Eine historisch-systematische Forschung, die sich mit dem Professionswissen, den Handlungsstrukturen, den Arbeitssituationen und dem Berufsbewusstsein des betrieblichen Bildungspersonals differenziert beschäftigt, existiert nur in Ansätzen. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass die Berufs- und Wirtschaftspädagogik lange Zeit überwiegend Berufswissenschaft der Berufsschullehrkräfte war und das betriebliche Ausbildungspersonal erst seit Erlass des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) zu ihrem Gegenstand gemacht hat. Im Rückblick auf das vergangene Jahrhundert wird im Beitrag verdeutlicht, wie stark die Auffassungen von der betrieblichen Ausbildungstätigkeit vom Menschenbild der jeweiligen Zeit abhängen. Zudem werden Gründe für ein vergleichsweise gering ausgeprägtes professionelles Selbstverständnis des betrieblichen Ausbildungspersonals erörtert. Bei der Beantwortung der Frage, was Berufsausbilder/-innen zukünftig können und demzufolge wissen müssen, gilt es stärker als bisher, Erkenntnisse zu nutzen, welche die berufs- und wirtschaftspädagogische Forschung bereithält.
Die duale Berufsausbildung zeichnet sich durch eine wirksame Form der Verknüpfung von Lernformen und -orten aus. Sie verbindet Lernen in realen Arbeitssituationen mit einer systematischen, stärker theoriegestützten und durch Allgemeinbildung ergänzten Wissensvermittlung in der Berufsschule. Die duale Berufsausbildung wird aber nur attraktiv bleiben, wenn sie sich neuen Lernkonzepten und Inhalten öffnet, damit sie ein Zukunftsmodell bleibt - so der Präsident des BIBB, Manfred Kremer.
Man geht grundsätzlich davon aus, dass Lernen aus Fehlern am Arbeitsplatz bei der Entwicklung beruflicher Handlungsfähigkeit eine zentrale Rolle spielt. Ob Fehler im Arbeitsprozess für Auszubildende auch Lerngelegenheiten bieten, sollte dabei erheblich von der Qualität des Handelns des betrieblichen Ausbildungspersonals in der konkreten Fehlersituation abhängen. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag über ein Forschungsprojekt berichtet, das die Kompetenz von Ausbilderinnen und Ausbildern beim lernwirksamen Umgang mit Fehlern von Auszubildenden in betrieblichen Arbeitssituationen in den Blick nimmt. Die Analysen sind im Hotel- und Gastgewerbe angesiedelt.
Im Zuge der Aufwertung des informellen Lernens am Arbeitsplatz hat sich das Interesse der Berufsbildungsforschung auch dem auftragsorientierten Lernen im Handwerk zugewendet. Die in der Ausbildung des Handwerks verwendeten Methoden und Lernunterstützungen wurden in einem Forschungsprojekt untersucht und zu einem handwerksgerechten Methodenkonzept verdichtet. Ziel war es, die authentischen Lern- und Arbeitssituationen in der Ausbildung möglichst wenig durch berufspädagogische Massnahmen zu verändern. Ein zweiter im BIBB entwickelter Ansatz ging davon aus, dass das Ausbilden mit Lernaufträgen und auftragsbezogenen Leitfäden sowie die ganzheitliche Beteiligung der Lehrlinge in allen Phasen des Kundenauftrages eine notwendige Erweiterung des auftragsorientierten Lernens darstellt.
Der Beitrag basiert auf Daten der seit 1979 nunmehr vierten BIBB/IAB-Erhebung, deren Feldarbeit um die Jahreswende 1998/99 durchgeführt wurde. Schwerpunkt der Untersuchung war der sich vollziehende Strukturwandel in der Arbeitswelt, insbesondere die Veränderungsdynamik in den Betrieben. Zum einen wurde nach strukturellen Veränderungen in den Wirtschaftszweigen (Vergleich der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen und Betriebsgrössenklassen) und technisch-organisatorischen Veränderungen in den Betrieben in den zurückliegenden zwei Jahren gefragt und zum anderen, ob diese sich auf die persönliche Arbeitssituation und die Arbeitsanforderungen ausgewirkt haben. In dem Beitrag wird eine erste Auswertung der Ergebnisse insbesondere unter dem Aspekt der Veränderungsdynamik in den Betrieben vorgestellt. Es wird festgestellt, dass einer der Hauptfaktoren des Wandels in der Verbreitung der Informationstechnologie zu sehen ist. Rund drei Viertel der Erwerbstätigen haben eine Änderung im Betrieb erfahren und auch eine Auswirkung auf die persönliche Arbeitssituation (41 Prozent). Aus der Sicht der Befragten hat sich die Arbeit in dem Zwei-Jahres-Zeitraum eher negativ entwickelt. Stress und Arbeitsdruck haben zugenommen, ebenso die körperliche Belastung. Positiv zu bewertende Entwicklungsaspekte sind der Anstieg der fachlichen Anforderungen und damit verbundene berufliche Entwicklungschancen.
