Ausbildungsmittel können dazu beitragen, Fähigkeiten wie Gestaltungs- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Dazu müssen sie offene individuelle und differenziert einsetzbare Lernangebote enthalten. An zwei Medienentwicklungen soll gezeigt werden, wie Handwerksbetriebe in der Differenzierung und Modernisierung ihrer Ausbildung gestützt werden können. Dabei handelt es sich zum einen um die Einführung eines produktorientierten Leittextkonzeptes im Bereich des Möbelbaus, zum anderen um eine Sammlung "Projektarbeiten und Holzübungsstücke" für das Tischlerhandwerk. Mit den neuen Medien kann nicht nur eine Qualitätssteigerung in der Ausbildung bewirkt werden, sondern es können auch neue Ideen im Handwerk verbreitet werden, die der Kundenbetreuung, der betrieblichen Werbung und der Erweiterung der Erzeugnisvielfalt dienen.
Der Beitrag beschreibt den Paradigmenwechsel und die sich verändernde Rolle der Bildungstechnologie in der Berufsbildung im Verlauf der letzten 30 Jahre. Im Hinblick auf ihre Aufgaben werden der Bildungstechnologie drei Kernfunktionen zugeordnet: eine prospektiv-innovative, eine verbessernde, qualitätssichernde und eine standardisierende Funktion. Nach der Darstellung dieser drei Funktionen geht der Beitrag auf die wesentlichen Herausforderungen an die Forschung auf dem Gebiet der Medienentwicklung und -erprobung ein und berichtet über ausgewählte Aspekte und Probleme der Medienforschung und -entwicklung im Bundesinstitut für Berufsbildung.
Der Beitrag berichtet über einen Versuch, mit Hilfe zweier Modellzentren in Osteuropa eine lokal angepaßte Entwicklung im Bereich der spanenden Fertigung voranzutreiben. Die Qualifizierung im Bereich der neuen Technologie erfordert ein integriertes Vorgehen auf verschiedenen Ebenen der Aus- und Weiterbildung. Daher findet in beiden Modellzentren eine Integration von Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung von Lehrkräften und der Entwicklung von Lehrplänen und Ausbildungseinheiten statt. Zugleich ist eine integrierte Medienentwicklung vorgesehen.
Im Rahmen der Medienentwicklung in der beruflichen Umweltbildung wird ein Aus- und Fortbildungsmittel vorgestellt, das für die Verbesserung der umweltbezogenen Handlungskompetenz konzipiert wurde. Am Beispiel des auftragsbezogenen Leittextes "Bodenbelagarbeiten" skizziert der Beitrag den Versuch einer durchgängigen Integration des Umweltaspekts in alle Phasen einer Auftragsbearbeitung von der Kundenberatung über die Auftragsplanung und die Materialbestellung bis hin zu Terminierung der Durchführung und der Übergabe sowie der nachträglichen Kalkulation.
