Der hier wiederentdeckte Beitrag von Sigrid Damm-Rüger entstand in der frühen Phase der Digitalisierung. Personalcomputer hielten flächendeckend Einzug in die Arbeitswelt und die Autorin fragt, ob der technische Wandel zwangsläufig zu höheren Arbeits- und Qualifikationsanforderungen der Fachkräfte führe und wie diese zu erforschen seien. Informationstechnik und Digitalisierung haben in den vergangenen 40 Jahren weiter an Fahrt aufgenommen, die Fragen von Sigrid Damm-Rüger bleiben gleichwohl virulent und sollen hier zum Ausgangspunkt für eine kleine Zeitreise durch die Digitalisierung bis hin zum Einzug von KI genommen werden.
Gesellschaftlicher, ökonomischer und technologischer Wandel haben häufig Auswirkungen auf das Bildungssystem und auf den Arbeitsmarkt. Die Entwicklungen von Qualifikationen für Tätigkeiten und Berufe zu beobachten und zu analysieren, ist seit Bestehen des BIBB neben der Ordnungsarbeit eine der Kernaufgaben des Instituts. Ziel der Qualifikationsentwicklungsforschung ist die systematische Beobachtung und Analyse von beruflichen Arbeitsmarktentwicklungen aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Datenzugängen, um Veränderungen und Anpassungsprozesse frühzeitig erkennen zu können. Im Beitrag wird dieses Forschungsfeld am Beispiel der Tätigkeiten im Bereich Erneuerbare Energien methodisch sowohl aus der Sicht der Erwerbstätigen wie auch der Betriebe beschrieben und es werden einige Ergebnisse dargestellt.
Das öffentlich diskutierte Phänomen Industrie 4.0 fasst technologische Entwicklungen für Produktion und Logistik der Zukunft zusammen. Für die berufliche Bildung gilt es, daraus die Folgen hinsichtlich Qualifikationsanforderungen, Kompetenzentwicklung sowie Qualifizierungsmöglichkeiten abzuschätzen, neue Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. In diesem Beitrag wird geklärt, was unter Industrie 4.0 im Kontext der beruflichen Bildung verstanden werden kann, was Studien der Qualifikationsforschung hierbei zu leisten vermögen und welche Aufgaben für die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung vor diesem Hintergrund weiterverfolgt werden sollten.
Die Verselbstständigung von IT-Systemen nimmt in der Entwicklung hin zu Industrie 4.0 Schritt für Schritt weiter zu, sodass sich Arbeit und Rolle von Fachkräften in Zukunft stark verändern werden. Die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt, die schon mit der Entwicklung des Internets der Dinge begann, wird zu Veränderungen in der Arbeitsorganisation, in den Arbeitsprozessen und damit in den Arbeitsanforderungen sowie in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine führen. Basierend auf Ergebnissen zur Früherkennung von Qualifikationen zum Internet der Dinge im Produktionsbereich wird im Beitrag dargelegt, welche Weiterentwicklung es in den letzten fünf Jahren gegeben hat und welche Schlüsse daraus für die Kompetenzentwicklung im Zeitalter von Industrie 4.0 gezogen werden können.
Rezension zu: Von der Arbeitsanalyse zur Diagnose beruflicher Kompetenzen. Methoden und methodologische Beiträge aus der Berufsbildungsforschung / Matthias Becker, Martin Fischer, Georg Spöttl (Hrsg.)
Die Beiträge dieser Ausgabe geben einen Einblick, wie aktuelle Anforderungen an die Modernisierung der Berufsbildung sowohl in der Ordnungsarbeit als auch in der betrieblichen Praxis aufgegriffen und umgesetzt werden. Dies betrifft u.a. Fragen der Kompetenzorientierung, die Integration von Zusatzqualifikationen in Ausbildungsordnungen, die stärkere Verzahnung von Aus- und Fortbildung sowie die Erstellung handlungsorientierter Prüfungen. Anhand ausgewählter Befunde aus der beruflichen Qualifikationsforschung veranschaulichen die Artikel zudem, wie Berufsbilder zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. Im Kommentar zum Heft hebt Professor Dr. Reinhold Weiß die Bedeutung der Berufsforschung hervor. Sie habe die Funktion, den Strukturwandel zu begleiten, neue Bedarfe zu identifizieren, Ursachen und Wirkungszusammenhänge offenzulegen sowie Gestaltungsvorschläge zu entwickeln. Die Ausgabe enthält weitere Beiträge zur neuen Ausbilder-Eignungsverordnung 2009, zu ersten Neuerungen in der Berufsbildungsstatistik 2007 und zu Ausbildungsverbünden in Österreich.
Rezension zu: Europäische Herausforderungen und Potenziale der Qualifikationsforschung in der beruflichen Bildung / Günter Pätzold, Anne Busian, Julia von der Burg
In einem BIBB-Projekt zur Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen soll das Erfahrungswissen von Beratern für die Qualifikationsforschung erschlossen werden. Im Zentrum stehen betriebliche Veränderungen, die von Beratern begleitet und mitgestaltet wurden. Im Beitrag werden Strategien und Methoden zur Ermittlung von Qualifikationsbedarf im Rahmen von Beratungsprozessen und der Einfluss von Beratern auf die Gestaltung der betrieblichen Qualifikationsentwicklung und Qualifizierung dargestellt. Die Aussagen basieren einmal auf einer Betriebsbefragung zur Beratung in Betrieben, zum anderen auf Auswertungen von Interviews mit Beratern, die als Personal- und Organisationsentwickler, als Arbeitsgestalter und Change Manager tätig sind.
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