In einer empirischen, qualitativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden Erwerbstätige aus sechs verschiedenen Berufsbereichen nach typischen und wichtigen Alltagssituationen gefragt, in denen Anforderungen an soziale Kompetenz eine Rolle spielen. Die geschilderten beruflichen Alltagssituationen gliedern sich in Kontakt- und Kommunikationssituationen, Kooperationssituationen, Problemsituationen und Konfliktsituationen. Der Beitrag nennt Beispiele für typische Anforderungen an die soziale Kompetenz in den einzelnen Arbeitssituationen und diskutiert eine Definition, die Bedeutung und die Geschlechtsspezifik von sozialer Qualifikation. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Problemen und Möglichkeiten der Vermittlung sozialer Qualifikation in der Aus- und Weiterbildung.
Dargestellt werden ausgewählte Ergebnisse einer Befragung von Ausbildern in Klein- und Mittelbetrieben des Handwerks, die 1994 im Bundesland Oberösterreich im Rahmen eines universitären Projektseminars durchgeführt wurde. Die Befragung erfolgte mittels standardisierter Interviews. An einer Stichprobe von 227 nebenberuflichen Ausbildern wurden Daten über deren Arbeits- und Berufssituation erhoben, wobei sich die Fragestellungen der Studie im besonderen auf Rollenverständnis, Zufriedenheit, Motivations- und Frustrationsauslöser, Qualifikation und Selbstbild konzentrierten.
Im Rahmen der BIBB/IAB-Erhebung 1991/92 wurden auch die Personen erfaßt, zu deren Aufgaben die Ausbildung von Lehrlingen gehört. Ihre Erwerbssituation wird untersucht und mit den Angaben der übrigen Befragten verglichen. Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige beteiligen sich an der Qualifizierung von Auszubildenden. Die überwiegend männlichen Ausbilder sind schulisch und beruflich deutlich besser qualifiziert als Nichtausbilder und interessieren sich stärker für Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind tendenziell härter, die an sie gestellten Arbeitsanforderungen vielseitiger als die anderer Arbeitnehmer, und ihre wöchentliche Arbeitszeit ist überdurchschnittlich hoch. Trotzdem äußern sich Ausbilder deutlich zufriedener über ihre Tätigkeit.
Auf der Grundlage einer Befragung von Führungskräften eines großen Automobilherstellers zu ihrer Arbeitssituation nach der Einführung der CAD-Technologie wird der Frage nachgegangen, wie sich neue Technologien auf die Situation unterer und mittlerer Führungskräfte auswirken. Dabei wird festgestellt, daß trotz neuer Produktionskonzepte die Fixierung der Führungskräfte auf eine vertikale Karriere, verbunden mit fachlicher Verantwortung bestehenbleibt. Soziale Kompetenzen werden geringer gewertet als die fachliche Qualifikation. Die veränderten Anforderungen durch den Einsatz neuer Technologien, durch die angestrebte Veränderung der Arbeitssituation und die Verringerung der Hierarchieebenen kollidieren mit den Zielsetzungen der Führungskräfte. Dies führt dazu, daß die Veränderungen in der Arbeitsorganisation von den Führungskräften nur zum Teil mitgetragen und damit auch die neuen Technologien teilweise nur suboptimal eingesetzt werden.
Der betriebliche Weiterbildner war Gegenstand eines vom BMBW finanziell unterstützten Forschungs- und Entwicklungsprojektes, in dessen Rahmen auch Fallanalysen in den Weiterbildungsabteilungen zweier Großbetriebe der Bereiche Automobilbau und Chemie durchgeführt wurden. Ziel der Untersuchung war es, Grunddaten zur aktuellen Arbeitssituation und zum Bildungsbedarf der Weiterbildner zu sammeln, um in einem konzeptionellen Teil Vorschläge und Bausteine für die Weiterbildung der Weiterbildner zu erarbeiten. Im analytischen Teil der Untersuchung wurden u.a. die "Berufsrollen" der Weiterbildner erfaßt. Der vorliegende Beitrag faßt wesentliche Ergebnisse des Projektes zusammen.
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