In seinem Beitrag in der Rubrik "Wiederentdeckt - neu gelesen" widmet sich der Autor einem Aufsatz von Ernst Ross aus dem Jahr 1993: "Computerunterstütztes Lernen. Ein bildungsökonomisches und didaktisches Patentrezept?".
Für ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung "Entwicklung von computerunterstützten multimedialen Lernsequenzen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in gewerblich- technischen Berufen" wurden 44 CD-ROM unter dem Aspekt der möglichen Interaktionen zwischen Lerner und Rechner untersucht. Es sollte ermittelt werden, ob die dem Medium innewohnenden didaktischen Potentiale von den Herstellern ausgeschöpft wurden. Der Beitrag stellt Untersuchungsergebnisse zu Interaktion, Handhabung und Design der CD-ROM vor. Fazit der Autoren: Die CD-ROM ist als Träger für multimediale Lernsoftware gut geeignet. Didaktisch anspruchsvolle Designs sind aber nur kostenaufwendig zu realisieren und werden es auch bleiben. Die besten Ergebnisse sind mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Benutzerführung und spielerischem und entdeckendem Lernen zu erzielen.
Computer sind aus Beruf und Ausbildung in fast allen Wirtschafts- und Dienstleistungsbereichen nicht mehr wegzudenken. Auch gibt es immer weniger Ausbildungen, in denen nicht in irgendeiner Form der Umgang mit diesem Werkzeug vermittelt wird. Dagegen wird in Prüfungen nur bei wenigen Berufen verlangt, dass am Computer gearbeitet wird. Wenn die Prüfung aber der Erfassung beruflicher Handlungskompetenz dienen soll, geht kein Weg an der Entwicklung computergestützter Prüfungsmethoden vorbei. Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt deshalb ein Forschungsprojekt zu neuen computergestützten Prüfungsformen durch. Der Beitrag gibt einen Überblick über den Stand der Entwicklung und über bereits vorliegende Erfahrungen, auf die man bei der Erarbeitung neuer Prüfungsmethoden zurückgreifen kann.
Im Rahmen einer empirischen Untersuchung wurden der Stand und die Entwicklung von Computer Based Training (CBT) in der Aus- und Weiterbildung österreichischer Unternehmen beleuchtet. Es zeigt sich, dass eine Integration von CBT in bestehende Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildungskonzepte meist die Ausnahme darstellt. Der Grund für die eher geringe Anwendung von CBT liegt hauptsächlich in dem Informations- und Erfahrungsdefizit der Bildungsverantwortlichen. Unternehmen, die bereits CBT einsetzen, betonen, dass der Computereinsatz zu einer hohen Identifikation mit dieser Trainingsform und einer positiven Einstellung gegenüber dem interaktiven Lernen geführt hat.
In dem Beitrag werden Untersuchungsergebnisse und Daten zum Stand der Anwendung des multimedialen und computerunterstützten Lernens zusammengetragen. Eingegangen wird auf Hardware, Netze und Lernsoftware sowie auf den Nutzungsgrad und die Hemmnisse für den Einsatz des multimedialen Lernens in Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben. Ein gesonderter Abschnitt befasst sich mit Kosten-Nutzen-Aspekten. Der Computereinsatz in der betrieblichen Weiterbildung rechtfertigt sich aus ökonomischen Gründen vor allem bei großen Teilnehmerzahlen, bei wenig komplexem Lernstoff bzw. eng abgegrenzten Lerninhalten und im Bereich der Lern- und Hilfsprogramme für die Computerarbeit.
Im Rahmen zweier Projekte des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden rund 1.500 Betriebe nach ihrer Ausstattung mit Computern und Netzen sowie deren Nutzung für die Arbeit und die Aus- und Weiterbildung befragt. Festgestellt wurde, dass IuK-Techniken in hohem Umfang in der Arbeit und weniger in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden. Das Lernen am Arbeitsplatz ist die in Klein- und Mittelbetrieben am meisten praktizierte Lernform, wenn es um den Einsatz von IuK-Technologien im Lernprozess geht. Netze zur lernortübergreifenden Aus- und Weiterbildung werden lediglich von wenigen Großbetrieben genutzt. Insgesamt ist die Einstellung der Befragten zum Einsatz von IuK-Technologien in der beruflichen Bildung, vor allem in Kleinbetrieben, positiv. Vorteile werden vor allem im flexiblen zeitlichen Einsatz, der Unabhängigkeit vom Lernort, der Möglichkeit des selbstgesteuerten Lernens und im Zugriff auf Informationen im Netz gesehen.
Im Modellversuch "Informations- und Kommunikationstechniken in der Betriebsführung des Handwerks" (IKTH) wurde multimediale Lernsoftware als Weiterbildungsmittel für Handwerker entwickelt und erprobt. Angesichts des hohen Aufwands der Entwicklung von Lernsoftware stellt der Beitrag die Frage, ob multimediales Lernen eigentlich mit so vielen Vorteilen gegenüber traditionellen Medien verbunden ist, dass der Aufwand gerechtfertigt erscheint. Eindeutige Vorteile hat das Medium, wenn es um EDV als Lerninhalt geht, darüber hinaus dürfte es gerechtfertigt sein bei der Vermittlung von Wissensinhalten. Probleme gibt es, wenn es beim Lesen um Verstehen, um Individualisierung und um persönliche Fähigkeiten gehen soll. Deshalb sollte man eher einen Medienverbund anstreben, als einseitig auf die Multimedialität von Lernprogrammen zu setzen.
Nach Jahren einer unverständlichen, wenn auch erklärbaren Zurückhaltung gegenüber computerunterstütztem Lernen (CAL) in beruflichen Schulen - Betriebe waren, wenn auch mit pädagogisch wenig anspruchsvollen Konzeptionen, mal wieder Vorreiter von Innovationen - scheint sich ein Wandel abzuzeichnen. Berufliche Schulen wenden sich jetzt vereinzelt diesem den klassischen Unterricht ergänzenden Medium zu. Diese Phase ist aber von einer doppelten Unsicherheit gekennzeichnet: Zum einen sind CAL-Konfigurationen zu entwickeln, die dem Anspruch handlungsorientierten Lernens gerecht werden, was nicht leicht zu bewerkstelligen ist, und zum anderen weiß man noch nicht, wie ein computerunterstützter Unterricht in der Berufsausbildung zu konzeptionieren und in seiner Leistungsfähigkeit zu beurteilen ist. Beidem soll der Modellversuch "Optimierung von Lernprozessen in ausgewählten Fachklassen der technischen Berufsfelder durch neue Formen der Lernorganisation und Nutzung interaktiver Medien sowie damit verbundener Differenzierungsmöglichkeiten" (OLLI) dienen.
Der dritte Fachkongress des Bundesinstituts für Berufsbildung gliedert sich in zehn Foren, die sich mit den Problemen, der Beurteilung und den Entwicklungsmöglichkeiten des dualen Systems befassen. Diskutiert wird über aktuelle Ausbildungsordnungen und Fortbildungsregelungen, neue Berufe, Qualifikationsbedarf, Qualifizierungsstrategien, multimediales Lernen, Personalqualifizierung, Prüfungen, Ausbildungsinhalte und transnationale Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. In dem Beitrag werden die zentralen Thesen der einzelnen Foren und Arbeitskreise vorgestellt.
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