In Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern hat das Bundesinstitut für Berufsbildung 1990 eine Befragungsaktion bei Ausbildungsabbrechern durchgeführt. Die Erhebung wurde 1996 wiederholt. Der Anteil der Vertragslösungen hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig verändert, obwohl sich die Ausbildungsstellensituation erheblich gewandelt hat. Der Beitrag analysiert den Zeitpunkt der Vertragslösungen, den Verbleib nach der Vertragslösung und den Ausbildungsberufswechsel bei ausgewählten Berufen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die Lage der Jugendlichen, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, in den vergangenen sechs Jahren verschlechtert hat. Rund 60 Prozent dieser Jugendlichen hatten 1996 nach Vertragslösung keinen neuen Vertrag abgeschlossen; mehr als die Hälfte von ihnen ist arbeitslos.
Um empirische Daten über den Verbleib von Ausbildungsabbrechern zu erhalten, wurden 9.656 Personen, die ihre Ausbildungsverträge im letzten Quartal 1990 in 14 ausgewählten Handwerks- und Industrie- und Handelskammern vorzeitig gelöst haben, schriftlich befragt (Rücklauf: 26,2 %). Nach den Ergebnissen lassen sich drei Gruppen von Vertragslösern unterscheiden: Die größte Gruppe mit knapp der Hälfte der Fälle bilden die Ausbildungswechsler. Die zweite Gruppe mit einem Drittel der Fälle sind Personen, die sich für einen anderen Berufsweg oder Ausbildungsweg entscheiden und der betrieblichen Ausbildung den Rücken kehren. Die dritte Gruppe mit einem Anteil von 19 Prozent umfaßt Personen, die ohne Ausbildung sind, aber eine solche anstreben. Ein größerer Teil dieser Gruppe, das zeigen die überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenzahlen, zählt zu den Problemfällen von Vertragslösern, bei denen Persönlichkeitsgründe wie z.B. Lernschwäche für die Vertragslösung überwiegen dürften.
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