BP:
 
 

BWP 4/2014

Aufstiegsfortbildung

BWP 4/2014

Mit rund 230 bundesweit anerkannten Fortbildungsberufen bietet das Berufsbildungssystem attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Doch können sich diese im Kontext einer zunehmenden Akademisierung von Bildungsabschlüssen weiterhin behaupten? Die Ausgabe widmet sich diesem für duale Berufsbildungssysteme typischen Qualifizierungsweg, und lässt vier Fortbildungsabsolventinnen und -absolventen zu Wort kommen. Sie berichten von Ihren Motiven, Erfahrungen und beruflichen Perspektiven. Teilnahmezahlen und die Einschätzung des Nutzens, den Aufstiegsfortbildungen aus Sicht der Individuen und Betriebe bieten, sind ebenso Gegenstand des Heftes wie Fragen zur didaktischen Gestaltung von Fortbildungslehrgängen, der Zuordnung von Fortbildungsabschlüssen im DQR und internationale Entwicklungen im tertiären Bildungsbereich.

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 9.9 MB)

Editorial

Friedrich Hubert Esser

Durchlässigkeit als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Bildungssystem

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 629 KB)

Im Editorial hebt BIBB-Präsident Esser angesichts des vorherrschenden Akademisierungstrends die Bedeutung eines durchlässigen Bildungssystems für individuelle Bildungs- und Karriereverläufe hervor und benennt Handlungsbedarf aus Sicht der beruflichen Bildung.
Anja Hall

Aufstiegsfortbildung – Entwicklungen im Zeitverlauf

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 691 KB)

Ein anerkannter Fortbildungsabschluss wird in der Regel nach einer Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung abgelegt und ebnet insbesondere Personen ohne Hochschulzugangsberechtigung den Weg in höhere berufliche Positionen. Solche traditionellen Aufstiegspositionen scheinen jedoch angesichts von Veränderungen auf der Unternehmensebene und der zunehmenden Konkurrenz durch Erwerbstätige mit Hochschulabschluss an Bedeutung zu verlieren. Anhand des Mikrozensus und den BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen werden Entwicklungen für die vergangenen 30 Jahre nachgezeichnet.

Themenschwerpunkt

Reinhold Weiß

Anerkannte Fortbildungsabschlüsse – Aufstiegsfortbildung unter Reformdruck

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 824 KB)

Die Möglichkeiten zur Fortsetzung der Erstausbildung und zur Erweiterung der beruflichen Kompetenzen durch staatlich geregelte Fortbildungsabschlüsse sind ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der beruflichen Bildung. Sie bieten Beschäftigten mit einer beruflichen Ausbildung eine Perspektive, ihr Aufgabenspektrum zu erweitern und verantwortliche Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen. Die anerkannten und bewährten Fortbildungsregelungen stehen jedoch vor neuen Herausforderungen. Um ihre Attraktivität auch in Zukunft zu gewährleisten, muss das System weiterentwickelt werden. Hierzu werden im Beitrag Entwicklungen beleuchtet und mögliche Handlungsfelder benannt.
Carmen Baumeler, Ines Trede, Katja Dannecker

Tertiäre Bildung mit hohem Arbeitsmarktbezug – die höhere Berufsbildung in der Schweiz

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 1.1 MB)

Das höhere Berufsbildungssystem der Schweiz ist historisch aus der heterogenen und kaum reglementierten beruflichen Weiterbildung hervorgegangen und bildet heute den nicht akademischen Teil der tertiären Bildungsstufe in der Schweiz. Mit dem Berufsbildungsgesetz 2002 wurde sie neben der hochschulischen Tertiärstufe A als Tertiärstufe B verankert. Damit hat sie eine deutliche bildungspolitische Aufwertung erfahren. Dieser Beitrag blickt auf die Entwicklung der beruflichen Tertiärstufe zurück und diskutiert, wie sich die verschiedenen Bildungsgänge der höheren Berufsbildung im System positioniert haben und innerhalb welcher Spannungsfelder aktuelle Reformbestrebungen stattfinden.

