Der niederländische Qualifikationsrahmen (NLQF) wurde 2011 als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) eingeführt. Im Januar 2025 wurde er gesetzlich verankert. Im Beitrag wird dargestellt, wie sich der NLQF auf die Stärkung der Transparenz von Qualifikationen, die Standardisierung und Steuerung in den formalen und nicht-formalen Bildungsbereichen und auf Initiativen zum lebenslangen Lernen auswirkt und wie sein Zukunftspotenzial in einer sich entwickelnden Bildungslandschaft einzuschätzen ist.
Das Berufsbildungssystem in Deutschland zeichnet sich durch ein hohes Maß an Standardisierung aus. Damit verbunden ist eine hohe Transparenz und Verbindlichkeit von Berufsbildern und -zertifikaten im Bildungs- und Beschäftigungssystem. Sie tragen mit dazu bei, individuelle Berufsbiografien zu strukturieren.
Diese Vorzüge stehen in einem Spannungsverhältnis zu Forderungen nach mehr Flexibilität des Systems. Dabei geht es zum einen um Fragen der Durchlässigkeit von Bildungswegen und zum anderen um die Anpassung von Berufsbildern an den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Ausgabe geht der Frage nach, in welcher Hinsicht mehr Flexibilität für ein leistungsfähiges und modernes Berufsbildungssystem sinnvoll oder gar notwendig ist, ohne jedoch grundlegende Prinzipien (wie z.B. das Berufsprinzip) über Bord zu werfen.
Die BWP zeigt sich solidarisch mit der Ukraine und passt für diese Ausgabe ihr Cover an.
Am 1. September 1969 trat das Berufsbildungsgesetz (BBiG) in Kraft. Vorausgegangen waren lange und intensive Debatten über die Notwendigkeit und Regelungsbereiche eines solchen Gesetzes. Seit seinem Inkrafttreten gelten bundeseinheitliche Bestimmungen für die duale Ausbildung und berufliche Fortbildung. Das hohe Maß an Standardisierung und die gesetzlich geregelte Zusammenarbeit der Sozialpartner mit Bund und Ländern tragen wesentlich zur Profilierung dieses Bildungsbereichs bei und genießen international hohes Ansehen. Doch bietet der gesetzliche Rahmen auch genügend Flexibilität, um auf Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft reagieren zu können? Mit kurzen Statements aus dem Hauptausschuss und dem wissenschaftlichen Beirat des BIBB von Dr. Alexandra Bläsche, Prof. Dr. Detlef Buschfeld, Elke Hannack und Dr. Hans Jürgen Metternich wird diese Frage rückblickend und perspektivisch beleuchtet.
Am Beispiel des BMBF-Programms zur "Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten" (BOP) wird im Beitrag der Frage nachgegangen, was ein Förderprogramm zur Entwicklung eines zentralen Handlungsfelds für die Berufsbildung leisten kann und welche Bedeutung in diesem Zusammenhang einer programmbegleitenden Evaluation zukommt. Einführend werden Eckpunkte des Programms und der Evaluation erläutert und im Anschluss beispielhaft zentrale Ergebnisse der Evaluation und deren Konsequenzen für die Gestaltung der Berufsorientierung vorgestellt.
Jährlich legen rund 30.000 Absolventinnen und Absolventen ihre Prüfung in bundeseinheitlichen kaufmännischen Fortbildungsberufen auf Meister-/ Bachelorebene ab. Ihre Bedeutung und die Zuordnung der Abschlüsse auf Niveau 6 des DQR förderten in den vergangenen Jahren konzeptionelle Entwicklungen zur Standardisierung dieser Fortbildungsregelungen. Der Beitrag zeigt Funktionen dieser Berufe auf, stellt die handlungs- und prozessorientierte BIBB-Konzeption für berufsübergreifende Qualifikationen (BeQua) vor und gibt Einblick in Strukturdiskussionen, die mit der Umsetzung in künftigen Verordnungen einhergehen.
Procedures and instruments for the assessment of competences afford a particular opportunity in so-called search and transitional phases such as that from school to work to render personally related areas of potential and resources visible and to make them deployable for development processes. At the same time, they may also play a part in recognising (educational) risks at an early stage and instigating preventative support. A multiplicity of various procedures for the assessment and development of competences have emerged and been deployed within the vocational orientation provision of general schools and school-based and extra-school vocational preperation over the course of recent years. The question arising is which procedures are really suitable for the assessment of competences. The present paper presents various procedures and criteria for their evaluation.
