Wie lassen sich Fachkräftepotenziale schon in der Schule entdecken und fördern? Produktives Lernen zeigt, wie praxisnahes und individuell begleitetes Lernen Jugendlichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen neue Chancen eröffnet. Durch die enge Kooperation mit Betrieben werden aus vermeintlich abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern motivierte Auszubildende. Im Beitrag werden das Konzept des Produktiven Lernens erläutert sowie Kennzahlen zur Verbreitung und Ergebnisse zur Einschätzung der Wirksamkeit vorgestellt.
Das französische System der beruflichen Tertiärbildung umfasst universitäre und nicht universitäre Bildungsgänge. Während die nicht universitären Bildungsgänge in Frankreich seit jeher stärker praxisorientiert und für den direkten Weg ins Erwerbsleben konzipiert sind, fand im Rahmen des Bologna-Prozesses auch in der universitären Ausbildung eine berufliche Fokussierung statt. Mit der "licence professionelle", einem praxisorientierten Bachelorabschluss, wurde in Frankreich ein erster Hochschulabschluss geschaffen, bei dem theoretische Lerneinheiten mit Praxisphasen in der Berufswelt verknüpft werden. Der Beitrag untersucht, wie Absolventinnen und Absolventen mit einer licence pro im Vergleich zu jenen mit anderen tertiären Abschlüssen der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt und verfolgt deren weiteren Verbleib in den ersten sieben Jahren.
Mit dem Abschluss eines dualen Studiums verbinden die (potenziell) Studierenden einen sicheren Berufseinstieg und gute Karrierechancen. Aber wie sieht der Übergang in den Job tatsächlich aus? Im Beitrag werden auf der Basis eines am IAQ durchgeführten Forschungsprojekts der berufliche Einstieg und die Zukunftspläne dieser Gruppe von Bachelorstudierenden betrachtet. Die Ergebnisse unterstützen sowohl Schulabgänger/-innen bei ihrer Studien- und Berufswahl als auch Betriebe und Hochschulen bei der Gestaltung und Weiterentwicklung dualer Studiengänge.
Der Beitrag behandelt die bevorstehende Reform der Pflegeausbildung: die Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung sowie eine Erstausbildung auf Hochschulniveau. Auf der Basis von Daten einer im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH durchgeführten Verbleibstudie werden im Beitrag mögliche Implikationen für die pflegerische Versorgung diskutiert. Hintergrund sind Befunde zur retrospektiven Einschätzung und zur weiteren Berufsorientierung von Absolventinnen und Absolventen zu den beiden neuen Ausbildungsformen.
Vorzeitige Lösungen von Ausbildungsverträgen sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Betrachtungen gerückt. Angesichts eines in vielen Branchen drohenden Fachkräftemangels ist das Thema auch verstärkt Gegenstand der Berichterstattung in den Medien geworden. Dort dominiert das Bild von nicht durchhaltewilligen und -fähigen Jugendlichen und von Vertragslösung als negativ zu beurteilendem »Abbruch«. Die hier vorgestellten Studienergebnisse zeichnen ein differenzierteres Bild: Sie geben Aufschlüsse zu den Gründen vorzeitiger Vertragslösungen im Handwerk und auch zu den weiteren Perspektiven der Jugendlichen nach einer Vertragslösung.
Bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern wie auch in der Öffentlichkeit gelten Pflegeberufe als wenig attraktiv. Schichtarbeit und sowohl körperlich als auch psychisch belastende Arbeitsbedingungen bei schlechter Bezahlung und geringen Karrierechancen werden als Gründe angeführt. Die Behauptung, dass Pflegekräfte bereits nach einer kurzen Erwerbsphase aus ihrem Beruf aussteigen, erscheint vor diesem Hintergrund zwar plausibel, ist jedoch bisher kaum empirisch untermauert. Was ist also dran an den Thesen vom Pflegeberuf als Ausstiegs- und Sackgassenberuf? Bleiben gelernte Kranken- und Altenpfleger/-innen tatsächlich nur wenige Jahre in ihrem Beruf und haben diejenigen, die in diesem Beruf verbleiben, nur geringe Aufstiegschancen? Untersucht werden diese Fragen auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, die auch einen Vergleich mit anderen Berufen erlaubt. Das Ergebnis: Pflegeberufe sind besser als ihr Ruf.
MINT occupations, the umbrella term for job qualifications involving mathematics, information technology, natural sciences and technology, are often cited as a prime example of the imminent skills shortage. This apparent perception of a skills shortage is the subject of the following article. The principal question is whether there is actually any problem with the supply of newly qualified workers. With the help of reference data from official statistics on this occupational field and the first interpretations of the BIBB-IAB Qualification and Major Occupational Field Projections, the article aims to give a more nuanced description of the real situation in this occupational field.
Die ersten Verordnungen der zweijährigen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) traten zum 1. Januar 2005 in Kraft. Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer Längsschnittstudie zur Arbeitsmarktintegration von jungen Berufsleuten nach einer zweijährigen Grundbildung im Detailhandel (Verkaufsberufe) bzw. im Gastgewerbe. Er fokussiert die berufliche Entwicklung von Absolventinnen und Absolventen einer zweijährigen Grundbildung mit Berufsattest, diskutiert mittels eines Längsschnitt- sowie vergleichenden Ansatzes Daten zur Beschäftigungssituation, Mobilität und Flexibilität von Personen mit der neuen zweijährigen beruflichen Qualifikation und liefert damit erste längerfristige Erkenntnisse über die neue Ausbildungsform.
Die Frage, ob Absolventen einer beruflichen Ausbildung später tatsächlich im erlernten Beruf beschäftigt sind, ist auf der Grundlage von Kennwerten amtlicher Statistik nur schwer zu beantworten. Eine differenzierte Einschätzung ist mit Hilfe einzelner Indikatoren der BIBB/BauA-Erwerbstätigenbefragung 2006 möglich. Dies wird am Beispiel der Ausbildung zum/r Friseur/-in veranschaulicht.
Der berufliche Verbleib von Absolventen der Berufsfachschulen ist nach wie vor wenig erforscht trotz steigender Schülerzahlen. Eine Diplomarbeit "Beruflicher Verbleib von Berufsschulabsolventen - Eine empirische Untersuchung im Rahmen des Regionalprojektes Sachsen" an der Technischen Universität Dresden untersuchte nun, in welchem Maße Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und damit die Qualität der beruflichen Eingliederung besitzen. Die Untersuchung folgt dem erziehungswissenschaftlichen Verbleibbegriff von ZIMMERMANN, wonach entscheidend für die berufliche Eingliederung das Erleben von Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung ist. Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse. Zunächst wird der Erwerbsstatus der Absolventen dargestellt, in einem weiteren Schritt der Zusammenhang zwischen den Formen des Erlebens und der Persönlichkeitsentwicklung nachgewiesen und schließlich beschrieben, in welchem Maße sich die erwerbstätig gewordenen Absolventen in ihrem Arbeitskontext autonom, kompetent und sozial eingebunden erleben. Die Befunde sprechen für die systematische Einbeziehung dieser Größen in künftige Verbleibsuntersuchungen.
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