Angesichts einer verstärkten Nachfrageorientierung in der Weiterbildung gewinnen die Themen „Weiterbildungstransparenz“ und „Weiterbildungsberatung“ an Bedeutung. Vor diesem Hintergrundbehandelt der Beitrag Einschätzungen und Sichtweisen der (potenziell) Weiterbildungsnachfragenden, die sich insbesondere auf empirische Ergebnisse des Adult Education Survey (AES) 2010 stützen. Dabei stehen die Weiterbildungstransparenz, das Informationsverhalten sowie die Wahrnehmung und Beurteilung von Beratungsangeboten im Mittelpunkt der Betrachtung. Abschließend werden sechs Ansatzpunkte zur Verbesserung der Weiterbildungstransparenz benannt: Vernetzung von Weiterbildungsdatenbanken, Weiterbildungstests, Ausbau trägerübergreifender Weiterbildungsberatung, Professionalisierung der Weiterbildungsberatung, Nutzung von Web 2.0-Anwendungen sowie eine optimierte Kombination von Informations- und Beratungsangeboten.
Weiterbildungsanbieter werden mittlerweile mit diversen Ansätzen konfrontiert, mit denen die Qualität ihrer Arbeitsabläufe und -ergebnisse gesichert und verbessert werden soll. Neben bereits bekannte wie Qualitätsmanagementsysteme und regionale Qualitätsverbünde traten in jüngerer Zeit die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest. Auf Grundlage verschiedener empirischer Erhebungen zeigt der Artikel, welche Ansätze die Anbieter angesichts dieser Vielfalt tatsächlich verfolgen und welche Wirkungen sie den Weiterbildungstests attestieren. Zunächst wird allerdings die wirtschaftliche Situation der Anbieter beleuchtet, da sie eine wichtige Rahmenbedingung für Qualitätsbemühungen in der Weiterbildung darstellt.
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) gab eine Delphi-Studie (eine auf die Zukunft ausgerichtete Expertenbefragung) in Auftrag, die sich mit der Zukunft des deutschen Bildungssystems bis zum Jahre 2020 beschäftigte. Untersucht wurden die Auswirkungen der Wissensgesellschaft auf die Bildungsprozesse und -strukturen. Zum einen wurden die Experten befragt, was die Bildungssysteme ihrer Ansicht nach in Zukunft leisten sollten, zum anderen sollten sie einschätzen, wie sich die Bildungssysteme wahrscheinlich entwickeln werden. Der Beitrag stellt die Ergebnisse des Bildungs-Delphi 1997/98 zum Bereich der beruflichen Bildung dar. Dem Urteil der Experten zufolge besteht im Bildungssystem Veränderungsbedarf, wobei dem Hochschul- und allgemeinbildenden Schulsystem ein höherer Reformbedarf attestiert wird. Im Bereich der beruflichen Bildung erwarten die Experten die Reform und Modernisierung der Berufsschulbildung, die Differenzierung der beruflichen Erstausbildung (zweijährige und überwiegend praktische Bildungsgänge, Zusatzqualifikationen), die Tertiarisierung der dualen Ausbildung (höherer Anteil von Absolventen der Berufs- und Wirtschaftsakademien), eine enge Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, die Medialisierung und die Internationalisierung der beruflichen Bildung (wie z.B. neue international anerkannte Abschlüsse). Zweifel hegen die Experten in bezug auf Fortschritte bei der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung und der verbesserten Förderung von Benachteiligten und Behinderten. Übersichten stellen die überwiegend erwünschten und zugleich erwarteten Entwicklungen dar sowie erwünschte Entwicklungen, die aber nur von einer Minderheit der Experten auch erwartet werden.
Der Beitrag behandelt Funktionen und Ziele der Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung, beschreibt Instrumente und Verfahren, zugrunde gelegte Qualitätskriterien und Zertifizierungsinhalte sowie bisherige Erfahrungen mit den verschiedenen Ansätzen. Analysiert werden im einzelnen die Stärken und Schwächen von Gütesiegelverbünden sowie die Stärken und Schwächen der ISO-Zertifizierung. Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich die ISO- Zertifizierung auf verbindliche Verfahren der Überprüfung konzentriert und die Diskussion inhaltlicher Qualitätskriterien vernachlässigt, während sich die Gütesiegelverbünde auf die Entwicklung inhaltlicher Qualitätskriterien konzentrieren und den Einsatz verbindlicher Kontrollverfahren vernachlässigen. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz, zur Professionalisierung des Bildungspersonals, zum Ausbau der Selbstkontrolle und zur externen Kontrolle beruflicher Weiterbildung.
Betriebe sind in Deutschland die quantitativ bedeutsamsten Träger beruflicher Weiterbildung. Um mehr über diesen wichtigen Weiterbildungssektor zu erfahren, wurde Infratest Sozialforschung vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft mit der Untersuchung 'Betriebliche Weiterbildung' beauftragt, die 1994 abgeschlossen wurde. Der Beitrag behandelt drei inhaltliche Schwerpunkte: Aspekte der Bedarfsermittlung und Planung betrieblicher Weiterbildung, Zusammenhänge zwischen arbeitsplatzbezogenen Rahmenbedingungen und der Weiterbildungsteilnahme sowie Ansätze zur Erfolgsbeurteilung und Qualitätskontrolle betrieblicher Weiterbildung. Abschließend werden Trends der betrieblichen Weiterbildung skizziert.
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