Befunde aus der Bildungs- und Qualifizierungsberatung lassen insbesondere aus betrieblicher Sicht einen wachsenden Bedarf an integrierten Beratungsprozessen erkennen. Zur Unterstützung der Fachkräfteentwicklung und -qualifizierung in KMU müssen pädagogische Beratungsangebote in der Verknüpfung mit anderen Beratungsdienstleistungen stattfinden. Hierzu wurden in der Lernenden Region Trier in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen Instrumente zur Standardisierung und Professionalisierung entwickelt und erprobt, die in diesem Beitrag skizziert werden.
Verfahren und Instrumente zur Kompetenzfeststellung bieten vor allem in sogenannten Such- und Übergangsphasen - wie z. B. von der Schule in den Beruf - die Möglichkeit, personenbezogene Potenziale und Ressourcen sichtbar und für Entwicklungsprozesse nutzbar zu machen. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, (Bildungs-)Risiken frühzeitig zu erkennen und eine Förderung präventiv einzuleiten. In der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen sowie in der schulischen und außerschulischen Berufsvorbereitung sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von unterschiedlichen Verfahren entstanden und eingesetzt worden. Fast unübersichtlich ist das Angebot an Kompetenzfeststellungsverfahren geworden. Es stellt sich die Frage, welche Verfahren zur Ermittlung der Kompetenzen wirklich geeignet sind. Im folgenden Beitrag werden verschiedene Verfahren und Kriterien für ihre Beurteilung vorgestellt.
"Qualitätsmanagement" und "Standards" sind als Begriffe in der Bildungspolitik, der Kultusadministration oder sonstiger sich mit Bildungsfragen beschäftigenden Einrichtungen nicht mehr wegzudenken. Diese hohe Attraktivität ist verständlich, denn die Bezeichnungen stehen für Steuerungsinstrumente, von deren Einsatz eine Verbesserung der Leistungen des Bildungswesens erwartet wird. Die Möglichkeiten der effektiven Implementierung und Handhabung dieser Instrumente werden davon bestimmt, inwieweit deren konzeptuelle Eckpunkte zutreffend rekonstruiert und in die jeweiligen Einsatzbedingungen "übersetzt" werden. Darüber hinaus gilt es, Standards und Qualitätsmanagement konzeptgemäß auf einander zu beziehen, um das Steuerungspotenzial zu maximieren. Die Ausführungen wollen einen Beitrag zur Bearbeitung dieser Aufgaben leisten. Lösungsvorschläge für folgende fünf Fragen werden vorgestellt: Welches sind die Ausgangspunkte bei der Beschäftigung mit Standards und mit Qualitätsmanagement im Bildungsbereich? Im Kontext welcher Aufgabenstellungen erscheinen Standards als zweckmäßige Steuerungsinstrumente? Aus welchen Komponenten setzt sich ein umfassendes Qualitätsmanagement zusammen? Wie lässt sich die Beziehung zwischen Standards und Qualitätsmanagement darstellen? Wie lässt sich die Beziehung zwischen Standards, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementkonzept darstellen?
Der Kopenhagen-Prozess, der 2004 erfolgreich von der EU-Kommission initiiert worden ist, bestimmt zusehends die deutsche Bildungsdebatte. Über die Auswirkungen wird derzeit auf verschiedenen nationalen Ebenen diskutiert und gerungen. Für die Weiterbildungslandschaft könnten sich durch eine konsequente Integration der Funktionsprinzipien des europäischen in einen deutschen nationalen Qualifikationsrahmen gravierende Auswirkungen ergeben. Der Autor zeigt zunächst die Entwicklung der europäischen Bildungspolitik seit 1995 auf und erläutert die potenziellen Folgen anhand des europäisch-deutschen Politikgeflechts. Beschrieben werden die Auswirkungen auf sechs unterschiedlichen Feldern: Organisation von Weiterbildung, Qualität der Weiterbildung, Validierung des informellen und nicht-formalen Lernens, Standardisierung von Bildungsdienstleistungen, Professionalisierung des Bildungspersonals, Durchsetzung von Leistungspunkten.
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