Attraktivität von Fortbildungsqualifikationen

Interview mit Absolventinnen und Absolventen zu ihren Motiven, Erfahrungen und beruflichen Perspektiven

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 640 KB)

Was macht die Aufstiegsfortbildung aus Sicht der Absolventinnen und Absolventen attraktiv? Was war ihre Motivation und inwiefern haben die Fortbildungen ihre beruflichen Entwicklungen beeinflusst? In den Interviews geben vier Beschäftigte über ihre Beweggründe, Erwartungen und Zukunftspläne Auskunft. Deutlich werden unterschiedliche Ausgangslagen und Wege, die zum Fortbildungsabschluss führten. Alle Befragten betonen, dass ihnen der gewählte Abschluss neue Perspektiven im Beruf eröffnet hat, sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern konnten und dass sie sich darin bestärkt fühlen, ihre berufliche Karriere auch weiterhin aktiv zu gestalten.
Anja Hall

Lohnt sich Aufstiegsfortbildung?

Analysen zum objektiven und subjektiven Berufserfolg von Männern und Frauen

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 925 KB)

Eine geregelte berufliche Aufstiegsfortbildung wird in der Regel nach einer dualen Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung abgelegt und soll den beruflichen Aufstieg ermöglichen. Wie erfolgreich sind Fachkräfte mit Aufstiegsfortbildung am Arbeitsmarkt, und worin besteht dieser Erfolg? Sind Frauen genauso erfolgreich wie Männer, und welche Vorteile zeigen sich im Vergleich zu Personen mit dualer Berufsausbildung? Diese Fragen werden im Beitrag auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 anhand objektiver und subjektiver Indikatoren zum beruflichen Erfolg untersucht.
Philipp Walker, Thomas Bachmann

Stellenwert der höheren Berufsbildung am schweizerischen Arbeitsmarkt

Ergebnisse einer Unternehmensbefragung

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 1.6 MB)

Aus einer nationalen Unternehmensbefragung von über 800 Rekrutierungsverantwortlichen geht hervor, dass die Diplome und Titel der höheren Berufsbildung (HBB) im schweizerischen Arbeitsmarkt heute einen hohen Stellenwert genießen und gut etabliert sind. Allerdings zeigt die erstmals durchgeführte Befragung auch, dass weiter an der Positionierung gearbeitet werden muss, wenn die HBB im Zuge der zunehmenden Akademisierung der Arbeitswelt weiterhin attraktiv bleiben soll. Zentrale Befunde der Studie werden im Beitrag vorgestellt.
Ute Hippach-Schneider

Akademisierung oder »vocational drift«?

Internationale Entwicklungen im tertiären Bildungsbereich

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 722 KB)

Die Daten der OECD weisen im Zeitraum von 1995 bis 2010 einen enormen Zuwachs von Teilnehmenden an akademischen Bildungsgängen aus. Gleichzeitig stagnieren berufs- und praxisbezogene Bildungsgänge im tertiären Bildungsbereich. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es vor diesem Hintergrund gerechtfertigt ist, von einer Akademisierung zu sprechen, oder ob die inhaltliche Ausgestaltung der tertiären Bildungsprogramme nicht eher in eine »berufsorientierte« Richtung driftet.
Monika Hackel

Aufstiegsfortbildung im Bankensektor

Gestaltungsperspektiven im Kontext des DQR

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 1.0 MB)

Trotz eines hohen Anteils an Erwerbstätigen mit Hochschulzugangsberechtigung ist im Bankensektor die duale Aus- und Fortbildung bislang die dominante Qualifizierungsstrategie. Doch wird die Branche auch weiterhin der allgemein zunehmenden Akademisierung standhalten? Und welche Optionen bieten sich, um diese traditionell gewachsenen Fortbildungsstrukturen auch künftig attraktiv zu halten? Anhand von Daten zur aktuellen und zukünftigen Beschäftigungssituation im Bankensektor werden im Beitrag Anforderungen an die künftige Gestaltung der Aufstiegswege für die Branche reflektiert. Dabei werden veränderte Rahmenbedingungen und Chancen durch die Einführung des DQR beleuchtet.
Rolf R. Rehbold, Christian Hollmann

Handlungs- und Kompetenzorientierung in der Meisterbildung

Konsequenzen für die didaktische Umsetzung

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 988 KB)

Handlungs- und Kompetenzorientierung haben sich als Leitprinzipien der dualen Erstausbildung bereits seit den 1990er-Jahren etabliert. Sukzessive wird dieser Standard nun auch in der beruflichen Fortbildung implementiert. Die damit verbundenen didaktischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Curricula werden im Beitrag am Beispiel der Vorbereitungskurse auf Teil III der Meisterprüfung aufgezeigt und in ihren Konsequenzen reflektiert.

