktuellen wie zukünftigen Arbeitsmarkt qualifiziert werden können. Ausgehend von den allgemeinen Zielstellungen und dem methodischen Design des Projektes beschreibt der Beitrag die derzeitigen Anforderungstrends für den Bereich 'einfache Tätigkeiten'. Aus den Trendaussagen werden mögliche Qualifizierungsstrategien abgeleitet.
Bei der Neu- und Umgestaltung des dualen Systems kommt den betrieblichen Akteuren aufgrund ihrer Nähe zum aktuellen Wissens- und Handlungsbedarf eine entscheidende Bedeutung zu. Das Nürnberger Ausbildungsmodell ist aus der betrieblichen Praxis heraus entwickelt worden und versteht sich in der weitgehend ordnungspolitisch geprägten Diskussion um die Modernisierung der Ausbildung als Reformanstoss von unten. Von einem Kreis betrieblicher Experten (Ausbildungsleiter, Führungskräfte, Fachkräfte, Ausbilder) wurde eine Ausbildungsstruktur modellhaft für einen industriellen Metallberuf entwickelt, die dem Qualifikationsbedarf der Betriebe entspricht und zugleich über die Ebene des Einzelbetriebs hinaus allgemein umsetzbar ist. Der Beitrag, der auf den Ergebnissen dieser Arbeiten basiert, stellt Grundzüge einer gestaltungsoffenen Ausbildung nach dem Nürnberger Modell vor. Entwickelt wurde eine modulare Ausbildungsstruktur, die auf breite Basisqualifizierung setzt und zu einem definierten Berufsabschluss führt. Die Modulstruktur kann als integriertes Aus- und Weiterbildungskonzept betrachtet werden, das den wechselnden spezifischen Anforderungen der Betriebe an die Qualifikation ihrer Mitarbeiter entspricht. Insgesamt wird durch das Ausbildungsmodell deutlich, welches Innovationspotential auf regionaler Ebene entfaltet werden kann.
Der Beitrag zeigt, wie die starre Abgrenzung der pädagogischen Funktionen von Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen die Funktionalität der Ausbildungsbemühungen an beiden Lernorten beeinträchtigt und fordert eine bedarfsorientierte Optimierung von Ausbildungsprozessen durch eine flexible Rollenverteilung zwischen Betrieben und Schulen. Im zweiten Teil wird ein Modellversuch der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Arbeitgeberverbände vorgestellt, in dem ein Kooperationsverfahren entwickelt und erprobt wird, das es den Akteuren des dualen Systems ermöglicht, ihre Zusammenarbeit durch institutionalisierte Strukturen zu effektivieren. Der Modellversuch setzt an bestehenden Formen der Lernortkooperation an und entwickelt vor Ort Verfahren der Systematisierung und Verstetigung der Zusammenarbeit.
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