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BWP 6/1991

Peter Diepold

Lernarrangements für die kaufmännische Ausbildung

Der Modellversuch WOKI (1985-1990)

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Der Beitrag berichtet über den Modellversuch WOKI, dessen Ziel es war, übertragbare 'Lernarrangements' zu entwickeln, um an den Lernorten Schule und Betrieb angehenden Industriekaufleuten die für die Fabrik der Zukunft nötige berufliche Handlungskompetenz - insbesondere Schlüsselqualifikationen - zu vermitteln. WOKI hat zentrale Probleme einer zukunftsorientierten Ausbildung im dualen System angesprochen, übergreifende und stimmige inhaltliche Lösungen konzipiert und zu einem beträchtlichen Teil auch in 'Lernarrangements' methodisch umgesetzt. Seine Konzeption und seine Ergebnisse sind auf überregionalen Tagungen ebenso wie auf internationalen Symposien in der Bundesrepublik, in der ehemaligen DDR, in Großbritannien und in den USA vorgestellt und diskutiert worden. Das Verzeichnis von Veröffentlichungen enthält bisher mehr als 60 Titel. An mehreren Standorten sind Ergebnisse des Modellversuchs bereits übernommen worden. Mehrere mittelständische Unternehmen haben als 'Transfer-Betriebe' Lernarrangements erprobt.
Paul Benteler

Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung von Modellversuchsergebnissen

Eine theoretische Reflexion in praktischer Absicht

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Modellversuche werden durchgeführt, um zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung beizutragen. Die Übertragbarkeit von Modellversuchsergebnissen wird als 'objektives Dilemma' beschrieben: Es ist kaum möglich, von Einzellösungen auf Lösungen für das gesamte System der beruflichen Bildung zu schließen, und es ist die Frage zu beantworten, wie Modellversuchsergebnisse verbreitet und aufgenommen werden können. Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitungen solcher Modellversuche ist es daher auch, ihren Beitrag zur Übertragung betrieblicher Modellversuchsergebnisse zu leisten. Mit den Überlegungen möchte der Autor aus der Sicht einer solchen wissenschaftlichen Begleitung eines betrieblichen Modellversuchs auf objektive Schwierigkeiten einer umstandslosen Übertragung von Modellversuchsergebnissen aufmerksam machen. Auf der Basis dieser theoretischen Überlegungen stellt er dann eine Übertragungsstrategie zur Diskussion, mit deren Hilfe Modellversuchsergebnisse systematischer aufbereitet und für Nutzer verfügbar gemacht werden sollen.
Angelika Puhlmann

Übergang in Arbeit und Beruf

Zur steuernden Funktion der ersten Berufsjahre

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In den letzten Jahren haben die ersten Berufsjahre junger Fachkräfte an Bedeutung gewonnen. Das Weiterlernen nach der Lehre ist für den Erwerb von über die Ausbildung hinausgehenden, berufswichtigen Qualifikationen unerläßlich. Kennzeichnend für die Qualifizierungsprozesse in der Zeit erster Berufstätigkeit ist, neben der formalisierten Weiterbildung, vor allem das Lernen am Arbeitsplatz und im Arbeitsvollzug selbst. Dabei zeigt sich, daß je nach Tätigkeitsbereichen und "Unternehmenskultur", je nach beruflichen Positionen und Arbeitsbedingungen die Chancen, in den ersten Berufsjahren weiterzulernen, sehr unterschiedlich sein können. Eine stärkere Gestaltung dieser Phase unter Lerngesichtspunkten würde vor allem Fachkräften mit bislang geringeren Chancen zugute kommen und könnte ihnen den Berufseinstieg erleichtern.
Horst Kramer, Heinrich Tillmann, Gerhard Zimmer

Weiterbildung als Instrument ökologischer Strukturveränderungen

Möglichkeiten und Grenzen beruflicher Weiterbildung

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Es gibt eine große Zahl von Weiterbildungsangeboten, die ausdrücklich beanspruchen, einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Umweltschutzes und der ökologischen Bewußtseinsbildung zu leisten. Dabei werden sehr unterschiedliche Ansätze verfolgt. Viele Angebote werden mit öffentlichen oder privaten Mitteln gefördert. Am auffälligsten sind Weiterbildungsangebote, die zu eigenständigen Umweltberufen qualifizieren wollen: zu Umweltberatern, Umweltbeauftragten, Umwelttechnikern, Ökologieassistenten etc. Hier steht der Gedanke im Vordergrund, daß derartige Berufe als Promotoren Strukturveränderungen in Gang setzen können. Andere Angebote setzen auf die Weiterbildung breiter Bevölkerungskreise, um das Bewußtsein der Bürger für die Notwendigkeit ökologischer Strukturveränderungen zu wecken, ihre Fähigkeit zu schulen, Einfluß auf die gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen und auf diese Weise auf längere Sicht ein ökologisches Veränderungspotential zu schaffen. Daneben findet eine betriebliche Weiterbildung statt, um die Beschäftigten für die erforderlich gehaltenen Umweltschutzanforderungen zu qualifizieren. Von externen Kritikern werden diese Qualifizierungen häufig als interessengebunden und damit ökologisch unwirksam oder kontraproduktiv eingeschätzt. Auch ein scharfer Kritiker kann jedoch diesen Ansätzen nicht ohne weiteres Wirksamkeit absprechen. Diese Angebote stellen drei unterschiedliche Zugänge dar, Aufgaben ökologischer Strukturveränderungen durch Weiterbildung zu unterstützen. Dazu fand im Dezember 1990 im Jagdschloß Glienicke bei Berlin ein Workshop mit Sachverständigen aus Wirtschaft, Verbänden, Ministerien und Weiterbildungsträgern statt, den das Bundesinstitut für Berufsbildung und die Technische Universität Berlin im Rahmen ihrer Forschungskooperation ausgerichtet hatten. Eine noch zu leistende Aufgabe bleibt es, die unterschiedlichen Zugänge auch in ihren Wechselbeziehungen kritisch zu reflektieren, um auf diese Weise geeignete Handlungsperspektiven zu erarbeiten.
Bernd-Uwe Kiefer

Zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Qualifizierung - ein neuer Weg zum Handwerksmeister

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Im nachfolgenden Aufsatz werden Vorstellungen entwickelt, wie der berufliche Werdegang vom Gesellen zum Handwerksmeister neu gestaltet werden kann. Wesentliche Elemente sind dabei eine zeitliche Entkoppelung sowie die bedarfsgerechte und berufspraktische Lern- und Arbeitsphase als Einheit. Diese Diskussion um zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Qualifizierung ist prinzipiell nicht neu 1) und findet in der Praxis bereits seine ersten zarten Ansätze, z. B. bei der Einführung der AEVO-Prüfung im Handwerk als Entlastung und Ergänzung der Meisterprüfung im Hauptteil IV (Handwerkskammer Hamburg) oder der Einführung des BetriebsassistentenModells (Handwerkskammer Koblenz u. a.). Mit diesem Aufsatz sollen Linien eines zukünftigen Weges aufgezeigt werden - keine Patentrezepte. Er soll im Spannungsfeld zwischen In-Frage-Stellen und unverändertem Festhalten der Meisterqualifizierung im Handwerk zur Diskussion reizen, ohne alle Einzelheiten (insbesondere die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen) vorzudenken.
Hans-Gerhard Mendius, Stefanie Weimer

Weiterbildungskooperation mit großen Abnehmern - Ein Weg zur Qualifikationsverbesserung in kleinen Zulieferunternehmen?

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Nach wie vor besteht in bezugauf Weiterbildungsbeteiligung und auf Qualität der betrieblichen Maßnahmen ein erhebliches Gefälle zwischen großen und kleinen Unternehmen. Gleichzeitig hängt für Kleinbetriebe, die auf Märkten agieren, auf denen hohe Anforderungen an die Produktqualität und die ständige Modernisierung von Produkten und Fertigungsverfahren gestellt werden, die Bewältigung dieser Anforderungen und damit die Marktbehauptung zunehmend davon ab, ob es ihnen gelingt, dafür das Qualifikationspotential ihrer Beschäftigten zu mobilisieren und kontinuierlich anzupassen In besonderem Maße neuen Marktanforderungen ausgesetzt sind kleine Zulieferunternehmen Daher sind diese Betriebe besonders auf Unterstützung bei der erforderlichen Qualifizierung ihrer Belegschaften angewiesen. Andererseits verfügen ihre großen Abnehmer, die sie mit den erhöhten Anforderungen konfrontieren, in der Regel über gut ausgebaute interne Weiterbildungsressourcen mit entsprechendem Know-how. Daher lag die Überlegung nahe, daß eine Kooperation im Weiterbildungsbereich sowohl im Interesse der kleinen Zulieferbetriebe (Bewältigung neuer Anforderungen) als auch der großen Abnehmerbetriebe (bessere Qualität der Kaufteile durch besser qualifizierte Belegschaften) liegen müsse. Im Rahmen eines Forschungszusammenhangs, der sich mit der Situation und den Entwicklungschancen von Kleinbetrieben befaßt, die in die unternehmensübergreifende Arbeitsteilung mit großen Unternehmen eingebunden sind, wurde daher empirisch 1) der Frage nach Voraussetzungen, Ansatzpunkten, Realisierungschancen und Potentialen einer derartigen Weiterbildungskooperation zwischen kleinen Zulieferern und großen Abnehmerunternehmen nachgegangen.
Klaus Hahne