Weitere Themen

Ruth Enggruber, Julia Gei, Joachim Gerd Ulrich

Inklusive Berufsausbildung zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Realisierungschancen aus Sicht von Berufsbildungsfachleuten

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 1.7 MB)

Aus Sicht der UNESCO bedeutet Inklusion im Sinne des Leitmotivs »Bildung für alle«, dass alle Menschen – unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen – die Möglichkeit haben, an hochwertiger Bildung teilzuhaben. Für die duale Berufsausbildung hieße dies, allen ausbildungsinteressierten jungen Menschen nach Verlassen der Schule unmittelbaren Zugang zu gewähren, ohne zuvor im Übergangsbereich ihre »Ausbildungsreife« herzustellen. Eine entsprechende Umgestaltung des Ausbildungssystems wäre allerdings sehr voraussetzungsvoll. Der Beitrag beschreibt, wie Berufsbildungsexperten auf einen solchen Vorstoß reagieren und wie sie dessen Realisierungschancen beurteilen.
Andrea Zoyke

Das Lerntagebuch zur individuellen Förderung beruflicher Rehabilitanden

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 904 KB)

Im Rahmen eines Modellprojekts sollte ein Gesamtkonzept zur individuellen Förderung der Teilnehmenden in einem Reha-Vorbereitungslehrgang entwickelt werden. Bestandteil dieses Konzepts war u.a. ein eigens für diesen Zweck entwickeltes Lerntagebuch. Neben der konkreten Gestaltung des Lerntagebuchs und seiner Einbindung ins pädagogische Gesamtkonzept werden im Beitrag Potenziale und Herausforderungen mit Blick auf die Zielgruppe »berufliche Rehabilitanden« skizziert.

Berufe

Gabriele Jordanski, Franz Kaiser, Henrik Schwarz

Fortbildungsberufe für kaufmännische Führungskräfte auf der operativen Ebene

Ein Werkstattbericht zu berufsübergreifenden Qualifikationen und Verordnungsstrukturen

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 840 KB)

Jährlich legen rund 30.000 Absolventinnen und Absolventen ihre Prüfung in bundeseinheitlichen kaufmännischen Fortbildungsberufen auf Meister-/ Bachelorebene ab. Ihre Bedeutung und die Zuordnung der Abschlüsse auf Niveau 6 des DQR förderten in den vergangenen Jahren konzeptionelle Entwicklungen zur Standardisierung dieser Fortbildungsregelungen. Der Beitrag zeigt Funktionen dieser Berufe auf, stellt die handlungs- und prozessorientierte BIBB-Konzeption für berufsübergreifende Qualifikationen (BeQua) vor und gibt Einblick in Strukturdiskussionen, die mit der Umsetzung in künftigen Verordnungen einhergehen.

DQR-konkret

Thomas Ressel

Kriterien für die Zuordnung der Fortbildungsabschlüsse zu DQR-Niveaus

Einschätzung und Handlungsbedarf aus Arbeitnehmersicht

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 1.0 MB)

Die Empfehlung des BIBB Hauptausschusses vom 12. März 2014 für Eckpunkte zur Struktur und Qualitätssicherung der beruflichen Fortbildung ist ein wichtiger Beitrag, die Qualität der bundesweiten Fortbildungsabschlüsse transparent zu machen und durch die Zuordnung zum DQR ihre Gleichwertigkeit mit hochschulischen Bildungsabschlüssen nachzuvollziehen. Im Beitrag werden die wesentlichen Punkte der Empfehlung dargestellt und weiterführender Handlungsbedarf aus Arbeitnehmersicht aufgezeigt.

Rezensionen

Stefan Weiler

Weiterbildung in Kommunalverwaltungen

Rezension zu: Weiterbildung in Kommunalverwaltungen - Bestandsaufnahme, tarifliche Regelungen, Empfehlungen. edition sigma, Berlin 2014.

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 534 KB)

Monika Bethscheider

Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit einbeziehen

Rezension zu: Inklusion auf Raten - Zur Teilhabe von Flüchtlingen an Ausbildung und Arbeit. Waxmann Verlag, Münster/New York 2014.

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 520 KB)

kurz und aktuell

Beilage