Im Jahr 2023 erreichte die Zahl junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss mit 2,79 Millionen Personen ihren bisherigen Höchststand. Im Jahr 2024 ist sie erstmals seit neun Jahren wieder rückläufig. Diese Entwicklung wird im Folgenden dargestellt und die Ergebnisse differenziert nach Schul- und Berufsabschluss erläutert. Zur Identifizierung von Fachkräftepotenzialen lohnt zudem ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation junger Erwachsener.
Andauernde Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der resultierende Strukturwandel werfen die Frage auf, ob Berufsausbildungen weiterhin erfolgreiche Berufslaufbahnen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. In diesem Beitrag werden daher für die Schweiz Erwerbslosigkeit und Löhne von Beschäftigten mit verschiedenen Bildungswegen miteinander verglichen. Es zeigt sich, dass Personen mit Berufsausbildung eine höhere Beschäftigung aufweisen und dass sich die Lohnverteilungen von Personen mit berufs- und allgemeinbildenden Abschlüssen deutlich überlappen.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Societal debates on occupations in essential work within the context of the pandemic have fuelled questions relating to the value and appreciation of occupational tasks beyond economic criteria. We compare two lists of essential occupations in order to describe their valuation on the basis of characteristics such as wages, prestige and workload together with an analysis of the qualification levels of employees in these occupations. Our aim is to widen the perspective on the equivalence of general and vocational education by addressing the question as to whether burdens or responsibilities are distributed evenly across workers at all qualification levels in times of crisis. The 2018 BIBB/BAuA Employment Survey serves as our database.
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Infografik
Christian Ebner; Sabine Krüger; Daniela Rohrbach-Schmidt
Im langfristigen Trend kann in Deutschland eine beträchtliche Zunahme von Studienanfängerinnen und -anfängern beobachtet werden. Der vorliegende Beitrag analysiert den Wert von Berufen, die ein Studium erfordern, im Vergleich zu Berufen, die typischerweise den Abschluss einer Berufsausbildung, eine Aufstiegsfortbildung oder gar keine formale Berufsqualifikation verlangen. Die (Un-)Gleichwertigkeit dieser Berufe wird auf Basis von Lohn und Ansehen untersucht. Beide Dimensionen spielen bei der individuellen Berufswahl und Arbeitsmotivation, aber auch bei betriebsseitigen Stellenbesetzungen eine Rolle.
In diesem Beitrag fassen wir aktuelle Forschungsergebnisse zur Bedeutung der Berufsstruktur für die Reproduktion von Geschlechterungleichheiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt zusammen. Dazu präsentieren wir zunächst langfristige Trends der Geschlechtersegregation seit den 1970er-Jahren. Anschließend analysieren wir, ob und wie die Geschlechterzusammensetzung von Berufen und damit verbundene Berufsmerkmale Geschlechterungleichheiten in monetären und nicht-monetären Arbeitsmarkterträgen reproduzieren.
Frauenberufe bezeichnen Berufe, die einen sehr hohen Frauenanteil aufweisen. Die Löhne in Frauenberufen sind im Durchschnitt geringer als in typischen Männer- oder Mischberufen, in denen Frauen nicht dominieren. Ob sich der durchschnittlich einkommensmindernde Effekt eines Frauenberufs je nach Qualifikationsniveau und je nach fachlicher Ausrichtung des Berufs unterscheidet, wurde jedoch bisher nicht ausreichend beantwortet und stellt den Fokus dieses Beitrags dar. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wird erstens untersucht, ob sich die Ausübung eines Frauenberufs unter Erwerbstätigen mit Berufsausbildung gleichermaßen auswirkt wie in der Gesamtheit aller Erwerbstätigen. Zweitens wird mit Fokus auf Erwerbstätige mit Berufsausbildung analysiert, ob alle Frauenberufe gleichermaßen geringere Löhne aufweisen oder Unterschiede in Abhängigkeit von der fachlichen Ausrichtung des ausgeübten Frauenberufs festzustellen sind.
Occupations with a very high proportion of women are designated as female-dominated occupations. Wages in female-dominated occupations are on average lower than in typical male-dominated occupations and in mixed occupations not dominated by women. Whether this average income-reducing effect of female-dominated occupations differs across educational levels and across occupational fields has not yet been analysed and forms the focus of the present article. Using the 2018 BIBB/BAuA Employment Survey, we first investigate whether the effect of female-dominated occupations is different for the group of employed persons with a vocational education and training (VET) degree than for the whole group of employed persons with all educational levels. Second, by focusing on employed persons with a VET degree, we analyse whether all female occupations are poorly paid or whether any differences arise depending on the specific field of the female-dominated occupation.
The study of personality traits has received increasing attention in education and labour market research in recent years. Numerous studies show that personality exerts an independent influence on educational and labor market success. Against this background, a BIBB research project surveyed around 8,000 core employees from the BIBB/BAuA Employment Survey 2018 on their personality traits. Which personality structures and preferences exist in the current working population in Germany? Are there any differences in these structures between occupational groups? What significance do these characteristics have for labour market success? These are the issues addressed in this article.
Der Untersuchung von Persönlichkeitseigenschaften kommt in der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung in den vergangenen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit zu. Zahlreiche Studien weisen nach, dass Persönlichkeit einen eigenständigen Einfluss auf den Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg ausübt. Vor diesem Hintergrund wurden in einem BIBB-Forschungsprojekt rund 8.000 Kernerwerbstätige aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 zu ihren Persönlichkeitsmerkmalen befragt. Welche Persönlichkeits- und Präferenzstrukturen liegen in der aktuellen Erwerbstätigenbevölkerung in Deutschland vor? Lassen sich Unterschiede in diesen Strukturen zwischen Berufsgruppen feststellen? Welche Bedeutung haben diese Eigenschaften für beruflichen Erfolg? Diesen Fragen geht der Beitrag nach.
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