Probleme und Perspektiven der Medienentwicklung für die Ausbildung im Handwerk

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Die Verwendung geeigneter Lernmittel oder Medien ist in der beruflichen Bildung zunehmend ein Anzeichen für Qualität und Professionalität von Qualifizierungsprozessen. Die Möglichkeiten der reflektierten Medienverwendung können in der Praxis aufgrund vielfältiger Schwierigkeiten häufig nicht realisiert werden. Mit vier Beispielen der Medienentwicklung für das Handwerk wird gezeigt, wie der Einbezug der Anwender in die Medienentwicklung, die mediale Kompetenz und das berufliche Selbstverständnis der Ausbilder, das Vermittlungskonzept der Medien und die Struktur handwerklicher Qualifizierungsprozesse in kleinen und mittleren Betrieben, die Bewertung von medial aufbereiteten und realen Lernsituationen an komplexen Maschinen durch die Ausbilder sich auf die Akzeptanz und die tatsächliche Medienverwendung in der Ausbildung auswirken können. Fazit: Die Entwicklung brauchbarer Medien aufgrund eines erkannten Bedarfs der Ausbildungspraxis stellt ohne integrierte Bemühungen um die Implementation dieser Medien ins Praxisfeld oft keinen hinreichenden Ansatz zur Verbesserung der Ausbildung dar.
Klaus-Dieter Meininger

Entwicklung von Berufsbildern und wirtschaftlicher Wandel in der UdSSR

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Sicher unbestritten ist die Entwicklung von Berufsbildern, Ausbildungsordnungen, Rahmenlehrplänen sowie vergleichbarer Dokumente nicht nur ein Mittel zur Modernisierung von Berufsbildungssystemen, ihr kommt im Prozeß des weltweiten technisch-ökonomischen Wandels, der Humanisierung der Arbeit und der Modernisierung von Volkswirtschaften mit den Mitteln neuer Technologien eine eigenständige Gestaltungsdimension zu. Eine entscheidende Voraussetzung hierfür ist die Berücksichtigung des wechselseitigen Abhängigkeitsprozesses von Technikentwicklung, Entwicklung der Arbeit sowie der Entwicklung von Qualifikationen für den Arbeitsprozess. Diese Leithypothese ist Grundlage eines deutsch-sowjetischen Forschungsvorhabens, das auf die gemeinsame Erarbeitung von Empfehlungen zur Weiterentwicklung etablierter Methoden und Verfahren bei der Erstellung von Berufsbildern in beiden Ländern abzielt. Etappen hierzu sind sowohl die Analyse des Vorgehens als auch die Bestandsaufnahme bezüglich bestehender Defizite bei der Einführung neuer Berufsbilder im Kontext mit obiger Problemstellung. Dabei besteht aufgrund der umfangreichen Wandlungsprozesse in der UdSSR für deren Bildungswesen eine besondere Relevanz. Aus deutscher Sicht werden hierzu im Beitrag einige Ergebnisse vorgestellt.
Angelika Wittig

Die Umstrukturierung der Wirtschaft bedeutet eine große Herausforderung für die kaufmännische Weiterbildung in den neuen Bundesländern

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Die Umstellung von der sozialistischen Planwirtschaft auf die soziale Marktwirtschaft stellt flir zahlreiche gesellschaftliche Bereiche eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere auch lür die berufliche Weiterbildung. Hervorzuheben ist hier vor allem der kaufmännische Bereich. Alle wirtschaftsnahen Bildungsgänge in der ehemaligen DDR sind von der vordem herrschenden Wirtschaftsordnung geprägt. In besonderem Maß sind kaufmännische Mitarbeiter von der Umstellung des Wirtschaftssystems betroffen.
Sabine Manning

Selbstgesteuertes Lernen europaweit

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Fragen des selbstgesteuerten Lernens in der beruflichen Bildung werden europaweit diskutiert - das zeigte ein Workshop im Rahmen des EUROTECNET-Programms, der vom 22. bis 24. Mai dieses Jahres in Potsdam stattfand. Zu folgenden inhaltlichen Aspekten, die von Christel Alt, nationale Koordinierungsstelle EUROTECNET im BIBB, konzipiert wurden, sollte er Anregungen bieten: Warum wird eine Neuorientierung der beruflichen Bildung hin zum selbstgesteuerten Lernen angestrebt? Was sind die Kerngedanken dieses Konzepts und welche berufliche Legitimation steht dahinter? Wie und mit welchen methodisch-didaktischen Ansätzen wird das Konzept in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eingesetzt? Welche Anwendungserfahrungen und Transfermöglichkeiten in andere Mitgliedsländer gibt es?
Dieter Blume

Qualifikationsanforderungen an PC-Fachberater/-innen im Handel

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Die folgenden Ergebnisse zur Untersuchung des Qualifikationsbedarfs der im Vertriebsund Verkaufsbereich des PC-Fachhandels beschäftigten Mitarbeiter / -innen entstanden 1990 / 91. Sie beschreiben hier in der gebotenen Kürze zusammenfassend den Bedarf an Qualifikationen dieses Personenkreises im Handel. In einem zweiten Beitrag soll später ein handlungsorientiertes Bildungskonzept mit umfangreichen Medien im Zusammenhang mit einem Modellversuch des BIBB zu dieser Thematik vorgestellt werden. Damit sollen zugleich Möglichkeiten einer zukünftigen bedarfsorientierten Qualifizierung diskutiert und beschrieben werden.