Andauernde Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der resultierende Strukturwandel werfen die Frage auf, ob Berufsausbildungen weiterhin erfolgreiche Berufslaufbahnen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. In diesem Beitrag werden daher für die Schweiz Erwerbslosigkeit und Löhne von Beschäftigten mit verschiedenen Bildungswegen miteinander verglichen. Es zeigt sich, dass Personen mit Berufsausbildung eine höhere Beschäftigung aufweisen und dass sich die Lohnverteilungen von Personen mit berufs- und allgemeinbildenden Abschlüssen deutlich überlappen.
Seit 1993 können drei- und vierjährige berufliche Grundbildungen, die zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führen, mit einer Berufsmaturität (BM) kombiniert werden. Die BM soll unter anderem die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Grundbildung und Hochschulbildung erhöhen, die Studierfähigkeit an einer Fachhochschule sicherstellen und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels beitragen. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern die BM diese Ziele erreicht und welche Hürden sich in der Praxis stellen.
Mit der zweijährigen beruflichen Grundbildung mit Berufsattest (EBA) wurde das Berufsbildungssystem in der Schweiz durch ein Bildungsangebot ergänzt, das die berufliche Integration verbessern und gleichzeitig niederschwellig sein soll. In einer Befragung zeigt sich jedoch, dass die Mehrheit der EBA-Lernenden – insbesondere aus sonderschulischen Settings oder mit Migrationshintergrund – nicht direkt in die Ausbildung einsteigt, sondern zuvor Brückenangebote nutzt. Im Beitrag werden diese Übergangsphasen beschrieben und untersucht, welche Gruppen von Jugendlichen verzögert in die Ausbildung einsteigen und wie sich dies auf ihre Erfahrungen zu Beginn der Ausbildung auswirkt.
Die Schweiz verfolgt das bildungspolitische Ziel, dass 95 Prozent aller jungen Menschen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erwerben. Mit der Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) war beabsichtigt, benachteiligten Jugendlichen einen ersten qualifizierenden Abschluss zu ermöglichen, der sie befähigt, sich einerseits im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und andererseits in eine weiterführende Ausbildung einzusteigen. Im Beitrag werden die EBA-Berufe anhand allgemeiner Kennzahlen beschrieben. Danach wird ein differenzierter Blick auf kurz- und mittelfristige Inklusionseffekte geworfen und reflektiert, welches Inklusionspotenzial dieser Ausbildungstyp bietet.
Die ersten Verordnungen der zweijährigen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) traten zum 1. Januar 2005 in Kraft. Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer Längsschnittstudie zur Arbeitsmarktintegration von jungen Berufsleuten nach einer zweijährigen Grundbildung im Detailhandel (Verkaufsberufe) bzw. im Gastgewerbe. Er fokussiert die berufliche Entwicklung von Absolventinnen und Absolventen einer zweijährigen Grundbildung mit Berufsattest, diskutiert mittels eines Längsschnitt- sowie vergleichenden Ansatzes Daten zur Beschäftigungssituation, Mobilität und Flexibilität von Personen mit der neuen zweijährigen beruflichen Qualifikation und liefert damit erste längerfristige Erkenntnisse über die neue Ausbildungsform.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport (SMK) führt seit dem Schuljahr 2007/2008 einen Schulversuch zur 'Neugestaltung der beruflichen Grundbildung kaufmännischer und verwandter Berufe' (BERG) durch. Unter Grundbildung wird dabei das erste Jahr der beruflichen Ausbildung in Vollzeitform im Rahmen des Berufsgrundbildungsjahrs (BGJ) und im dualen System verstanden. Der Schulversuch widmet sich der Frage, wie eine gemeinsame Grundbildung für kaufmännische Berufe bzw. Berufsgruppen gestaltet werden kann. Im Beitrag wird die Entwicklung eines nach Lernfeldern strukturierten Curriculums (inkl. Ziele, Inhalte, Stundentafeln mit entsprechenden Zeitrichtwerten) vorgestellt, das sich derzeit in der Erprobung befindet.