Die Verwendung geeigneter Lernmittel oder Medien ist in der beruflichen Bildung zunehmend ein Anzeichen für Qualität und Professionalität von Qualifizierungsprozessen. Die Möglichkeiten der reflektierten Medienverwendung können in der Praxis aufgrund vielfältiger Schwierigkeiten häufig nicht realisiert werden. Mit vier Beispielen der Medienentwicklung für das Handwerk wird gezeigt, wie der Einbezug der Anwender in die Medienentwicklung, die mediale Kompetenz und das berufliche Selbstverständnis der Ausbilder, das Vermittlungskonzept der Medien und die Struktur handwerklicher Qualifizierungsprozesse in kleinen und mittleren Betrieben, die Bewertung von medial aufbereiteten und realen Lernsituationen an komplexen Maschinen durch die Ausbilder sich auf die Akzeptanz und die tatsächliche Medienverwendung in der Ausbildung auswirken können. Fazit: Die Entwicklung brauchbarer Medien aufgrund eines erkannten Bedarfs der Ausbildungspraxis stellt ohne integrierte Bemühungen um die Implementation dieser Medien ins Praxisfeld oft keinen hinreichenden Ansatz zur Verbesserung der Ausbildung dar.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat den gesetzlichen Auftrag, die Bildungstechnologie durch Forschung zu fördern. Unter Bildungstechnologie sind in diesem Zusammenhang Lehr- / Lernmittel für die betriebliche Berufsausbildung zu verstehen. Die vom Bundesinstitut entwickelten Ausbildungsmittel sollen zum Aufbau einer beruflichen Handlungsfähigkeit und zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden beitragen. Die Bildungstechnologieforschung beobachtet und analysiert die technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation und die Ausbildungsbedingungen. Die ermittelten für die berufliche Bildung bedeutsamen Inhalte werden didaktisch aufbereitet und in eine für den Lehr-/ Lernprozeß geeignete Form umgesetzt. Die Ergebnisse fließen in beispielhaft entwickelte Ausbildungsmittel ein, die unmittelbar in der praktischen Berufsausbildung eingesetzt werden können. Bedingt durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen unterliegen auch die Ausbildungsmittel einer ständigen Weiterentwicklung. Dabei ist bezogen auf die Konzeption abzusehen, daß es zukünftig nicht darauf ankommt, den bestehenden Ausbildungsmitteln weitere "Fertigkeitsübungen" hinzuzufügen als vielmehr berufliche Handlungsfähigkeit durch didaktisch-methodische Maßnahmen zu erzielen. Eine detaillierte Untersuchung hat ergeben, daß die in den neuen Ausbildungsverordnungen genannten Fertigkeiten manueller Arbeitstechniken im wesentlichen Gegenstand der berufsfeldbreiten Grundbildung sind. Die Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit und übergeordneter Qualifikationen gewinnt dagegen während der gesamten Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Hierzu Unterlagen zu entwickeln, wird den Schwerpunkt zukünftiger Arbeit in der Medienentwicklung bilden.
Seit Anfang 1977 steht die MEDIENBANK des BIBB für Anfragen zur Verfügung. In der MEDIENBANK sind z Z. Daten über ca. 1700 Unterrichtsmedien/Ausbildungsmittel wie z. B. Videoprogramme, Dia-Reihen, Buchprogramme und Arbeitstransparente gespeichert. Erfasst wurden bisher überwiegend Unterrichtsmedien der Berufsfelder Elektrotechnik, Metall sowie Wirtschaft und Verwaltung. Die Daten der MEDIENBANK werden über Veröffentlichungen wie z. B. berufsfeldbezogene Medienkataloge, Titellisten und Dokumentationskarten sowie mit Hilfe von Anfragekarten Ausbildern, Lehrern und anderen interessierten Personen zur Verfügung gestellt.
Das BBF kommt seinem Auftrag, Vorschläge für die Weiterentwicklung des beruflichen Fernunterrichts zu erarbeiten, auch in der Form nach, vorbildhafte Fernlehrgänge selbst zu initiieren. Es begibt sich dabei auf das Gebiet beruflicher Anpassungsfortbildung, wo nach den Erfahrungen aus der Überprüfung von Fernlehrgängen große Unsicherheiten beim privaten Fernlehrwesen zu bemerken sind. Durch die Entwicklung eines Fernlehrgangs Elektrotechnik/Elektronik soll ein Instrumentarium entstehen, das von den privaten Fernlehreinrichtungen genutzt werden kann und so eine verbesserte Grundlage für den im Fernunterricht defizitären Bereich der beruflichen Anpassungsfortbildung bietet. ln dem Beitrag werden die bildungspolitlsclien und didaktisch-methodischen Ziele des Lehrgangs, die Curriculum- und Medienentwicklung, die Arbeits- und Betreuungsformen und die Zielsetzung der Begleituntersuchung vorgestellt.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.