Die laufende Reform der kaufmännischen Grundbildung in der Schweiz wurde mit einem klaren Bekenntnis zur 'Einheitslehre' gestartet. Vorausgegangen waren umfangreiche Untersuchungen in Form von Tätigkeits- und Szenarioanalysen, die zeigten, dass es sehr wohl einen 'Kern' von kaufmännischen Tätigkeiten gibt, welche die Mehrheit der Branchen teilen. Dennoch sind auch markante Unterschiede zwischen den Branchen feststellbar, die sich künftig noch verstärken könnten. Der Beitrag fasst Verfahren und Ergebnisse zusammen und skizziert den heute vorliegenden Entwurf einer neuen Verordnung, mit dem ein Kompromiss zwischen Branchenforderungen nach mehr Flexibilität, der Umsetzbarkeit angesichts der kleinräumigen Strukturen auf Schulseite und dem Wunsch nach branchenübergreifender Mobilität der angehenden Kaufleute gesucht wird.
Die beruflichen Schulen lassen sich unter dem Aspekt der Ausbildungsbeteiligung zwei Typen zuordnen. Zum einen Typ zählen das Berufsgrundbildungsjahr, das Berufsvorbereitungsjahr und die Berufsfachschulen. Ihre Ausbildungsbeteiligung schwankt zyklisch mit der Veränderung von Angebot und Nachfrage in der betrieblichen Ausbildung. Zum anderen Typ, dessen Ausbildungsbeteiligung im Untersuchungszeitraum fast durchgehend zunimmt, gehören die Fachschulen, die Schulen des Gesundheitswesens, die Fachgymnasien, technischen Oberschulen, Kollegschulen und Fachoberschulen. Deren stete Zunahme wird im Beitrag näher untersucht und auf eine sich ändernde Bewertung beruflicher Bildungswege zurückgeführt.
Die anhaltend angespannte Ausbildungsstellensituation und die damit verbundene mögliche Veränderung des Bildungsverhaltens waren Anlaß, erneut eine Befragung in den Abgangsklassen von allgemein- und berufsbildenden Schulen durchzuführen.Die Schülerbefragung erfolgte am Ende des abgelaufenen Schuljahres 1996/97. Befragt wurden Schüler in der 9. bzw. 10. Klasse der Hauptschule, in der 10. Klasse der Real- und Gesamtschule sowie im Berufsvorbereitungs-/Berufsgrundbildungsjahr und in den ein- bis zweijährigen Berufsfachschulen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen. Knapp drei Viertel der Schüler streben direkt oder indirekt eine duale Ausbildung an. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil um fünf Prozentpunkte.
Mit der Einführung von vier neuen IT-Ausbildungsberufen sind konzeptionelle Innovationen hinsichtlich der Struktur der Ausbildungsberufe, ihrer didaktischen Leitlinien und des Prüfungsmodells verbunden. Die vier neuen IT-Berufe (IT-Systemelektroniker/IT-Systemelektronikerin, Fachinformatiker/Fachinformatikerin, IT-Systemkaufmann/IT-Systemkauffrau, Informatikkaufmann/Informatikkauffrau) schließen eine strukturelle Ausbildungslücke und leisten einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion über Zukunftsfähigkeit und Flexibilisierung des dualen Systems. In dem Beitrag werden neben allgemeinen Überlegungen zum Strukturwandel, zum Fortbestand der dualen Berufsausbildung und zu den strukturellen Ausbildungsdefiziten der IT-Branche das Konzept der neuen IT-Ausbildungsberufe und ihre zentralen Begriffe erläutert. Im Rahmen einer Basisqualifizierung werden alle vier Ausbildungsberufe über gemeinsame Kernqualifikationen verbunden, die auf ein ganzheitliches Aufgabenverständnis abzielen und berufliche Flexibilität sowie Lernfähigkeit für wechselnde IT-Fachaufgaben sichern. Auf diesen Kernkompetenzen baut dann die Fachbildung auf, die offen gestaltet wird für vielfältige Spezialisierungen.
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